Test God Eater 2 - Rage Burst: Göttergemetzel mit Aussetzern

von Michael Krüger (06. September 2016)

Die bösen Götter Aragami sind zurück und stürzen die Welt der Menschen ins Verderben. Nun seid ihr gefragt! Zum Glück tragt ihr in God Eater 2 - Rage Burst eine unglaublich vielseitige Waffe mit euch.

God Eater erschien vor sechs Jahren in Japan. Mittlerweile wurde das Spiel zweimal neu aufgelegt und in beiden Fällen auch in Europa veröffentlicht. Daher ist es nicht verwunderlich, dass nun auch God Eater 2 - Rage Burst den Weg hierher geschafft hat.

Aragami sind böse Götter, die Unheil in der Welt der Menschen anrichten. Die sogenannten God Eater sind eine Spezialeinheit, die sich um diese fiesen Gestalten kümmert und sie in die ewigen Jagdgründe schickt. In God Eater 2 - Rage Burst seid ihr Teil der Einheit "Blood". Nachdem ihr die Aufnahmeprüfung bestanden habt, werdet ihr rasch zu euren ersten Einsätzen geschickt. Ähnlich wie ihr es vermutlich aus Spielen wie Monster Hunter Generations kennt, besteht die Spielmechanik aus einem Wechsel von Vorbereitung und Action. Während die Geschichte am Rand vor sich hin plätschert, konzentriert sich alles auf die Verbesserung eurer Fähigkeiten und Ausrüstung und den erfolgreichen Abschluss neuer Herausforderungen, die über einen steigenden Schwierigkeitsgrad verfügen.

Ursprünglich wurde das Spiel, wie auch sein Vorgänger, für ein Handheld entwickelt. Auf besonders detailreiche Szenarien wurde verzichtet - ebenso auf eine ausladende Handlung, die besonders intensiv ist. Der Fokus liegt klar auf den Spielmechaniken, besonders denen während der Gefechte. Besonderheiten wie unterschiedliche Munitionstypen und spezielle Boni eurer Verbündeten sollen dabei als gewisses Extra dienen. Auf der PS Vita ist das kein schlechtes Angebot, doch auf dem großen Bildschirm fehlt etwas.

Fokus auf der Spielmechanik

Drei Jahre nach den Geschehnissen in God Eater fällt plötzlich roter Regen vom Himmel. Dieser ist die Ursache für die Schwarze Plage - eine gefährliche Epidemie, die sich bereits durch Berührungen überträgt. Während Betroffene zunächst nur unter roten Markierungen auf der Haut leiden, tritt schon kurze Zeit später der Tod ein. Damit nicht noch mehr Menschen dieses Schicksal ereilt, kämpfen die God Eater der Spezialeinheit Blood gegen die Aragami. Diese bösen Götter sind Schuld an der Katastrophe.

Die Gestaltung der Aragami ist einer der Höhepunkte des Spiels.Die Gestaltung der Aragami ist einer der Höhepunkte des Spiels.

Ihr schlüpft in die Rolle eines jungen Rekruten, der gerade die Aufnahmeprüfung der God Eater bestanden hat. Von hier an lernt ihr andere Kämpfer kennen und erlebt, wie sich der Kampf der Menschen gegen die Aragami zunehmend zum Guten entwickelt. Besondere Höhepunkte oder Wendungen stehen dabei nicht auf der Tagesordnung. Der Fokus des Spiels liegt offensichtlich auf den Kämpfen, wodurch die Handlung recht einfach ausfällt.

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God Eater 2 - Burst und God Eater - Resurrection: Götterdämmerung auf Japanisch

So erlebt ihr das gängige Repertoire einer Seifenoper inklusive kleiner Intrigen, Machtkämpfe, Freundschaft und Romantik. Interessiert euch die Geschichte nicht, könnt ihr die Abschnitte recht schnell überspringen, müsst allerdings dennoch öfters Abstecher in die anderen Bereiche eurer Basis unternehmen. Diese sind weder groß, noch besonders aufregend, was dem Unterhaltungswert der Handlung auch nicht gerade zuträglich ist.

