Showdown der Rennspiele: F1 2016, Assetto Corsa oder Valentino Rossi? - Karriere, Fahrgefühl, Aufmachung, Technik, Meinung

(Special)

Karriere

Nachdem in F1 2015 der Karriere-Modus fehlte, bietet F1 2016 diesen endlich wieder auf. Dabei entscheidet ihr euch für ein Rennteam und bestreitet jeweils 21 Rennwochenenden für jährliche Meisterschaften. Vor allem überzeugen dabei die neu gestellten Aufgaben. In den ansonsten langweiligen Trainings-Abschnitten rast ihr um Punkte und versucht, exakt durch Tore zu fahren oder reifenschonend zu rasen. Mit genug Punkten erwerbt ihr Verbesserungen für den Wagen. Außerdem sucht euch das Spiel immer wieder Rivalen heraus, gegen die ihr antretet.

Gute Idee: Trainings-Sessions werden in F1 2016 durch verschiedene Aufgaben aufgepeppt.Gute Idee: Trainings-Sessions werden in F1 2016 durch verschiedene Aufgaben aufgepeppt.

Die Karriere in Assetto Corsa fällt geradlinig aus. Ihr beginnt typischerweise in der untersten Fahrzeugklasse und arbeitet euch langsam mittels gewonnenen Medaillen voran. Deshalb fahrt ihr zunächst in Kleinwagen wie dem Fiat 500, erst später steigt ihr in schicke Ferrari-Geschosse. Meist beschäftigen euch kurze Rennen, Drift-Veranstaltungen oder Zeitfahrten, bei denen ihr Punkte einheimst. Bei dutzenden Spezial-Events gibt es zudem vorgegebene Herausforderungen. Die Karriere fällt insgesamt dennoch etwas eintönig und einfallslos aus.

Valentino Rossi - The Game bietet viel Abwechslung, da ihr nicht nur zu Zweirad-Rennen in diversen Klassen antretet. Ebenso stehen Veranstaltungen mit vier Rädern an: So versucht ihr, möglichst viele Punkte beim Driften in einem Ford Mustang einzuheimsen. Ebenso stehen ungewöhnliche Rallye-Etappen in Monza und Misano an. In der Karriere wechselt ihr außerdem regelmäßig zur Rennakademie und deren Sonderveranstaltungen. Hier beweist ihr euch auch in Ausscheidungsveranstaltungen und spielt die Höhepunkte des Werdegangs des berühmten Namensgebers nach.

Fahrgefühl

Wie seine Vorgänger besitzt auch F1 2016 ein punktgenaues Fahrverhalten. Mit nur ein wenig Übung zirkelt ihr das eigene Auto exakt um die Kurven. Auch Einsteiger kommen dank eingeblendeter Ideallinie schnell klar. Fahrhilfen wie Traktionskontrolle, Bremsassistent oder ABS erleichtern den Einstieg und verhelfen schnell zu Erfolgen. Nötigenfalls stimmt ihr den eigenen Wagen selbst ab. Schön, dass alle gängigen Lenkräder unterstützt werden und für ein deutlich besseres Fahrgefühl sorgen.

Für Rennspieler ist das Fahrgefühl entscheidend. Assetto Corsa überzeugt dabei auf voller Linie.Für Rennspieler ist das Fahrgefühl entscheidend. Assetto Corsa überzeugt dabei auf voller Linie.

Anders als in anderen Rennspielen ist ein Lenkrad in Assetto Corsa fast Pflicht. Denn erst dann entwickelt ihr ein echtes Gefühl für den eigenen Wagen. Denn mit dem Controller ist es deutlich schwerer die höchst anspruchsvolle Fahrphysik zu erahnen. Die Simulation macht in dieser Hinsicht Project Cars höchste Konkurrenz. Gerade im Grenzbereich wirkt Assetto Corsa jedoch nachvollziehbarer. Während ihr in Project Cars schnell ohne Vorwarnung abfliegt, könnt ihr hier den Wagen besser abfangen und am Rutschen hindern. So gelingen auch Drifts sehr gut.

Valentino Rossi - The Game fordert euch ein gänzlich anderes Fahrverhalten ab. Denn Motorräder besitzen wegen ihrer dünneren Reifen weitaus weniger Grip. Außerdem gibt es Vorder- und Hinterradbremsen, die ihr separat betätigt und die euch mehr Kurvenkontrolle erlauben. Das Anfahren an Kurven bedarf einer weiten Linie und korrekter Gewichtsverlagerung, damit ihr nicht herausgetragen werdet. Dafür ist das Überholen unkomplizierter, da gegnerische Zweiräder nicht viel Platz auf der Strecke einnehmen. Dennoch ärgerlich wenn ihr zu viel riskiert und es euch vom Sattel haut. Kurzum benötigt ihr einige Übung, um mit den Bikes zurecht zu kommen.

Aufmachung

In F1 2016 betretet ihr das eigene Fahrerlager, wo euch Agentin oder Renningenieur mit Wissenswertem versorgen. Vor dem Rennen prüft ihr die Wageneinstellung direkt aus dem Cockpit heraus. Präsentiert werden die Strecken vom F1-Kommentator Heiko Wasser und einem unbekannten Kollegen (nicht Christian Danner). Die Strecken präsentieren sich zu vorgegebenen Tageszeiten, aber zufälligen Wetterbedingungen. Vor allem im Regen tut ihr euch schwer, die Wagenkontrolle zu behalten. Bei Unfällen lässt sich sogar das Safety Car blicken. Nach erfolgreichem Rasen erfreut ihr euch an einer Siegerehrung samt Champagner-Dusche. Kurzum erwartet euch in F1 2016 die seit Jahren beste F1-Atmosphäre.

