Test Shadow Warrior 2: Brutal, schnell und gut

von Daniel Kirschey (23. Oktober 2016)

Ein Hoch auf den Anachronismus! Jahrelang bestimmten Ego-Shooter den Markt, die sich immer realitätsnaher entwickelten. Aus den damaligen Doom-Klonen, sind komplexe Spiele entstanden. Taktisches Vorgehen, Team-Mitglieder, hypergenaues Zielen ... und nach ein paar Treffern liegt die Spielfigur am Boden. Zudem wollen Kontrollpunkte eingenommen, Deckungen ausgenutzt und die richtige Waffenwahl getroffen werden.

Was das alles mit Shadow Warrior 2 zu tun hat? Nichts! Denn der zweite Teil rund um Hauptfigur Lo Wang ist wie schon Shadow Warrior ein angenehmer Anachronismus im Zeitalter der Call of Dutys und Battlefields. Wer hätte gedacht, dass einmal ein eigentlich altes Spielkonzept neuen, ja, sogar frischen Wind in das Genre der Ego-Shooter bringen könnte?

Wolfenstein - The New Order, Doom und Quake Champions sind die neuesten Ableger dieser kleinen Welle. Davor haben schon kleinere Entwickler mit Spielen wie Serious Sam HD - The First Encounter und Painkiller die alte Schule hochgehalten.

7 von 12

Shadow Warrior 2: Frischer alter Shooter-Wind

Shadow Warrior 2 reminisziert dabei nicht nur den alten Stil. In einem Zeitalter, in der jede Spielfigur "looten und leveln" können muss, verbindet der Enwtickler Flying Wild Hog genau dies mit der Vergangenheit. Und zwar auf eine unglaublich gekonnte Weise.

Ballern und Schnetzeln

Wie schon im ersten Teil liegt das Hauptaugenmerk von Shadow Warrior 2 auf den schnellen und energiegeladenen Kämpfen. Mit Nahkampf- und Schusswaffen drescht und schießt ihr auf Monster und andere Viecher ein.

Feingefühl spielt keine Rolle: In Shadow Warrior 2 geht es recht grob zur Sache.Feingefühl spielt keine Rolle: In Shadow Warrior 2 geht es recht grob zur Sache.

Angriffen weicht ihr aus. Keine Deckung, hinter der ihr euch duckt. Immer voll drauf, hin und her rennen. Angriff. Wie zu alten Zeiten in Doom oder Spielen des Entwicklers 3D Realms.

Wie in solchen Spielen älteren Semesters üblich, stirbt das Kroppzeugs nicht einfach in Ruhe und fällt unspektakulär zu Boden. Auch in dieser Hinsicht ist Shadow Warrior 2 erfrischend "old school". Abgeschnittene Körperteile fliegen herum, Pixelblut spritzt in Massen aus dem zerstückeltem Fleisch. Schusswafen hinterlassen schmatzende Löcher.

Was das neue Doom mit den Glory-Kills beweist, bringt auch Shadow Warrior 2 mit sich: Gewalt in Videospielen kann als Form einer kunstvollen Katharsis funktionieren. Denn Gewalt ist seit Jahrhunderten schon ein lang benutztes Kunstmittel, wie unser Kollege Matthias Kreienbrink aufzeigt.

Dabei wird die Schnetzelei in Shadow Warrior 2 nicht langweilig. Einerseits, da mit über 40 Feindtypen eine gewisse Gegnervielfalt gegeben ist und bei nochmaligen Durchspielen auffällt, dass nicht immer die gleichen Ungeheuer euch auflauern. Und andererseits, da - für einen Ego-Shooter immens wichtig - die Vielfalt und Einzigartigkeit der Waffen gegeben ist. Und hier kommt auch der moderne Aspekt des Ego-Shooters ins Spiel.

Looten und Leveln

Zwar spielt sich Shadow Warrior 2 angenehm "alt", doch trotzdem fügt der Entwickler die heute so allseits beliebten Rollenspiel-Funktionen ein. Dadurch fühlt es sich ein wenig wie Diablo 2 an.