Lehrt die Götter das Fürchten

Wie auch der Vorgänger besteht God Eater 2 - Rage Burst aus einer ähnlichen Rezeptur wie beispielsweise Monster Hunter Generations. Das bedeutet, dass ihr entweder gerade in der Blood-Basis eure Ausrüstung optimiert und euch auf den nächsten Kampf vorbereitet oder auf einer Mission unterwegs seid. Letztere werfen euch in ein abgesperrtes Areal, in dem ihr alle Gegner beseitigt. Hier gewonnene Belohnungen investiert ihr anschließend wieder in Verbesserungen und so weiter.

An diesem spartanischen Info-Schalter startet ihr neue Missionen.An diesem spartanischen Info-Schalter startet ihr neue Missionen.

In den Kämpfen sind die Abläufe meist recht ähnlich. Ihr betretet mit euren Begleitern das Zielgebiet und rennt der Reihe nach zu den wütenden Aragami und erledigt sie. Hierfür stehen euch mit den God Arcs interessante Waffenkombinationen zur Verfügung, die einen schnellen Wechsel zwischen Nah-, Fernkampf und Blocken zulassen. Zusätzlich wohnt jeder God Arc ein Jäger inne. Dieses geisterähnliche Wesen lässt sich von euch beschwören, um aus den erlegten Aragami wertvolle Ressourcen herauszubeißen. Und das ist wörtlich gemeint!

Da ihr eure Waffe je nach Situation verändern könnt, verlaufen die Kämpfe dynamisch. Je nach Distanz und Gegner wählt ihr schnell die richtige Waffe und Technik. Gezielte Schüsse aus der Distanz lähmen beispielsweise euren Gegner, damit ihr anschließend mithilfe eures Schwertes verheerende Schäden verursachen könnt. Je nachdem welche Methoden im Kampf ihr bevorzugt, habt ihr andere Möglichkeiten. Einen Großteil des Spaßes mit God Eater 2 - Rage Burst rührt von dem Umstand, dass Herumprobieren mit Taktiken und Gerätschaften nicht nur Spaß macht, sondern auch etliche Anpassungsmöglichkeiten mit sich bringt.

Jeder Stil hat seine Mittel

Da ihr nicht nur euch, sondern auch eure Begleiter mit neuer Ausrüstung versorgt, können die Ruhephasen schon ein mal etwas länger ausfallen. Zudem könnt ihr hier fehlende Komponenten auch einfach herstellen, Unnötiges verkaufen und eure Optik anpassen. Während letztere Option etwas mager ausfällt, habt ihr in Hinblick auf eure Waffen und Rüstungen eine umfangreiche Auswahl.

Im Kampf wechselt ihr rasch zwischen den Ausrichtungen eurer Waffe.Im Kampf wechselt ihr rasch zwischen den Ausrichtungen eurer Waffe.

Zum Beispiel entscheidet ihr hier über die vier Komponenten eurer Waffe God Arc. Möchtet ihr beispielsweise lieber großflächige Nahkampfschäden verursachen, setzt ihr auf eine Sense. Sollen es gezielte Treffer mit ordentlicher Wucht sein, verwendet ihr einen Speer. So verhält es sich auch bei den Schusswaffen. Von Schrotflinte bis Großkaliber stehen euch charakteristische Gewehre zur Verfügung. Bei eurem Schild entscheidet ihr euch zwischen Agilität und Abwehr. Hierfür habt ihr die Auswahl zwischen drei Ausrichtungen. Zu guter Letzt entscheidet ihr über euren God Eater.

