Test World of Warcraft - Legion: Ein Fest für Passionierte und Einsteiger

von Michael Krüger (12. September 2016)

Veteranen und MMORPG-Frischfleisch aufgepasst! Der Titan unter den Online-Rollenspielen fährt große Geschütze auf und verspricht sowohl geübten als auch neuen Spielern eine Menge Spaß.

World of Warcraft (WoW) ist auch zwölf Jahre nach der ursprünglichen Veröffentlichung zweifelsohne das bekanntesten und beinigen bestimmt auch das beliebtesten Online-Rollenspiel (MMORPG). Mit jeder Erweiterung wächst die Spielwelt, Wünsche der Spieler werden in die Tat oft umgesetzt und neue Spielmechaniken locken für weitere Stunden. Wer nicht von Anfang an dabei ist, hat eine Menge nachzuholen - sofern er das möchte. Denn spätestens wenn neue Inhalte erscheinen, gehen bereits veröffentlichte Zusatzpakete in das Grundspiel über und gehören zum einfachen monatlichen Abonnement.

Nun ist der Zusatzinhalt World of Warcraft - Legion erhältlich. Nachdem Warlords of Draenor zuvor bei einigen Spielern für Unmut sorgte, verspricht diese Erweiterung nun alles besser zu machen. Eine neue Geschichte und Optimierungen wesentlicher Mechaniken sollen ein rundes Paket schnüren, dass nicht nur alteingesessene Spieler, sondern auch Neulinge begeistert. Hat Entwickler Blizzard dieses Ziel erreicht?

Gehört ihr zu denjenigen, die bislang noch keinen Schritt in die Welt von World of Warcraft gesetzt haben, stehen euch mehrere Möglichkeiten für euren ersten Besuch zur Verfügung. Ihr könnt das Spiel von vorne beginnen oder aber mit einer Klasse eurer Wahl direkt bei den Ereignissen von Legion einsteigen. Einen besonderen Einstieg bekommt ihr mit der neuen Klasse "Dämonenjäger". Was euch jede dieser Möglichkeiten bringt und was die neue Erweiterung so besonders macht, erfahrt ihr in den folgenden Absätzen.

Erste Schritte als Dämonenjäger

Habt ihr zuvor noch nie World of Warcraft gespielt, wollt ihr eventuell nicht direkt mit den Inhalten Erweiterung Legion starten. Hier wird generelles Wissen über die Welt von World of Warcraft voraus gesetzt. Dieses könnt ihr aber auch zu gegebener Zeit nachträglich sammeln. Die passenden Missionen sind dann allerdings nicht gerade ertragreich, da ihr bereits eine zu hohe Stufe besitzt.

Hier beginnt eure Reise bei Stufe 1.Hier beginnt eure Reise bei Stufe 1.

Entscheidet ihr euch dafür, direkt bei Stufe 100 zu starten, steht euch die Freie Wahl eines Helden. Seid ihr euch nicht sicher, welche Klasse ihr spielen wollt, könnt ihr zunächst auch Testcharaktere anlegen. Ihr werdet automatisch mit angemessener Ausrüstung versorgt und beginnt direkt die Erweiterung Legion. Gefällt euch dieser Charakter, könnt ihr die Aufwertung aktivieren und einfach weiterspielen. Das ist vor allem für die Neulinge unter euch, die sich noch nicht sicher mit der Wahl ihrer Spielfigur sind, eine super Option.

Die neue Klasse Dämonenjäger startet ihr ungeachtet dieser Mechanik auf Stufe 98. Auf diese Weise bleibt euch der Start von Legion aus Sicht dieser Gattung in jedem Fall erhalten. Freischaltbare Talente sind so platziert, dass ihr sie in einem angenehmen Rhythmus auf dem Weg zur neuen Stufenbegrenzung erhaltet. Das neue Limit liegt fortan bei 110. Ihr werdet also auch mit einem aufgestuften Helden noch ein paar Aufstiege mitbekommen, allerdings deutlich weniger, falls ihr das Spiel von vorne beginnt.

