8 Geschichten zu Counter-Strike, die ihr noch nicht kanntet

(Special)

von David Dieckmann (29. September 2016)

Wenn ihr "Counter-Strike" hört, denkt ihr vielleicht an "Killerspiel"-Debatten, E-Sports und Steam. Aber auch an verrückte Briefe an Bill Gates, Drogen und Profi-Fußballer? CS ist ein Spiel, das eine Menge Geheimnisse birgt. Wir verraten euch acht davon.

Es begann 1999 mit Counter-Strike als Abspaltung von Half-Life: Counter-Strike erblickte die Welt und erstürmte die Festplatten von Spielern rund um den Globus. Selbst heute ist das Spiel in Form von Counter-Strike Global Offensive kaum wegzudenken. Ein Shooter, so verbreitet, dass wohl jeder Zweite von euch seine eigenen Geschichten von diesem Spiel erzählen kann. Acht der verrücktesten haben wir für euch zusammengetragen.

1. Bill Gates ist an allem Schuld - behauptet zumindest ein Spielefeind

Vielleicht sagt euch ja der Name Jack Thompson etwas. Der Herr war Anwalt, bevor ihm die Lizenz entzogen wurde, und setzt sich seit jeher für den Kampf gegen Videospiele ein. Laut Thompson können Spiele wie Grand Theft Auto - Vice City Minderjährige zu Gewalttaten verleiten - die alte Leier. Nebst dieser und anderer aus heutiger Sicht teils hanebüchenen Aussagen, hat Thompson auch eine besondere E-Mail in seinem Portfolio: Eine E-Mail an Bill Gates.

Counter-Strike ist vieles - aber sicher nicht von Microsoft entwickelt.Counter-Strike ist vieles - aber sicher nicht von Microsoft entwickelt.

In jener Mail bezieht sich Thompson auf den Amoklauf an der Virginia Tech von 2007. Der Täter: Ein Schüler, der vier Jahre vor seinem Amoklauf zum letzten Mal Counter-Strike gespielt hat. Für Thompson liegt der Beweis trotzdem auf der Hand: Das Spiel hat einen kaltblütigen Amokläufer aus dem Jungen gemacht. Und wer ist daran schuld? Bill Gates natürlich.

"Herr Gates, Ihre Firma ist potenziell gesetzlich haftbar für den Schaden, der an der Virginia Tech entstanden ist", heißt es in besagter Mail. Das Einzige, das Microsoft allerdings bis dato mit Counter-Strike zu tun hatte, war der Verlag der Xbox-Version des Spiels. Bill Gates dürfte sich, sollte die Mail seinen Schreibtisch erreicht haben, sehr gewundert haben.

2. Der Profi ohne Glieder: "handi" hat es richtig drauf

Profispieler in Counter-Strike gibt es heutzutage viele. Kein Wunder - schließlich war das frühe Counter-Strike 1.5 auf Basis von Half-Life eines der ersten Spiele, in denen Profi-Turniere ausgetragen wurden. Nebst den meist jungen und mit katzenartigen Reflexen gesegneten Spielern der heutigen Profi-Szene gibt es da noch einen Mann, der besondere Aufmerksamkeit verdient: Michael "handi" Olson.

Olson hat weder Arme noch Beine. Das hält ihn aber nicht davon ab, besser in Counter-Strike zu sein, als die meisten anderen Spieler. Seine Art zu spielen mag auf den ersten Blick unbeholfen aussehen, hat ihm allerdings bereits eine Menge Ruhm eingebracht. Zum Beweis hier ein Video, in dem er demonstriert, was er mit vier Kugeln aus einer Pistole Marke Desert Eagle anstellen kann:

Mehr von Olson gibt es übrigens auf Youtube und Twitch.

