Vorschau Watch Dogs 2: Neue Spieleindrücke der Hacker-Anarchie in offener Spielwelt

von Thomas Stuchlik (24. Oktober 2016)

Alles neu? Watch Dogs 2 bietet neue Helden, neues Szenario und neue Fähigkeiten. Dennoch spielt es sich beim ersten Antesten fast wie der Vorgänger. Nur besser.

Auf geht's an die Westküste! Watch Dogs 2 verlässt die unfreundliche Umgebung von Chicago des ersten Watch Dogs und versetzt euch in eine sonnige Metropole. Der kommende Teil spielt rund um San Francisco und der gleichnamigen Bucht. Beim Probespiel bei Ubisoft in Paris wirkte das Geschehen gleich ein Stück fröhlicher - ein wenig wie der Schritt von Grand Theft Auto 4 auf Grand Theft Auto 5. Ihr hattet ja vielleicht im Sommer den Bericht von Onkel Jo von der Präsentation auf der Spielemesse E3 schon angeschaut.

Der bedingt sympathische Held des Vorgängers Aiden Pearce musste ebenso weichen. An seiner Stelle steht nun Hacker-Talent Marcus Holloway, der allerdings gleichermaßen Kritik einstecken musste. Schließlich wirkt er mit seinem Outfit wie ein typischer IT-Hipster. Nicht nur das: Schon zu Spielbeginn wird er augenzwinkernd genau in diese Schublade gesteckt. An Humor mangelt es diesmal scheinbar nicht. Vor allem, da ihr euch von Anfang in der Hackergruppe Dedsec wiederfindet.

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Hacken ohne Grenzen

Watch Dogs 2 bestätigt jegliche Befürchtung des gläsernen Bürgers. Im Spiel ist die totale Vernetzung und Überwachung der Bevölkerung noch weiter fortgeschritten. Der Vorgänger brachte bereits einen Vorgeschmack, wie man das zu seinem Vorteil nutzt.

Per Handy klinkt ihr euch in verschiedenste Systeme ein und löst Kurzschlüsse, Explosionen oder Fehlfunktionen bei Autos aus.Per Handy klinkt ihr euch in verschiedenste Systeme ein und löst Kurzschlüsse, Explosionen oder Fehlfunktionen bei Autos aus.

Nun sind die Hacking-Möglichkeiten deutlich erweitert. Um beispielsweise in einen gesicherten Bereich zu gelangen, schickt ihr einfach eine Fahr- oder Flugdrohne aus. Mit dieser dürfen nicht nur Computer gehackt werden. Sie dient auch dazu, Gegner zu markieren. Ebenso lassen sich Wachen anlocken und mit Elektroschocks überraschen. Außerdem klinkt ihr euch wie bisher in Überwachungskameras ein, um euch einen Überblick der Lage zu beschaffen.

Dieses ferngesteuerte Vorgehen klappt vielleicht noch bei Einsätzen, bei denen nur Daten entwendet werden sollen. Doch bei fies bewachten Rechner-Anlagen wird es knackiger. Dann muss Held Marcus selbst ran. In gesicherten Bereichen patroullieren überall Wachen, die auf Sicht sofort Alarm schlagen. Gut, dass ihr über die neue Nethack-Sicht verfügt, die ein wenig wie ein Nachtsichtgerät funktioniert. Damit markiert ihr interessante Punkte, Computer sowie Gegner. Gleichzeitig erfahrt ihr, welche Personen Verstärkung rufen könnten.

Solides Action-Handwerk

Trotz aller Technik ist auch klassisches Schleichen angesagt. Ganz wie Solid Snake aus Metal Gear Solid arbeitet sich Marcus von Deckung zu Deckung vor. Gut, dass dabei diesselbe Steuermethode wie in The Division genutzt wird. Mit simplem Knopfdruck huscht ihr zum nächsten Versteck.

Mit einer Drohne erkundet ihr das Gelände und sorgt für Ablenkung.Mit einer Drohne erkundet ihr das Gelände und sorgt für Ablenkung.