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Das ist World of Warcraft - Legion

Beginnt ihr World of Warcraft jetzt von vorne, dann könnte euch der Einstieg etwas irritieren. Seit der Erstveröffentlichung sind nicht nur bereits knapp zwölf Jahre vergangen, die Konkurrenz hat auch nicht geschlafen. Es kann also durchaus sein, dass ihr die ein oder andere Komfortfunktion, die ihr mittlerweile aus anderen Spielen gewohnt seid, hier erst einmal vermisst.

Das erste Mal WoW

Zunächst einmal besticht World of Warcraft durch einen eigenwilligen Stil. Besonders aus heutiger Sicht wirkt es auf den ersten Blick kantig. An solchen Stellen wird das Alter deutlich. Da alles aber scharf ist, seht ihr darüber vermutlich schnell hinweg. Immerhin ist die Gestaltung großartig. Selbst wenn ihr World of Warcraft nie gespielt habt, kennt ihr Figuren daraus eventuell aus Hearthstone oder Heroes of the Storm. Dass ihr sie wieder erkennt, liegt an der einprägsamen Umsetzung. Dieser könnt ihr einen gewissen Charme sicher nicht absprechen. Zudem ist die Umgebung von Details übersät und alles ist herrlich aufeinander abgestimmt. World of Warcraft ist spielgewordene Fantasy-Erzählung mit einer angenehmen Portion Zeichentrick.

Als Neuling habt ihr bei der Heldenerstellung die Qual der Wahl.Als Neuling habt ihr bei der Heldenerstellung die Qual der Wahl.

Zu Beginn erwartet euch die Sorte von Missionen, wie sie mittlerweile bei Online-rollenspielen Standard sind. Ihr bekämpft kleine Gruppen von Ungeheuern, redet mit diversen Spielfiguren und bereist zunehmend entferntere Gebiete. Dabei bekommt ihr nach und nach alle Spielmechaniken vermittelt, auf denen World of Warcraft aufbaut. Im Handumdrehen kennt ihr euch mit den ersten Gebieten aus und bekommt ein Gefühl für die Spielwelt. Auch wenn neuere Spiele bestimmte Aspekte anders angehen, funktioniert auch World of Warcraft hier recht intuitiv. Der Fokus liegt ganz klar auf der Kommunikation. Computergesteuerte Figuren und andere Spieler weisen euch stets den Weg und liefern euch wertvolle Antworten.

Jetzt erst in die Welt von World of Warcraft abzutauchen hat noch einen weiteren positiven Effekt: Da in World of Warcraft - Legion auch die anderen **fünf Erweiterungen **enthalten sind, bekommt ihr eine riesige Menge an Inhalten, die darauf warten, von euch entdeckt zu werden. Glücklicherweise zeigen euch die Ladebildschirme immer, aus welcher Erweiterung die aktuelle Umgebung stammt. So verliert ihr nicht den Überblick und habt zumindest eine ungefähre Ahnung, ob sich euer Missionsziel wirklich in der Nähe befindet.

Die Geschichte um die Legion

Sollten euch die Zeitreisen und Geschichten von Paralleluniversen in Warlords of Draenor nicht gefallen haben, könnt ihr aufatmen. Wie es zu neuen Gebieten kommt, ist in Legion nämlich anders gelöst. Der fiese Hexenmeister Gul'dan teleportiert sich in eure Zeitlinie. Hier erscheint er auf einem zuvor verborgenen Kontinent. Dieser ist einer der Höhepunkte von Legion. Die verheerenden Inseln bieten euch nicht nur eine riesige neue Fläche, die ihr erkunden könnt, sondern eine große Variation in der Darstellung der Gebiete. Diese unterscheiden sich zudem durch Flora, Fauna und Gegner. Da sich die Stufe eurer Feinde an euch anpasst, könnt ihr die meisten Gebiete auch direkt bereisen. Zudem habt ihr mit Dalaran eine neue Hauptstadt, in der es viel zu erledigen und entdecken gibt.