Die Vielfalt der Waffen ermöglicht euch stets neue, kunstvolle Hinrichtungsarten.Die Vielfalt der Waffen ermöglicht euch stets neue, kunstvolle Hinrichtungsarten.

Wer jetzt Borderlands schreit, ist zwar auf dem richtigen Pfad, doch der Vergleich passt nicht ganz. Denn Shadow Warrior 2 bietet zwar eine Menge an Waffen und ein Skill-System, im Herzen ist das Spiel jedoch ein Shooter. Und das ist gut. Egal ob ihr Maschinengewehre im "Akimbo"-Stil, Kettensägenschwerte, Revolver oder ein filigranes Katana nutzt ... 70 Waffen findet ihr in den Levels des Spiels.

Denn neben der sogenannten Loot-Spirale und den Freuden, den eigenen Charakter aufzuleveln, zieht zu allererst die Spielmechanik. Gerade wenn ihr Schwerter oder Katanas benutzt, verkommt Shadow Warrior 2 nicht zu einem Klick-Fest. Mit unterschiedlichen Tastenkombinationen reiht ihr Angriffe aneinander und löst spezielle Attacken aus. Das sorgt dafür, dass in der "Old School"-Metzelei genügend Tiefe liegt, damit sie nicht langweilig wird.

Damit immer gleiche Karten ebenfalls nicht irgendwann ermüden, geht Flying Wild Hog einen ähnlichen Weg wie zum Beispiel Blizzard. Neben einigen handlunsgrelevanten Karten wirft der Entwickler zufällig erstellte Karten in den Pot. Die sind angefüllt mit Upgrades, versteckten Schätzen und Bossen. Perfekt, um zwischen den Handlungskarten aufzuleveln.

Dadurch bekommt ihr Fertigkeiten, wie etwa mehr Munition für bestimmte Waffen, Lebensdiebstahl, Unsichtbarkeit oder magische Angriffe. Typisch Rollenspiel also. Aber auch eure Waffen steigen in der Stufe auf. Die besetzt ihr dann mit Edelsteinen, die zusätzlichen Elementarschaden auslösen, die bestimmte Gegner schlechter vertragen.

Mehrspielermodus und Präsentation

Zwar könnt ihr die Geschichte komplett allein durchspielen, doch noch spaßiger wird es, wenn ihr euch drei Kameraden dazu holt. Dann spielt ihr alle Lo Wang. Jeder Spieler sieht sich selbst als die Hauptfigur und erfährt die Geschichte aus seiner Perspektive. Die Mitspieler gibt das Spiel als Wangs Ninja-Sidekicks aus. So funktioniert das Spiel auch ohne eigenes Klassensystem.

Im Mehrspieler-Modus entfaltet Shadow Warrior 2 nochmal mehr Spielspaß.Im Mehrspieler-Modus entfaltet Shadow Warrior 2 nochmal mehr Spielspaß.

Da die vielen Fertigkeiten unterschiedliche Spielstile erlauben, kompensiert dies die fehlenden Klassen. Habt ihr das Spiel durch, fangt ihr wieder von vorne auf einem höheren Schwierigkeitsgrad an. Da winken dann auch die besseren Waffen und mehr Erfahrungspunkte. Wieder ganz typisch Diablo. Keine Stunde im Spiel und schon seid ihr dem Sog nach besseren Waffen und Erfahrungspunkten verfallen.

Gut, dass auch grafisch alles stimmt. Shadow Warrior 2 sieht nicht nur verdammt gut aus, sondern bietet auch Licht- und Schattenwürfe, die recht beeindruckend sind. Dazu das passende Akustikgewand und die üblichen derben Sprüche von Lo Wang - der auch mal spontan anfängt zu singen - und schon seid ihr zurück in die Welt der "80 Jahre"-Actionhelden versetzt.

Weiter mit:

Inhalt

  • 1. Ballern und Schnetzeln / Looten und Leveln / Mehrspielermodus & Präsentation
  • 2. Fakten und Wertung

Tags: Fantasy   Horror   Science-Fiction  

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