Vorschau The Last Guardian: Wie ein treuer Hund

von Thomas Stuchlik (04. September 2016)

Viele Spiele scheitern oftmals daran, echte Emotionen aufzubauen - selbst nach zahlreichen Spielstunden. Und dennoch gelingt es The Last Guardian innerhalb von Minuten.

Der japanische Entwickler Fumito Ueda ist ein Mensch, der sich scheinbar gerne Zeit lässt. Nur so lässt es sich erklären, dass sich sein drittes großes Werk bis in dieses Jahr verzögert hat. Man erinnert sich: Bereits 2001 erschien mit Ico sein esoterisch angehauchtes PS2-Abenteuer mit einzigartigem Stil. Mit Shadow of the Colossus folgte 2005 ein ebenso einmaliges Spielerlebnis, in denen ihr Giganten bekämpft.

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The Last Guardian - Trico lebt!

Beide Produktionen entstanden in vier Jahren Arbeit. Warum hat sich der ideologische Nachfahre aber noch länger hingezogen? Ueda hatte das Projekt zunächst für die PS3 stemmen wollen, was die Hardware aber überforderte. 2011 verließ er obendrein den Sony-Konzern. Kurzum konnte man glauben, dass The Last Guardian nie das Licht der Welt erblickt. Doch Totgesagte leben länger, denn voraussichtlich im Herbst erscheint das langersehnte Kunstwerk für die PlayStation 4. spieletipps hat es bereits angespielt.

Ein Freund fürs Leben

Eine beengende Höhle bildet den Auftakt für The Last Guardian. Denn darin erwacht der junge Held und hat keine Ahnung, wie er hier wieder herauskommt. Doch er ist nicht alleine: An schweren Eisenketten angebunden liegt eine riesige Kreatur zusammengekauert am Rande der Kammer.

Im Schatten verbirgt sich der neue tierische Freund.Im Schatten verbirgt sich der neue tierische Freund.

Das meterhohe Fabelwesen Trico erscheint wie eine Mixtur verschiedenster Tiere: Es besitzt Stummelflügel und ein Federkleid. Doch der Kopf gleicht dem eines Hundes. Die schwarze Schnauze dagegen sieht aus wie ein Schnabel. Obendrein ähneln die Beine am ehesten Krähenfüßen. Das schwer verletzte Biest kann einem schon leid tun. Vor allem dann, wenn ihr entdeckt, dass es von Speeren durchbohrt ist.

Trico reagiert gereizt, er hat Schmerzen. Mit ein wenig Kletterei auf seinen Federn erreicht der Held die Speere und zieht sie heraus. Doch das schmerzerfüllte Wesen wird wütend und lässt niemanden mehr in seine Nähe. Vielleicht sollte der kleine Junge besser die Höhle durchsuchen, um einige Fässer mit leuchtendem Inneren zu finden? Überraschend frisst Trico genüßlich deren Inhalt, um zu Kräften zu kommen.

Und hier ist es: Das wohlige Gefühl, gebraucht zu werden. Das Gefühl, sich um jemanden kümmern zu müssen. Fortan bilden die beiden mehr als nur ein Team, mehr als nur ein Bündnis. Nämlich eine innige Freundschaft.

Blitzeschleuderndes Ungetüm

Bisher spielte Trico die hilflose Opferrolle, doch gleich fungiert er als unverzichtbarer Partner für das weitere Abenteuer. Denn sobald mit noch mehr Kletterarbeit dessen Ketten gelöst sind, ist er frei. Doch seine Freiheit teilt er genauso wie sein Schicksal fortan mit dem kleinen Jungen.

Das Wesen hat seinen eigenen Kopf, lässt sich aber rufen und dient auch als Kletterhilfe.Das Wesen hat seinen eigenen Kopf, lässt sich aber rufen und dient auch als Kletterhilfe.

Der Junge ist unbewaffnet und kann sich in dem übergroßen Höhlenkomplex nur schwerlich fortbewegen. Deshalb ruft er seinen neuen Freund herbei, der ihm sogleich als Kletterhilfe dient. Hoch gelegene Plattformen erklimmt er mühelos. Durch einen engen Schacht gelangt er in eine eisige Höhle, die ein neues Spielelement parat hält. Ein glänzender Schild scheint jedoch noch keinen echten Nutzen zu erbringen.

Doch das ändert sich, sobald der Junge zurück bei der Kreatur ist. Denn Trico kann Blitze aus seinem Schwanz schleudern. Der Schild dient dazu als Projektor: Visiert eine Stelle in der Umgebung an, damit dort gezielt Blitze einschlagen. Auf diese Weise sprengt ihr beispielsweise brüchiges Gestein weg, um den Weg freizulegen. Dieser führt weiter in eine große Kammer und zu einem unterirdischen See.

Durch Dick und Dünn

Mit etwas Sucherei findet der Junge einen Schacht, in dem er an einer Kette hochklettern kann. Oben angelangt finden sich aber nur große Kisten. Doch sobald ihr diese herunterschiebt, geben sie krachend ihre wertvolle Fracht frei: leckere Fässer.

Noch ist Trico wasserscheu. Wie kann man ihn wohl vom feuchten Nass überzeugen?Noch ist Trico wasserscheu. Wie kann man ihn wohl vom feuchten Nass überzeugen?

Trico ist kein Schoßhündchen. Er folgt nicht immer aufs Wort und geht seinen tierischen Vorlieben nach. Vielleicht will er sich nur einmal ausruhen oder frei die Gegend erkunden? Seine Augenfarbe gibt dabei auch seinen Gemütszustand wieder: aggressiv, ruhig, müde, ängstlich.

Die Lösung an dieser Stelle führt aber simpel über seinen Magen: Der verfressene Begleiter lässt sich mit den Futterfässern direkt in den See locken. Hier nutzt ihr wieder seine Blitzfähigkeiten, um versperrte Tore zu öffnen - oder besser: wegzusprengen. Der Weg steht frei. Ihr erklimmt Tricos Rücken und haltet euch besser gut fest!

Zu Lande, zu Wasser und in der Luft

Urplötzlich schwingt sich - trotz zu klein geratener Flügel - die Kreatur in die Lüfte und flattert durch den neu geschaffenen Durchgang. Das Tageslicht rückt immer näher!

Steil aufragende Bauten erfordern wohlüberlegtes Vorgehen.Steil aufragende Bauten erfordern wohlüberlegtes Vorgehen.

Doch unvermittelt scheint ein Lebewohl anzustehen. Denn der einzige Durchgang nach draußen ist schmal und kann nur vom kleinen Jungen erklommen werden. Wehmütig geht es ans Tageslicht, als plötzlich die Erde bebt. Denn Trico bricht durch die darüberliegende Steinwand und kehrt wieder zu seinem kleinen Herren zurück. Echte Freunde kann selbst meterdicker Fels nicht trennen.

Erst jetzt erkennt ihr, dass ihr euch in einem riesigen Burgkomplex befindet. Brücken, Stege und Türme recken sich in die Höhe. Überall droht der tödliche Abgrund. Schnell wird klar, dass auch in Sachen Levelgestaltung die Vorgänger Ico und Shadow of the Colossus Pate gestanden haben. Umso spannender ist es, was das Heldenduo hier erwartet. Doch umso trauriger, dass hier die spielbare Vorab-Fassung zu Ende geht. Voraussichtlich erst im Oktober wissen wir, wie es weitergeht.

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Tags: Singleplayer   Fantasy  

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