Im Fahrerlager in F1 2016 sprechen euch Kollegen an, während ihr am Laptop die weitere Karriere plant.Im Fahrerlager in F1 2016 sprechen euch Kollegen an, während ihr am Laptop die weitere Karriere plant.

Assetto Corsa verzichtet auf Einführungen und wirft euch ins kalte Wasser. Einsteiger sollten einiges an Frustresistenz mitbringen. Denn selbst die ersten Rennen sind anspruchsvoll. Schön, dass ihr eigene Solo- oder Online-Rennen mit bis zu 16 Spielern konfigurieren könnt. Auch schön, dass ihr Tageszeiten bestimmt (leider keine Nacht). Ebenso justiert ihr Temperatur und Wetter, doch hier fehlen wiederum Regenbedingungen. Da hat der Konkurrent Project Cars die Nase vorn. Denn das Spiel wird noch nüchterner präsentiert. Ein wenig mehr Drumherum wäre schön gewesen.

Valentino Rossi - The Game führt euch schrittweise in die Rennwelt ein. Ihr beginnt in niedrigeren Klassen und lasst euch von Valentino Rossi höchstpersönlich (und seinem italienisch-gefärbten Englisch) das Geschehen erklären. Für freie Rennen ist die Witterung samt Regen frei einstellbar, leider aber nicht die Tageszeit. Einige Abwechslung gibt es dank weniger Drift- und Rallye-Veranstaltungen, die aber nicht so recht ins Geschehen passen. Schließlich werden diese spielerisch schnell eintönig.

Technik

Trotz großem Fahrerfeld mit 22 Vehikeln läuft F1 2016 auch auf Konsole durchweg flüssig mit 60 Bildern pro Sekunde. Die einzelnen Wagen sind bis zum letzten Flügel originalgetreu umgesetzt, genauso wie die Motoren-Geräusche (auch wenn diese nicht mehr so brachial wie in den Vorjahren ausfallen). Die Kurse überzeugen mit Realitätsnähe: Aufbau und Streckendetails wirken ausgefeilt, auch wenn grafisch oft nur wenig geboten wird. Nur die Stadtkurse in Monaco und Baku bieten etwas mehr fürs Auge.

Valentino Rossi bietet ein riesiges Fahrerfeld, aber auch etwas veraltete Technik.Valentino Rossi bietet ein riesiges Fahrerfeld, aber auch etwas veraltete Technik.

Assetto Corsa läuft auf PS4 und Xbox One auch mit 60 Bildern pro Sekunde, auch wenn es hier und da hakelt oder kurzzeitig unsauber läuft. Grafisch sind die Strecken wahrlich keine Hingucker. Die Wagen wirken dafür sauber umgesetzt und detailgetreu. Richtig überzeugend ist jedoch der teils brachiale Motorensound, vor allem aus der Verfolgersicht. Denn Wagen wie der Ferrari FXX kreischen euch die Ohren voll.

Technisch hält Valentino Rossi - The Game nicht mit den beiden Konkurrenten mit. Zwar kämpft ihr bei MotoGP-Rennen gegen ein großes Fahrerfeld mit über 30 Kontrahenten, jedoch läuft die Optik nur mit 30 Bildern pro Sekunde. Auch optisch wird nur wenig geboten, was auch an den korrekt umgesetzten Rennpisten liegt. Und diese sind auch in der Realität oftmals keine echten Hingucker.

Meinung von Thomas Stuchlik

Eines vorweg: Es gibt kein Rennspiel, das alle Geschmäcker gleich gut bedient. Seid ihr an der Formel 1 interessiert, führt kein Weg an F1 2016 vorbei. Denn die diesjährige Neuauflage bietet alles, was Anhänger erwarten können: große Rennkarriere, interessante Trainings-Aufgaben, schicke Inszenierung und originalgetreue Inhalte.

Freunde der MotoGP dagegen freuen sich genauso über das 2016er-Update, denn auch hier wird weit mehr als im Vorgänger geboten. Neben Motorrad-Rennen überraschen hier vor allem Drift- und Rallye-Wettbewerbe. Technisch und spielerisch bleibt Valentino Rossi jedoch hinter der Konkurrenz zurück.

Schwieriger wird es mit Assetto Corsa, das sich klar an Rennprofis richtet. Mit einem Lenkrad genießt ihr die vielleicht beste Rennsimulation überhaupt. Doch nur mit einem Controller bewaffnet wird das Fahrverhalten einige Spieler wohl überfordern. Im selben Segment wildert außerdem Project Cars, das ein Stück mehr Umfang bietet.

Doch damit ist das Rennspieljahr 2016 noch lange nicht vorbei, denn im Herbst folgt mit Gran Turismo Sport ein weiterer Konkurrent zu Assetto Corsa und Project Cars. Außerdem werden Spaßraser auf der Xbox One mit Forza Horizon 3 versorgt. Noch nie war es deshalb schöner, ein virtueller Rennfahrer zu sein!

Inhalt

  • 1. Umfang
  • 2. Karriere, Fahrgefühl, Aufmachung, Technik, Meinung

Tags: Singleplayer   Multiplayer  

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