Vorschau Battlefield 1 Open Beta: So spielt sich der Wüstenkrieg + 33 Minuten Video

von Marco Schabel (29. August 2016)

Zwei Stunden sind kaum der Rede wert im Vergleich zu den vier Jahren, die der Erste Weltkrieg vor allem in Europa tobte. Es reicht allerdings aus, um einzufangen, was euch der Weltkriegsshooter Battlefield 1 in seiner Beta-Phase zu bieten hat. In dieser Zeit haben wir dem Spiel auf den Zahn gefühlt und sagen euch, ob sich der Sprung zurück in die Vergangenheit gelohnt hat.

Das Video zu Battlefield 1 findet ihr alternativ auch auf Youtube.

"Um nichts auf der Welt möchte ich diesen herrlich aufregenden Krieg missen“, sagte der britische Marineminister und spätere Premierminister Großbritanniens Winston Churchill im Jahre 1914, als noch nicht absehbar war, welche schrecklichen Folgen der Erste Weltkrieg noch haben wird. Über 100 Jahre sind vergangen, seit dieses Zitat getätigt wurde und geht es nach dem Stimmungsbarometer vieler Videospieler, hat es doch neue Relevanz erhalten. Denn mit Battlefield 1 werden sich Entwickler Dice und Herausgeber Electronic Arts (EA) erstmals in den Ersten Weltkrieg wagen, der in spielerischer Form tatsächlich „herrlich aufregend“ werden könnte.

Auf der gamescom 2016 hatten wir die Gelegenheit, auf Basis der Version zur voraussichtlich ab 31. August beginnenden „Battlefield 1“-Beta einmal selbst auszuloten, wie aufregend der neue Shooter tatsächlich werden könnte. Auf der Halbinsel Sinai wurden wir auf das Schlachtfeld geschickt. Ob euch dort ein feuriger Angriffskrieg erwartet oder ob Battlefield 1 zurück in den Schützengraben springen sollte, verraten euch die folgenden Zeilen.

Noch mehr zu Battlefield 1 gibt es in folgenden Beiträgen:

Offene Beta, geringer Umfang

Die Battlefield-Serie ist seit jeher dafür bekannt, aus allen Rohren zu feuern und dabei ein großes Action-Feuerwerk auf euch loszulassen. Zuletzt gelang das mit Battlefield 4, das einen fiktiven Konflikt zwischen den Vereinigten Staaten, China und Russland zum Thema hatte, auch wenn es zum Start noch eher nach einem Totalausfall aussah. Battlefield 1 dagegen wird sich nicht nur erstmals seit vielen Jahren wieder einen echten Konflikt als Vorbild nehmen, sondern euch auch noch in die Vergangenheit schicken. Im Rahmen der offenen Beta, deren Start für den 31. August angesetzt ist, habt ihr dabei die Gelegenheit, euch schon einmal ein Bild vom Spiel zu machen.

Mit so schwer gepanzerten Vehikeln durch die Wüste ziehen ist eine Herausforderung.Mit so schwer gepanzerten Vehikeln durch die Wüste ziehen ist eine Herausforderung.

Dabei ist die Beta-Version nicht gerade das, was als umfangreich betrachtet werden kann. Von den sechs Fraktionen, die Battlefield 1 zum Start bieten soll, sind gerade einmal zwei enthalten, die in zwei verschiedenen Modi auf der Wüsten-Karte Sinai gegeneinander antreten. Sonstige Karten oder gar eine kleine Portion des Einzelspieler-Modus sind nicht enthalten. Das macht aber nichts, denn die „Battlefield 1“-Beta dient in erster Linie als Feldtest, um Fehler und Probleme zu erkennen und für euch als erster Eindruck des Spiels, das den Trailer mit den meisten „Daumen hoch“-Bewertungen auf Youtube vorweisen kann.

Sand, überall Sand

Zu Beginn scheint dabei erst einmal alles wie gehabt. Die Schlacht beginnt und ihr könnt bereits im Menü einen Blick auf die Karte und die einzunehmenden Punkte werfen. Zudem könnt ihr euren Kämpfer aus den vier verfügbaren Klassen wählen oder euch für die Neulinge entscheiden, denn Battlefield 1 bietet erstmals eigene Klassen für Piloten, Panzerfahrer und Reiter. Auf den ersten Blick wird jedoch schon deutlich, dass Sinai vielleicht nicht die beste Wahl ist, um euch zu zeigen, was das Spiel zu leisten imstande ist.

