Test Dragon Quest 7 - Fragment der Vergangenheit: Bringt die Welt zurück

von Thomas Nickel (13. September 2016)

Lange mussten wir auf die Lokalisation dieser Rollenspielperle warten. Aber es hat sich gelohnt!

Manchmal ist die Welt wirklich klein. Am Anfang von Dragon Quest 7 - Fragmente der Vergangenheit ist sie das im wahrsten Sinne des Wortes. Es gibt nur einen großen, weiten Ozean und eine kleine Insel mit einer Stadt, einem Schloss, einem verschlafenen Fischerdorf und ein paar verfallenen Tempeln. Dort lebt ihr als Sohn eines mutigen, allseits geachteten Fischers in den Tag hinein. Allzu spannend ist das noch nicht, aber gemeinsam mit euren Freunden, dem rebellischen Prinzen Gismar und der verwöhnten Bürgermeistertochter Maribel macht ihr eine Entdeckung, die das Schicksal der Welt für immer verändern wird.

Die Welt war tatsächlich nicht immer nur leer. Doch schreckliche Ereignisse in der Vergangenheit ließen alle Inseln und Landmassen bis auf eure eigenen in den Fluten des Meeres versinken. Doch noch ist nicht alles verloren: Mit Hilfe von mysteriösen Steintafeln reist ihr in die Vergangenheit, um all die Probleme der Menschen dort zu lösen, und so zu verhindern, dass Insel um Insel im Meer versinkt.

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Rettet die Welt in Dragon Quest 7

Und tatsächlich: Nach und nach tauchen die ehemals verschwundenen Landmassen zur großen Überraschung eurer Mitmenschen wieder auf. Und so rettet ihr die versunkene Welt Stück für Stück, findet neue Mitstreiter und kommt langsam aber sicher dem wahren Grund für die Katastrophe auf die Spur

Weltenrettung wie vor 16 Jahren

Bereits im Jahr 2000 erschien Dragon Quest 7 für die erste PlayStation. Im Vergleich zur damaligen Konkurrenz sah das 3D-Abenteuer schon bei seinem Erscheinen ziemlich schwach aus. Trotzdem verkaufte Anbieter Enix, damals noch nicht mit Konkurrent Square verbunden, alleine in Japan mehr als vier Millionen Exemplare des Abenteuers. Kurz darauf kam das Spiel auch als Dragon Warrior 7 in die Vereinigten Staaten, Europa ging dagegen leer aus.

Die Truppe wetzt über die Weltkarte.Die Truppe wetzt über die Weltkarte.

Auch bei der bereits 2013 erschienenen Neufassung für den 3DS sah es zunächst so aus, würden wir wieder in die Röhre schauen, doch schließlich fasste sich Nintendo selbst ein Herz und sorgte für die Lokalisation. Zwar ist Dragon Quest in Europa noch lange nicht so populär wie in Japan, wo die Serie mittlerweile so eine Art nationale Institution darstellt, trotzdem kann Dragon Quest, nicht zuletzt dank exzellenter DS-Spiele wie Dragon Quest - Die Hand der Himmelsbraut und natürlich Dragon Quest 9 - Hüter des Himmels, mittlerweile auf eine stattliche Anhängerschaft blicken.

Die bekommt jetzt mit Dragon Quest 7 - Fragmente der Vergangenheit genau das, worauf sie seit nunmehr gut fünf Jahren wartet. 2011 kam mit dem DS-Spiel Dragon Quest 6 - Wandler Zwischen den Welten das bislang letzte klassische Dragon Quest nach Deutschland. Serienkenner sehen sofort die Parallen zwischen dem sechsten und dem siebten Teil der Reihe. Doch zwischen der jüngsten DS-Episode und diesem 3DS-Abenteuer hat sich vor allem in technischer Hinsicht so einiges getan!

Anstelle der 2D-Figuren der DS-Spiele erleben in Dragon Quest 7 komplett ausmodellierte 3D-Helden spannende Abenteuer. Die Umgebungen kommen viel, viel detaillierter daher als noch bei den drei DS-Neuaflagen. Ein großer Teil der Musik wurde orchestral eingespielt und klingt vor allem über Kopfhörer richtig gut. Und die wichtigste spielerische Neuerung sind wohl die nun stets sichtbaren Gegner. Hier werder ihr nicht mehr nach dem Zufallsprinzip einfach so aus dem Blauen heraus angegriffen, alle Ungeheuer sind bereits von weitem zu sehen und können mit ein wenig Geschick auch umgangen werden.