3. Messerkampf wegen Messerkampf: Der Verrückte Rivale

Eine ebenso absurde wie beschämende Geschichte erwartet euch an dieser Stelle. Eine Geschichte von zwei Rivalen und zwei Messern - leider allerdings nur einem virtuellen. Weil er einen Messerkampf in Counter-Strike gegen seinen Gegner verlor, verbrachte ein 20-jähriger Franzose im Jahr 2010 ein halbes Jahr damit, seinen Gegenspieler in der echten Welt ausfindig zu machen. Als er sein Opfer endlich fand, stach er ihm ein echtes Küchenmesser in die Brust - gerade mal ein paar Zentimeter an seinem Herzen vorbei.

Der Täter wurde binnen kürzester Zeit verhaftet und wegen schwerer Körperverletzung zu zwei Jahren Gefängnisstrafe verurteilt. Angeblich sagte er bei seiner Verhaftung aus, er habe seinen Rivalen dafür ausradiert wissen wollen, dass er seinen Charakter umbrachte.

Die Originalmeldung von 2010 gibt es bei der englischsprachigen Seite Telegraph.

4. Stuart Holden - Fußballprofi mit CS-Geschichte

Eine kleine, harmlose Anekdote: Der (inzwischen ehemalige) Fußballprofi Stuart Holden spielte seinerzeit bei Sunderland, der US-Mannschaft Houston Dynamo und den Bolton Wanderers. Was er damals nicht so gerne hörte, war jedoch seine "andere Profi-Karriere". Der Mann spielte nämlich vor seiner Rasenzeit professionell Counter-Strike.

Stuard Holden hat gleich zwei Sportarten professionell betrieben: Fußball und Counter-Strike.Stuard Holden hat gleich zwei Sportarten professionell betrieben: Fußball und Counter-Strike.

Derartige Aktivitäten sind gerade bei Fußballprofis oft ungerne gesehen, weil sie als Personen der Öffentlichkeit gleichzeitig Werbeträger darstellen. Werbekunden bevorzugen zumeist Menschen als ihre Markenbotschafter, deren Hobbies niemandem übel aufstoßen können.

Auf Stuart Holdens Wikipedia-Seite tauchte der Eintrag über seine CS-Karriere immer wieder auf und wurde dann wieder gelöscht - vermutlich von ihm selbst. Irgendwer hatte allerdings wohl seine Freude daran, die Wikipedia-Seite jedes Mal wieder um den CS-Eintrag zu ergänzen. Heutzutage, nach seiner Karriere als Fußballprofi, scheint der Eintrag dauerhaft dort verankert zu sein.

5. Stress mit der Schule - wegen einer Karte

Diese Geschichte dürfte von den hier aufgeführten noch am bekanntesten sein. Im Jahr 2007 brachte es ein Schüler an einer texanischen High School fertig, eine Karte in Counter-Strike zu bauen, die seiner Schule nachempfunden war. Er stellte die Karte öffentlich auf seiner Webseite zum Download bereit - und bekam sogleich die Quittung: Einen Tag nach dem Amoklauf an der Virginia Tech (siehe Punkt 1) bekam die Schule des Kartenbastlers einen Anruf von einem besorgten Elternteil. Der eigene Sohn spiele ein gewalttätiges Spiel in einer Umgebung, die der Schule ähnele, so hieß es.

Gerade einen Tag nach einem Amoklauf wird ein solcher Vorfall sicherlich anders betrachtet, als zu ruhigeren Zeiten. Der Schüler wurde prompt von seiner Schule suspendiert und sorgte mit seiner Aktion für einen Aufschrei, der so laut war, dass er es bis in die hiesigen Nachrichten schaffte.

Gegenseiten versuchten zwar damals zu erklären, dass es normal sei, in derartigen Spielen Karten von Orten zu basteln, die einem selbst gut bekannt sind. Allerdings bekamen diese Stimmen damals recht wenig Aufmerksamkeit. In jedem Fall können wir euch nur davon abraten, Karten von eurer Schule oder anderen öffentlichen Orten in Shootern zu basteln und unter eurem Namen zum Download anzubieten.

6. Wettbetrug: Jetzt auch in Counter-Strike

Wo gewettet wird, wird nicht selten manipuliert - dieses Phänomen kennen Freunde herkömmlicher Sportarten wohl längst. Man denke etwa an den Fußball-Wettskandal von 2009. Einmal schaffte es diese kriminelle Machenschaft sogar in ein professionelles CS-Turnier.