Vor ein paar Wochen noch hatten einige Auserwählte die Möglichkeit, in der Alpha-Version zu Battlefield 1 ein französisches Dorf auf der Karte "St. Quentin Scar" über den Haufen zu rennen und zu schießen. Viele Gebäude, unterschiedliche Terrains und ein unübersichtliches Schlachtfeld machten Lust auf mehr. In Sinai dagegen erwarten euch vor allem Sanddünen. Die einzunehmenden Punkte des Modus „Eroberung“ weisen einen Anflug von Zivilisation auf, doch in erster Linie erlebt ihr eine weitläufige Karte mit viel Sand und ein paar Felsen, die als Vorläufer des sich im Hintergrund auftürmenden Gebirges einen kleinen Bruch im weitläufigen Schlachtfeld darstellen.

Ein Eroberungspunkt hat sogar die zweifelhafte Ehre, weit abseits der anderen Punkte verweilen zu dürfen. Dort, weit draußen in der Wüste, kann jeder Angreifer bereits aus der Ferne erkannt und ins Visier genommen werden. Einmal eingenommen und akkurat verteidigt ist es entsprechend ein Leichtes, diesen Punkt zu halten. Insgesamt hat sich beim Anspielen jedoch bereits gezeigt, dass viel Spielzeit dieses Modus mit Herumlaufen verbracht werden kann. Außer natürlich, ihr nutzt eines der historischen Vehikel.

Fliegen ist eine Kunst

Im Auswahlmenü von Battlefield 1 habt ihr die Möglichkeit euch auszusuchen, ob ihr einen Bomber oder einen Dreidecker, einen schweren Panzer oder ein leichtes Artilleriefahrzeug besteigen wollt. Egal welche Wahl ihr trefft, ihr solltet darauf gefasst sein, das Fortbewegungsmittel eurer Wahl erst einmal zu beherrschen zu lernen. Die Steuerung fühlt sich grob und bisweilen sogar behäbig an, was durchaus zu Frustmomenten führen kann.

Mit der Steuerung der Flugzeuge werdet ihr euch eine Weile auseinandersetzen müssen, bevor ihr sie beherrscht.Mit der Steuerung der Flugzeuge werdet ihr euch eine Weile auseinandersetzen müssen, bevor ihr sie beherrscht.

Am deutlichsten wird das im Pilotensitz eines Fliegers. Im Gegensatz zu den Flugzeugen in Battlefield 4, die für sich bereits nicht gerade leicht zu fliegen waren, sind die im historischen Kontext gerade frisch erfundenen Doppel- und Dreidecker kaum zu kontrollieren. Schnelle Richtungswechsel und Verfolgungsflüge werden zur Sisyphusaufgabe, der tobende Luftkampf wird vor allem zum Kampf mit dem Gerät. Doch das Fliegen war schon im Ersten Weltkrieg keine leichte Sache und langfristig nur jenen vorbehalten, die ihre ersten Einsätze überlebten. Das gilt auch für Battlefield 1. Habt ihr die ersten unvermeidbaren Abstürze hinter euch und euch an den versehentlichen Kollisionen mit anderen Fliegern vorbeimanövriert, wartet ein durchaus spaßiger Teil des Spiels auf euch, auch wenn er bei weitem nicht so actiongeladen daherkommt, wie in den bisherigen Videos gezeigt.

Gepanzert durch die Wüste

Leichter zu bedienen sind dagegen die Panzer, die wiederum aber doch recht langsam über das Schlachtfeld tuckern und somit leichte Beute für Minenleger, Granaten und anderen Panzerabwehrwaffen sind. Zudem ist es euren Gegnern zum Teil sogar möglich, euch ganz einfach aus einem Panzer herauszuziehen, wenn ihr nicht bereits zuvor durch Flieger, andere Panzer, Soldaten oder den gepanzerten Zug, den „Behemoth“, zerstört wurdet.

Auf der gamescom präsentiert EA den Nachbau eines Panzers aus dem Ersten Weltkrieg.Auf der gamescom präsentiert EA den Nachbau eines Panzers aus dem Ersten Weltkrieg.