Klassische Stärken

In den Kämpfen selbst verzichtet Dragon Quest 7 auf unnötige Experimente. Zunächst sehr ihr eure Widersachen frontal und gebt eurer Truppe Befehle. Per Menü greift ihr an, heilt, führt Spezialschläge aus, beschwört magische Donnerwetter herauf oder nehmt eine defensive Haltung an, wenn der Feind im Begriff ist, eine besonders harte Attacke zu starten. Ihr sammelt Geld und Erfahrungspunkte, steigt Stufe um Stufe auf und werdet so immer stärker.

Der blaue Schleim gehört einfach zu Dragon Quest.Der blaue Schleim gehört einfach zu Dragon Quest.

In den ersten Spielstunden gibt es in Sachen Kampfsystem keine großen Überraschungen, fast schon wirkt die Charakterentwicklung etwas simpel. Doch das ändert sich, sobald ihr das Klassensystem freischaltet. Dann erwarten euch spannende Berufungen, die nur so zum Experimentieren einladen! Mit guten 30 Professionen ist die Auswahl groß. Natürlich könnt ihr euch ganz klassisch für Klassen wie Kampfkünstler, Dieb oder Krieger entscheiden.

Alle Fähigkeiten die ihr in diesen Berufungen erlernt, behaltet ihr permanent. Spannend wird es dann, wenn ihr die ersten Kombiklassen erhaltet: Habt ihr den Krieger und den Kampfkünstler auf eine hohe Stufe trainiert, dann wird beispielsweise der Gladiator freigeschaltet. Egal ob Priester, Hirte, Seemann oder Tänzer, jede Berufung hat ihre individuellen Stärken. Ihr könnt sogar Monsterberufungen erlernen - Langeweile in Sachen Charakterentwicklung ist damit quasi ausgeschlossen.

Verschiebt die Steine, um den Weg frei zu machen.Verschiebt die Steine, um den Weg frei zu machen.

Aber natürlich wird nicht nur gekämpft. Auch die Erforschung der Welt, das gründliche Absuchen der verzweigten Labyrinthe und ausgiebige Gespräche mit anderen Figuren kommen hier nicht zu kurz. Auch ein paar Rätsel dürft ihr gelegentlich lösen: Bereits im ersten Dungeon kommt ihr nur voran, wenn ihr bunte Steine passend verschiebt und euch so den Weg frei macht. Außerdem kommt ihr nur voran, wenn ihr fleißig nach den eingangs erwähnten Steintafeln sucht. Nur dann dürft ihr weitere Inseln in der Vergangenheit bereisen.

Abenteuer für Ausdauernde

Gerade dieses Element war im PlayStation-Original damals durchaus kontrovers, konnte man dort doch schnell mal eine entscheidende Tafel übersehen - und im schlimmsten Fall steckte man dann erstmal fest und musste die komplette bisher erforschte Welt nach dem fehlenden Fragment durchkämmen. Das wurde hier stark entschärft. Ihr habt nun einen Sensor im Gepäck der euch zuverlässig anzeigt, ob sich in eurer Umgebung ein Tafelfragment befindet oder nicht. Das spart eine Menge Sucherei und sorgt für einen schnelleren Spielverlauf.

Maribel nimmt nur selten ein Blatt vor den Mund.Maribel nimmt nur selten ein Blatt vor den Mund.

Ebenfalls neu sind die Streetpass-Unterstützung und die Online-Anbindung. So bekommt ihr neue, optionale Tafelfragmente. Über die betretet ihr neue Labyrinthe voller mächtiger Gegner und Gegenstände, vor allem erfahrene Spieler dürfen sich hier austoben. Aber keine Angst, wollt ihr Dragon Quest 7 einfach nur ganz normal durchspielen, so geht das natürlich auch ganz ohne Streetpass und Internet. Und genug zu tun habt ihr auch so. Selbst wenn ihr schon im PlayStation-Import gute 100 Stunden in das Mammut-Rollenspiel gesteckt habt, bietet diese Neuauflage doch genügend Stoff, um einen weiteren Durchgang zu rechtfertigen.

Überhaupt wurde das Spiel im Vergleich zum PS-Original stark optimiert. Nicht nur die Präsentation profitiert, auch der Spielverlauf selbst! Bestes Beispiel: Im Original dauerte es gute zwei Stunden, bis es überhaupt mal zum ersten Kampf kommt - das geht hier schon ein wenig schneller. Trotzdem ist Dragon Quest 7 aber ein Spiel, das sich Zeit lässt. Ihr hetzt hier nicht von Storywendung zu Storywendung, stattdessen erforscht ihr in Ruhe die Welt und erfreut euch an den vielen kürzeren, in sich abgeschlossenen Geschichten, die mal spannend, mal witzig und durchaus auch mal traurig daherkommen.

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Tags: Fantasy   Remake   Singleplayer  

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