Brauchen wir wirklich die ganzen Verfilmungen von Videospielen?

(Kolumne)

von Matthias Kreienbrink (07. Oktober 2016)

Holerö! Gerade erst wurdet ihr mit der Nachricht beglückt, dass Gears of War verfilmt werden soll. Damit reiht sich die Spielereihe in einen illustren Reigen an Videospielen ein, die zu Filmen gemacht wurden oder noch gemacht werden sollen. Doch braucht das eigentlich wirklich irgendjemand?

Gears of War: Bietet die Spielereihe wirklich genug Stoff, um daraus einen Film zu machen?Gears of War: Bietet die Spielereihe wirklich genug Stoff, um daraus einen Film zu machen?

Eine Kolumne ist eine gute Möglichkeit, um ein Gedankenspiel anzustellen. Sich einmal voll und ganz einer Meinung zu verschreiben - auch wenn man sonst vielleicht durchaus differenzierter denkt. Und so möchte ich an dieser Stelle steif und fest sagen, dass wir Videospielverfilmungen nicht brauchen!

Dazu habe ich mir zwei Thesen überlegt::

1. Videospiele sind nicht das richtige Medium, um als Stoff für einen Film zu dienen

2. Videospiele selbst sollten sich wieder vom Medium Film entfernen, sie werden zu "filmisch"

Wenn die Punkte euch interessieren, folgt mir doch einfach in der Ausformulierung:

  1. Das Videospiel lebt von Interaktivität. Ihr steuert einen Charakter, ein Auto, einen Block, ein Toastbrot. Anders als in einem Film, bei dem ihr euch zurücklehnt und zuschaut - der Film würde auch ohne euch laufen - geht im Videospiel nichts, solang ihr nicht den Controller in die Hand nehmt. Aufgrund dieses Umstands, dass Videospiele diese Mechanik haben und sie einen großen Teil jedes Spiels ausmacht, ist die Geschichte oftmals nicht der Fokuspunkt in der Entwicklung. Freilich gibt es gute Beispiele für Spiele, die die Balance aus Mechanik und Geschichte gut hinbekommen. Doch oftmals lebt ein Videospiel vom Eingreifen der Spieler, von eurem Steuern und Planen. Der Film hingegen lässt nur Passivität zu, er funktioniert ganz anders als ein Videospiel. Wieso also aus einem Gears of War - das selbst so stark von Actionfilmen der 80er Jahre inspiriert ist - einen Film machen? Ist es nur der Name? Dann handelt es sich also um eine leere Hülle, die genommen wird, um daraus einen zweistündigen Film zu wringen. Andererseits nehmen Entwickler selbst immer öfter das Medium Film als Stoff, um daraus ein Spiel zu modelieren.

  2. Ihr kennt das sicherlich, wenn ihr ein Spiel wie Uncharted 4 oder The Order 1886 beschreibt, greift ihr schnell zu dem Wort "filmisch". Darin findet der Umstand Ausdruck, dass viele Entwickler sich zum Ziel setzen, ein Spiel zu einem "Blockbuster" zu machen - auch ein Wort aus dem Filmbetrieb. Da ist auch weiter nichts verwerflich dran. Doch stellt sich mir die Frage, ob ein interaktives Medium wie das Videospiel wirklich zur Passivität des Films möchte. Wie schon erwähnt, lebt das Videospiel erst dann, wenn ihr den Controller in die Hand nehmt. Es lebt davon, dass ihr selbst der Erzähler seid, ihr selbst - bis zu einem gewissen Grad - den Inhalt des Spiels bestimmt. Ihr, als Spieler, macht das Spiel erst. Das Spiel ist nicht, es wird. Wieso also nicht von Videospielen eher im Sinne eines Improvisationstheaters denken, als immer nur an den Film? Damit könnten sich Türen zu mehr Interaktivität und Spontaneität öffnen - etwas, das dem klassischen Kino nicht eigen sein kann.

Ihr habt auch eine Meinung dazu? Dann diskutiert mit, hier in den Kommentaren.

Tags: Film  

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