Gul'dan hat finstere Pläne.Gul'dan hat finstere Pläne.

Nachdem Gul'dan nun auf den Verheerten Inseln auftaucht, macht er sich direkt zum Grabmal von Sargeras auf und beschwört die Legion von Azeroth. Im Handumdrehen überfluten Dämonen-Horden die Welt. Als wäre das nicht schlimm genug, will Gul'dan auch Sargeras selbst beschwören, damit dieser abermals seine Legion anführen kann. Damit wäre die Welt von Azeroth dem Untergang geweiht.

Eure Aufgabe ist es nun, Gul'dan und der Legion das Handwerk zu legen. Das geht allerdings nicht ohne den Einsatz mächtiger Waffen. Hier kommen die neuen Artefakt-Waffen ins Spiel. Nachdem ihr euch für ein Exemplar entschieden und dieses beschafft habt, könnt ihr es durch Artefakte aufstufen und dank eines eigenen Talentbaums durch neue Fähigkeiten erweitern. So habt ihr nicht nur während dem Verlauf der Handlung etwas von eurem neuen Spielzeug.

Dämonenjäger - eine Klasse für sich

Möchtet ihr Legion direkt von seiner beeindruckendsten Seite erleben, beginnt ihr das Spiel mit der neuen Klasse Dämonenjäger. Startet ihr das Spiel nämlich mit einem Helden der Klasse Dämonenjäger, erlebt ihr einen komplett eigenständigen Einstieg in die Handlung. Diese zeigt zunächst Ereignisse, die 15 Jahre in der Vergangenheit liegen. Hier kämpft ihr an der Seite anderer Dämonenjäger in Mardum, der Welt der Dämonen. Später werdet ihr gebeten, für das richtige zu kämpfen und so trefft ihr nach vielen Kämpfen irgendwann im Azeroth der Gegenwart ein. Während dieser turbulenten und adrenalingeladenen Reise erledigt ihr eine Menge Missionen und lernt grundlegende Spielmechaniken, aber auch die Besonderheiten der neuen Klasse.

Als Dämonenjäger bekommt ihr ein stilsicheres Reittier.Als Dämonenjäger bekommt ihr ein stilsicheres Reittier.

So verfügen Dämonenjäger über einen Doppelsprung. Ist euch das nicht hoch genug, könnt ihr durch erneutes Drücken der Sprung-Taste eure Flügel ausbreiten und dahingleiten. Dabei geht es allerdings immer nur abwärts. Besonders in der Dämonenwelt Mardum ist es oft praktisch, dass ihr ganze Hügel hinunter segeln könnt. Das macht die Klasse der Dämonenjäger recht flink, was dem Tempo des Spiels zugute kommt.

Eine weitere Besonderheit ist die Tatsache, dass Dämonenjäger nur über zwei Spielweisen verfügen, die im ersten Schritt auch bindend sind. Ihr entscheidet euch hier zwischen Verwüstung und Rachsucht. Während letztere Ausrichtung euch zu einem "Tank" macht, setzt die andere auf viel Schaden pro Sekunde. Ihr könnt also entweder gut einstecken und seid dafür etwas langsamer oder ihr seid flink und teilt böse aus. Je nachdem für welche Spezifikation ihr euch entscheidet, stehen euch natürlich andere Angriffe und Fähigkeiten zur Verfügung. So könnt ihr als Verwüster beispielsweise eure Augenbinde entfernen und den todbringenden Blick eurer Dämonenaugen entfesseln.

Beide Ausrichtungen erlauben euch zudem, dass ihr euch in einen ausgewachsenen Dämonen verwandelt, der mehr aushält und fieser zulangt. Gemeinsam mit den eben erwähnten Eigenheiten stellt der Dämonenjäger eine äußerst spaßige und kurzweilige Klasse dar. In Kämpfen gegen ebenbürtige Gegner geratet ihr auch gerne mal ins Schwitzen. Da es sich hier um eine Sorte Kämpfer handelt, die hauptsächlich auf Nahkampf setzt, seid ihr den Angriffen eurer Feinde oft ausgesetzt, was besonders beim Einsatz des Verwüsters schnelle Bewegungen erfordert. Da ist es auch kein Wunder, dass das wichtigste Attribut der Klasse die Beweglichkeit ist.

