Test Call of Duty - Infinite Warfare: Weltraumkriege, Online-Taktik und Zombie-Parks

von Thomas Stuchlik (04. November 2016)

Call of Duty trifft Star Wars: In der neuesten Baller-Auskopplung Infinite Warfare erwartet euch nicht nur eine globale Bedrohung, sondern gar ein interplanetarer Krieg. Doch im Kern bleibt die Action wie sie Kenner lieben gelernt haben.

Kaum ein anderes Spiel wurde 2016 heißer diskutiert als dieser Ego-Shooter. Dabei schien es für die Macher von Infinity Ward wie eine sichere Wette. Die beiden Vorgänger Call of Duty - Advanced Warfare (2014) und Call of Duty - Black Ops 3 (2015) spielten bereits in einem Zukunftsszenario. Was spricht also dagegen, den neuesten Teil Call of Duty - Infinite Warfare noch weiter in die Zukunft zu verlegen?

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Call of Duty - Infinite Warfare: Galaktische Kriege

Scheinbar sehr viel, denn der Shitstorm nach der ersten Enthüllung im Mai 2016 ist einmalig in der Serie. Zahlreiche Spieler haben einfach genug von futuristischen Schlachten und hofften auf einen Richtungswechsel. Diesen gibt es dieses Jahr aber nur vom Konkurrenten Battlefield 1. Doch eines vorweg: Infinite Warfare bietet alles, was Serienkenner so an der Baller-Reihe schätzen. Obendrein gibt es sogar noch mehr. Denn erstmals feiern Raumschiffeinsätze sowie Nebenmissionen ihre Premiere. Nicht unumstritten, aber ein interessanter Schritt.

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Die Pflicht ruft mal wieder

Schon zu Beginn der Einzelspieler-Kampagne überrascht das Spiel mit einem ungewohnten Szenario: Auf dem eisigen Jupiter-Mond Europa mischt ihr eine unterirdische Basis auf. Klingt nach völlig neuer Serienausrichtung, spielt sich aber altgewohnt.

Diesmal verlagert sich das Kampagnen-Geschehen ins gesamte Sonnensystem.Diesmal verlagert sich das Kampagnen-Geschehen ins gesamte Sonnensystem.

Die Situation eskaliert schnell, denn die Verteidigungskräfte der Ansiedlungen im Sonnensystem wenden sich nun gegen die Erde. Als treuer Erdling Reyes stellt ihr euch gegen die Aggressoren, an deren Spitze ein bekanntes Gesicht prangt. Denn die Rolle des Fiesling Admiral Kotch wird von Schauspieler Kit Harington übernommen (besser bekannt als Jon Schnee aus der Fernsehserie "Game of Thrones"). Das bringt uns zum ersten Problem der Kampagne: Der Bösewicht wirkt einfach zu sympathisch und seine Motive sind kaum nachvollziehbar.

Dennoch stehen massig Ballerduelle auf Planeten und Monden an - immer mit der Waffe im Anschlag. Auf der Erde erobert ihr während eines Anschlags bei einer Militärparade Geschütztürme zurück. Auf dem Erdmond sorgt ihr für Ordnung in einer Raumbasis - verringerte Schwerkraft inklusive. Auf einem Asteroiden untersucht ihr eine ausgestorben wirkende Fabrikanlage voller durchgedrehter Roboter. Auf dem Saturn-Mond Titan dagegen infiltriert ihr schleichenden Fußes eine Basis des Feindes. Trotz des futuristischen Hintergrunds wirken die Einsätze serientypisch.

Kernige Baller-Einsätze

Die Einsätze verlaufen gewohnt linear und erlauben teils verschiedene Laufwege und Taktiken. Letztlich seid ihr immer wieder mit Massen von Gegnern konfrontiert, egal ob Mensch oder Roboter. Letztere lassen sich jedoch hacken. Dann attackieren sie beispielsweise ihre Kollegen oder vernichten diese per Selbstzerstörung.

Viele Einsätze laufen nach bekanntem Schema ab: Zielen, Feuern, Deckung.Viele Einsätze laufen nach bekanntem Schema ab: Zielen, Feuern, Deckung.

Ständig huscht ihr zur nächsten Deckung, ladet nach und feuert aus den Rohren immer neuer Mega-Kanonen. Dabei ist die Bildschirm-Action wieder brachial inszeniert. Immer wieder explodiert die Umgebung, gigantische Raumschiffe stürzen ab und eure Kameraden brüllen neue Befehle. Entwickler Infinity Ward weiß einfach, wie so etwas präsentiert werden soll. Auch wenn sich die Krachbumm-Effekthascherei in der zweiten Spielhälfte abnutzt.

Eine echte Neuheit bildet euer eigenes Träger-Schiff Retribution, das einem echten Flugzeugträger nachgebildet ist. Als Kapitän steuert ihr die nächste Hauptmission oder frei wählbare Nebenaufträge innerhalb des Sonnensystems an. Letztere erledigt ihr zu Fuß oder mit eurem eigenen Kampfschiff. Selbiges ist an vorgegebenen Stellen auch ein unverzichtbarer Partner in den Haupteinsätzen.