Um an hoch gelegene Lokalitäten zu gelangen, nutzt ihr dagegen Baukräne. Selbige sind leicht zu knacken und hieven euch auch auf höchste Ebenen. Am Zielort schließt ihr im richtigen Moment Geräte kurz, um Wachen anzulocken und zu elektrifizieren. Im Notfall überwältigt ihr den Gegenüber im lautlosen Nahkampf mit einer beherzten Kopfnuss mit eurer Eisenkette. Erst bei Alarm solltet ihr wirklich auf Schusswaffen zurückgreifen. Denn beständig rücken alarmierte Gegner nach, was eine direkte Konfrontation aussichtslos macht.

Um Computersysteme zu knacken, müsst ihr wie im Vorgänger deren Leitungen bis zum Ursprung verfolgen. Außerdem gibt es ein Wiedersehen mit den Hack-Minispielen. Doch diesmal finden diese per Nethack-Sicht in der realen Welt statt. In Hochsicherheitstrakts beispielsweise rotiert ihr virtuelle Knotenpunkte an Wänden und Böden, damit diese die korrekten Leitungen freigeben.

Aufdringliche Gesetzeshüter

Habt ihr euren Auftrag erfüllt, solltet ihr schnellstens die Flucht ergreifen. Wenn es geht, am besten lautlos. Doch oft genug schrillen bereits die Alarmsirenen. Gut, dass Marcus über Parcours-Fähigkeiten verfügt. Im schnellen Sprint hüpft er über Hindernisse und erklimmt steile Wände.

Witzig: Bei dieser Mission stehlt ihr ein sprechendes Auto (na, klingelts?) und entkommt der Polizei.Witzig: Bei dieser Mission stehlt ihr ein sprechendes Auto (na, klingelts?) und entkommt der Polizei.

Doch sobald die Polizei auf den Plan rückt, solltet ihr das passende Gefährt zu Hand haben. Gewohntermaßen könnt ihr jedes Auto knacken und ihnen per Hack sogar einen Nitro-Schub geben. Ebenso stiftet ihr massig Chaos auf den Straßen: Auch in Teil zwei ist es möglich, per Handy Ampeln auf grün zu schalten oder Gasleitung platzen zu lassen. Äußerst nützlich, wenn ihr die Ordnungshüter am Hals habt. In den wilden Verfolgungsjagden lassen sich die Jäger nicht so schnell abschütteln und fahnden auch mit Hubschraubern nach euch.

Doch passt auf: Es sind auch andere Spieler unterwegs. Nahtlos und ohne Ladebildschirm können Online-Zocker in euer Spiel eindringen und gleichermaßen Jagd auf euch machen. Ebenso wieder mit dabei ist der Datenklau, wo ihr die Daten eines arglosen Spielers stiehlt. Währenddessen versucht dieser händeringend, euch ausfindig zu machen. Doch das kennt man bereits aus dem ersten Teil. Neu hingegen sind kooperative Missionen, die ihr nur gemeinsam besteht.

Von Hippies und Computerfreaks

Im Spiel erwartet euch ein komprimiertes Areal der San Francisco Bay. Ergo besucht ihr nicht nur die dicht besiedelte Stadt und dessen Sehenswürdigkeiten (Alcatraz inklusive). Ebenso begebt ihr euch ins gegenüber der Bucht liegende Oakland sowie den nördlichen Gemeinden. Ihr bewegt euch nicht nur auf vier oder zwei Rädern fort, sondern schnappt euch auch Schiffe und Boote.

In San Francisco wechseln sich dicht besiedelte Areale mit schöner Naturkulisse.In San Francisco wechseln sich dicht besiedelte Areale mit schöner Naturkulisse.

Wirklich interessant ist jedoch der Süden: Denn hier erwartet euch das Silicon Valley in einer verkleinerten Form. Hier sind allerlei Computerfirmen angesiedelt, was das Areal zu einem vorzüglichen Spielplatz für übermütige Hacker macht.

Unterstützung erhaltet ihr in eurem Dedsec-Stützpunkt, in welchem ihr eure fähigen, aber klischeehaften Mitstreiter trefft. Hier nehmt ihr neue Aufträge an und bastelt mittels 3D-Druck eigene Ausrüstung. Das Handy dient dabei als Allzweck-Werkeug. Darauf ladet ihr diverse Apps herunter, um Navigationskarten zu erhalten, Autos zu rufen oder Fahrgemeinschaften zu organisieren. Ebenso klaut ihr Songs von Mitbürgern und begebt euch auf Foto-Missionen.

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Tags: Open World   Hacks   Multiplayer  

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