Für die Erstellung eures Dämonenjägers steht euch auf Seite der Allianz die Rasse Nachtelf und auf der Seite der Horde die Rasse Blutelf zur Verfügung. So oder so werdet ihr um spitze Ohren nicht herumkommen. Für das gewisse Extra bei der Erstellung eures Charakters sorgen diverse Hörner, Augenbinden und Tätowierungen. Auf Distanz werdet ihr vermutlich keine großen Unterschiede zwischen einzelnen Dämonenjägern erkennen, was allerdings eher am Farbschema liegt. Wie schon die Verpackung des Spiels vermuten lässt, erwartet euch vorrangig gleißendes Grün in der neuen Erweiterung.

Diese Einblicke bekommt ihr nur als Dämonenjäger.Diese Einblicke bekommt ihr nur als Dämonenjäger.

Natürlich macht es auch Spaß, Legion mit einer anderen Klasse zu spielen. Das steht außer Frage. Doch mit dem Dämonenjäger bekommt ihr einen ganz speziellen Einstieg, den ihr euch unbedingt anschauen solltet. Alleine schon die Dämonenwelt Mardum ist eine Wucht. Diese ist trotz ihrer überschaubaren Farbpalette abwechslungsreich. Selbst wenn ihr alle Nebenaufgaben erledigt, werdet ihr durchgehend gut unterhalten. Hierfür zeigen sich auch pompöse Zwischensequenzen verantwortlich. Diese sind nicht nur spannend inszeniert, sondern hier und auch kunstvoll umgesetzt. Langeweile kommt nicht auf.

Toll kämpfen und dabei gut aussehen

Eine ebenfalls tolle Neuerung in World of Warcraft Legion ist der neue Kleiderschrank. Hier haben sich die Entwickler die Transmogrifikation zur Brust genommen und ordentlich überarbeitet. Diese Mechanik mit dem schwierigen Namen, erlaubt es euch schon seit längerem, dass ihr das Aussehen von Ausrüstungsteilen verändert, ohne das Teil selbst zu verändern. So seid ihr nicht an eine bestimmte Optik gebunden, wenn ihr besonderen Wert auf die Attribute eines Ausrüstungsgegenstandes legt.

Diese Anpassung begeistert Einsteiger wie Veteranen.Diese Anpassung begeistert Einsteiger wie Veteranen.

Bisher war es jedoch hin und wieder recht mühsam das Aussehen eines Gegenstandes zu übertragen. Der Grund hierfür ist die Tatsache, dass ihr ihn behalten musstet. Nur zu wissen wie ein Gegenstand aussieht, reichte bislang nicht. Dadurch war das Inventar natürlich auch schneller belegt. Habt ihr euch um eine besondere Erscheinung bemüht, konnte das den ein oder anderen Nerv kosten.

Mit World of Warcraft - Legion gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Von nun an reicht es nämlich, dass ihr einen Gegenstand besessen habt. Ist dies der Fall wird er wie auch Reittiere und Haustiere eurer Sammlung hinzugefügt. Hier freigeschaltete Exemplare stehen euch bei der Transmogrifikation nun automatisch zur Verfügung und geben euch dadurch mehr Freiheiten bei der Anpassung eurer Optik. Glücklicherweise laufen in der neuen Hauptstadt viel reisende Händler umher, bei denen ihr gewünschte Änderungen vornehmen könnt. Somit stellt diese Veränderung eine positive Entwicklung in Sachen Komfort dar.

Weiter mit:

Inhalt

  • 1. World of Warcraft - Legion: Ein Fest für Passionierte und Einsteiger
  • 2. Meinung und Wertung

Tags: DLC   Fantasy   Multiplayer  

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