Die Reparatur geht allerdings deutlich leichter vonstatten. Aus dem Inneren eures Fahrzeugs könnt ihr dieses auf Knopfdruck (beziehungsweise durch Gedrückthalten eines Knopfes) etappenweise instand setzen, gleichzeitig jedoch weder steuern, noch schießen. Viel Glück also, wenn ihr dies am Steuer eines Flugzeugs versucht. Das wiederum darf ruhig einmal den Boden oder ein anderes Hindernis streifen, ohne direkt abzustürzen. Eine willkommene Verbesserung im Vergleich zu Battlefield 4.

Auf dem Rücken der Pferde ...

Klobig steuern sich auch die Pferde, die jedoch zumindest ein frisches Element aufs Schlachtfeld bringen. Vergleichbar ist die Steuerung etwa mit Epona aus der The Legend of Zelda - Ocarina of Time. Der Gaul nimmt Kurven nur schwerfällig und fühlt sich an, als ob ihr tatsächlich die Zügel eines etwas störrischen Pferdes haltet. Im Sattel könnt ihr entweder mit dem Säbel rasseln oder mit Gewehr und Pistole vergleichsweise blind auf eure Gegner feuern und ohne Zutun über Hindernisse hinwegspringen.

Der Kampf hoch zu Ross sieht auf Bildern grandios aus, spielt sich aber noch etwas hakelig.Der Kampf hoch zu Ross sieht auf Bildern grandios aus, spielt sich aber noch etwas hakelig.

Doch auch wenn es jetzt klingen mag, als wäre Battlefield 1 es nicht wert, in der Luft, auf Ketten oder im Sattel gespielt zu werden, ist genau das Gegenteil der Fall. Mit ihrer recht akkurat dargestellten Fortbewegungsweise und der Tatsache, dass sie schwer zu handhaben sind, bieten Flugzeuge, Panzer und Pferde durchaus eine Herausforderung, die gemeistert werden will. Wer dies nicht schafft oder schaffen will, sollte sich zumindest auf den Kampf am Boden konzentrieren.

Dort warten zudem noch die neuen Eliteklassen auf euch. Ein voll gepanzerter Flammenwerfer, der durch seinen bloßen Anblick das Fürchten lehrt, der Century, der eine besonders große Durchschlagskraft besitzt und zuletzt der Tank Hunter, ein Scharfschütze, dessen Munition sogar Panzer in die Knie zwingen kann. Auswählen könnt ihr sie, indem ihr bestimmte Kisten findet und euch die jeweiligen Kostüme überstreift. Die sind allerdings so schwer zu finden, dass wir euch gar nicht sagen können, wie genau sich diese Klassen spielen. Vielleicht habt ihr im Rahmen der „Battlefield 1“-Beta ja mehr Glück.

Seite an Seite im Schützengraben

Gut, Sinai bietet abgesehen von einer Felsspalte keine Schützengräben, in denen Schutz gesucht werden kann, doch das ist auch nicht verkehrt. Der große Stellungskrieg tobte vor allem an einer knapp 700 Kilometer langen Gefechtslinie in Belgien und Frankreich, sowie in den Alpen. Mit Blick auf wohlmöglich starrere Karten, die euch Battlefield 1 bieten könnte, ist die Offenheit der Wüste sogar eine nette Abwechslung, wenn sie nicht für den Modus Eroberung etwas zu offen wäre.

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Battlefield 1 - Battlefield 5 spielt im Ersten Weltkrieg

Gelobt sei daher der zweite Modus, der im Rahmen der „Battlefield 1“-Beta gespielt werden kann: Rush. Dabei gilt es, als Angreifer nach und nach je zwei Telefonmasten zu zerstören und so einen Sektor zu erobern, während die Verteidiger dies zu verhindern suchen, indem sie sich an strategisch günstigen Verteidigerpositionen auf die Lauer legen. In großen Teilen ähnelt das dem „Kampfläufer Angriff“ in Star Wars Battlefront, nur ohne die AT-ATs. Durch die schlankere Karte, auf der insbesondere der oben bereits erwähnte Eroberungspunkt inmitten der Wüste wegfällt, erlebt ihr hier ein deutlich agileres und schnelleres Spiel mit bis zu 20 Spielern, auf einer ebenso deutlich abwechslungsreicheren Version der großen Wüstenkarte.

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Tags: Beta   Multiplayer   Gamescom 2016   Video  

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