Im Fußball schon ein bekanntes Verbrechen: Wettbetrug.Im Fußball schon ein bekanntes Verbrechen: Wettbetrug.

Im Jahr 2014 kam besagte Geschichte ans Licht: Im Zuge eines Turnieres spielten die beiden Mannschaften NetcodeGuides und iBUYPOWER gegeneinander. Erstere ein recht solides Team, Letztere ein Teil der absoluten Crème de la Crème der E-Sports-Szene. Niemand zweifelte am Sieg von iBUYPOWER. Doch die NetcodeGuides gewannen das Spiel. Bereits während der Partie beschwerten sich Zuschauer, das Spiel gehe nicht mit rechten Dingen zu.

Der Journalist Richard Lewis veröffentlichte in einem Artikel, einige belastende Screenshots eines Chat-Verlaufes. Hier verrät ein vermeintliches Mitglied von NetcodeGuides bereits während des Spiels, dass der Gewinner schon feststeht und dass er auf einer Waffenskin-Wettseite eine nicht unerhebliche Summe Geld in Form von Waffenskins auf das richtige Ergebnis gesetzt hat. Das Team NetcodeGuides bestreitet den Wettbetrug allerdings.

Die komplette Geschichte könnt ihr euch auf der englischsprachigen Seite Dailydot ansehen.

7. Counter-Strike auf Adderall - ist das jetzt Doping?

Wo es Sportarten auf professionellem Niveau gibt, da gibt oder gab es auch Doping - künstliche Leistungssteigerung durch Medikamente und ander Chemikalien. Im E-Sports-Bereich ist das neuerdings auch ein Thema. Nachdem bereits Anfang 2015 erste Doping-Berichte von E-Sportlern die Runde machten, gab Mitte des Jahres ein Profi-Spieler in Counter-Strike Global Offensive offen zu, dass alle Spieler auf Turnieren auf Adderall waren.

Doping ist unschön - auch im digitalen Sport.Doping ist unschön - auch im digitalen Sport.

Adderall ist ein Medikament, das eigentlich für Menschen mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) gedacht ist. Auf einen Menschen ohne diese Störung wirkt Adderall aufputschend und steigert die Konzentration. Kein Wunder, immerhin enthält Adderall ein Amphetamin - also ein Mittel aus der gleichen Kategorie wie Speed und andere aufputschende Drogen.

Diverse E-Sports-Organisationen haben bereits angekündigt, Drogentests auf Turnieren zu verschärfen. Je nach Doping- und Drogentest-Richtlinie könnte ein Adderall-Verbot jedoch problematisch für all jene Spieler sein, die wirklich an ADHS leiden.

8. Piraten-Modus für CS:GO

Zu guter Letzt, und nicht zuletzt, um die gedrückte Stimmung rund um Attentate, Amokläufe und Drogenmissbrauch etwas aufzulockern: Ein kleiner, lustiger "Hack" für alle CS:GO-Spieler unter euch: Mit einem kleinen Trick könnt ihr das Spiel in "Piratensprache" spielen, also alle Schriften wie Menüpunkte in einen anderen Dialekt abändern.

Den Piraten-Modus gibt es nur auf Englisch - ist aber lustig!Den Piraten-Modus gibt es nur auf Englisch - ist aber lustig!

Dafür klickt ihr einfach rechts auf das Spiel in eurer Steam-Bibliothek. Geht jetzt auf "Eigenschaften" (oder "Properties") und auf "Startoptionen" (oder "Launch Options"). jetzt könnt ihr in einer Kommandozeile das Kommando "-language pirate" (ohne Anführungszeichen) eingeben - und schon erhaltet ihr das Spiel beim nächsten Start in Piratensprache. Viel Spaß!

Ihr kennt selbst noch verrückte Geschichten aus, in und um Counter-Strike?

Tags: Fun   Multiplayer   Mod  

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