Als wären das nicht schon genug Variationsmöglichkeiten, könnt ihr jede Komponente immer wieder veredeln und sogar mit neuen Fähigkeiten ausstatten. Und falls euch das noch nicht genug ist, habt ihr die Wahl zwischen Kugeln und Kugel-Kombinationen, die ihr auf eure Gegner feuert oder verwendet, um Verbindungsangriffe mit euren Begleitern auszuführen. So könnt ihr euren Spielstil optimal ergänzen und sämtliche Aspekte eurer Ausrüstung genau auf eure Vorlieben abstimmen. Das ist die Stärke von God Eater 2 - Rage Burst und vor allem der Grund dafür, warum es bei manchen Kritikpunkten leicht fällt, darüber hinweg zu sehen.

Herbe Schnitzer in der Darstellung

Ein wesentlicher Kritikpunkt bezieht sich vor allem auf die Umsetzung der PS4- und PC-Fassungen. Während letztere wenigstens eine hohe Bildwiederholungsrate und ein paar extra Verbesserungsmöglichkeiten in Sachen Grafik hat, leiden doch beide unter der Tatsache, dass God Eater 2 - Rage Burst einst für die PS Vita entwickelt wurde. Besonders die Texturen und die Einblendungen lassen keinen Zweifel daran, dass die Darstellung zunächst für einen kleinen Bildschirm bestimmt war.

Die Texturen wirken auf großen Bildschirmen flach und matschig.Die Texturen wirken auf großen Bildschirmen flach und matschig.

Auch die Umgebungen der Schlachtfelder sind detailarm und langweilig. Manche der Abschnitte passen noch nicht einmal richtig aneinander und erwecken hier und da den Eindruck eines explodierten Level-Editors. Darunter leidet die Atmosphäre natürlich, was irgendwie schade ist. Denn während die Umgebung nach Einheitsbrei aussieht, begegnen euch imposante Kreaturen, die mit deutlich mehr Liebe zum Detail gestaltet wurden. Ihr solltet in den Kämpfen also mindestens ein halbes Auge zudrücken und euch auf das eigentliche Geschehen konzentrieren.

Auf Seiten der Akustik gibt es ebenfalls Abzüge. Dabei ist es weder die Auswahl der Sprecher noch die der Musik, die für die Kritik verantwortlich sind. Auch wenn die Lieder nicht immer richtig passen, sind doch ganz nette Stücke dabei. Doch es ist die Qualität der Stimmen, die das Spielerlebnis trübt. Es ist wirklich ein Rätsel, wie deart schlecht aufgenommene Tonschnipsel es in das Spiel geschafft haben. Stellt euch ein Hörspiel aus einem alten Transit-Radio vor und ihr habt ein ungefähres Bild von dem, was euch hier erwartet. So sollten Stimmen in einem Spiel heutzutage eigentlich nicht klingen.

Gemeinsames Gemetzel

Erfreulicher ist da schon der Umfang von God Eater 2 - Rage Burst. Neben den Story-Missionen, die sich im Wesentlichen nur durch die Zugabe von ein paar Zwischensequenzen abheben, habt ihr eine große Auswahl an Aufgaben. Zusätzlich stehen euch spezielle Kapitel zur Verfügung, die der ursprünglichen Fassung des Spiels hinzugefügt wurden. So gibt es in jedem Fall reichlich zu tun.

Über eine zu kleine Auswahl an Missionen könnt ihr euch nicht beschweren.Über eine zu kleine Auswahl an Missionen könnt ihr euch nicht beschweren.

Möchtet ihr euch gerne von echten Spielern anstelle von computergesteuerten Figuren begleiten lassen, könnt ihr God Eater 2 - Rage Burst auch online starten. In diesem Fall könnt ihr in einer Gruppe von bis zu vier Spielern eure Aufträge erledigen. Da die Spielmechaniken es zulassen, dass ihr gemeinsame Taktiken verwendet und eure Ausrüstung aufeinander abstimmt, sticht der Online-Mehrspieler-Modus auf jeden Fall positiv hervor.

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Tags: Anime   Singleplayer   Multiplayer   Fantasy  

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