An Bord stellt ihr euch Raumschlachten im Orbit oder über Planetenoberflächen. Dank vereinfachter Steuerung und automatischer Ziel-Aufschaltung jagt ihr gegnerischen Schiffen hinterher und knallt sie vom Himmel. Außerdem stehen Außeneinsätze im eisigen All an. In der Schwerelosigkeit nutzt ihr einen Greifhaken, um hinter herumschwebenden Felsbrocken in Deckung zu gehen.

Altbekannte Mehrspieler-Fronten

Die Mehrspieler-Modi bilden wieder einen festen Bestandteil von Call of Duty und sind für viele der wahre Kaufgrund. Infinite Warfare enttäuscht in dieser Disziplin nicht, bringt aber kaum Neuerungen ins Spiel. Denn die Online-Gefechte spielen sich fast wie im Vorgänger Black Ops 3.

Mit eurem Team kämpft ihr um die Vorherrschaft und Abschüsse auf zwölf Karten.Mit eurem Team kämpft ihr um die Vorherrschaft und Abschüsse auf zwölf Karten.

Gewohnte Spielmodi sorgen für Spaß: Neben Team-Deathmatch gibt es Altbekanntes wie Herrschaft, Abschuss bestätigt, Uplink oder Suchen und Zerstören. Abermals verfügt ihr über akrobatische Einlagen mit Doppelsprüngen und Wandläufen. Diese sind jedoch weniger nötig als im Vorgänger. Denn die teils verschachtelten Karten erfordern mehr Team-Taktik als Turnereien.

Die zwölf Online-Areale in Raumstationen, dem Mars oder Monden besitzen oftmals alternative Laufwege und mehrere Stockwerke. Optisch fallen die Militärbasen und Fabrikanlagen jedoch recht gleichförmig aus. Die Kartengröße ist genau richtig und ermöglicht flotte Action. Überraschend sind dabei die rasend schnellen Ladezeiten, denn bereits in der Lobby schaufelt das Spiel das nächste Level in den Speicher.

Alte Spielweise, Neue Modi

Bis zu 18 Spieler liefern sich Gefechte, die meisten Modi sind jedoch auf zwölf Krieger ausgelegt. Mit Punktebelohnungen holt ihr euch auch diesmal Aufkärungs- und Kampf-Drohnen, Luftschläge oder kampfkräftige Roboter-Unterstützung.

Bei "Defender" dreht sich alles um diese kleine Ball-Drohne.Bei "Defender" dreht sich alles um diese kleine Ball-Drohne.

Neu mit dabei ist der Modus "Defender", in der sich ein Team zeitweise eine Drohne schnappt, um zu punkten. Die Teamkollegen sollten den Träger dabei gut schützen. Ebenso neu ist "Frontline", in der ihr euren Basisbereich verteidigt und den Feind in seiner Basis attackiert. Altgewohnt sind einstellbare Waffenkonfigurationen. Neben Haupt- und Nebenwaffe wählt ihr auch taktische Ausrüstung (Drohne, Hacken, Energieschild) sowie Granaten aus. Zuletzt sucht ihr euch Perk-Fähigkeiten in drei Kategorien für Wahrnehmung, Bewegung und Feuern aus.

Statt Spezialisten wie in Black Ops 3 gibt es nun drei Kämpferklassen (plus drei freischaltbare Krieger) für verschiedene Spielweisen. In der Praxis unterscheiden sich diese vor allem durch ihre Bonuswaffe, die sich nach einiger Spielzeit aktiviert.

Die untote Bedrohung

Kein Call of Duty ohne Zombie-Modus: Diesmal lautet das Motto "Zombies in Spaceland" und lässt die 80er Jahre aufleben. In einem klischeehaften Vergnügungspark beweisen sich bis zu vier Online-Spieler gegen die untote Brut.

Das schrillbunte Szenario im Neon-Look wirkt witzig, aber kaum atmosphärisch.Das schrillbunte Szenario im Neon-Look wirkt witzig, aber kaum atmosphärisch.

Wellenweise rücken die stöhnenden Gegner heran. Zwischendurch gibt es sogar Scharen von Horror-Clowns. Mit genug Abschüssen erwerbt ihr neue Waffen an bestimmten Stellen, ergattert einen Zufallspreis bei einem der Glücksräder oder aktiviert Fallen. An Automaten werft ihr Souvenir-Münzen für Boni ein, die euch gegen bestimmte Gegner helfen. Nebenbei aktiviert ihr einen Roboter, der immer wieder neue Herausforderungen stellt. Nicht nur das: Selbst David Hasselhoff höchstpersönlich taucht als DJ auf und hilft euch aus.

Gewohntermaßen schaltet ihr mit verdienten Punkten verschiedene Bereiche frei. Dort erwarten euch nicht nur kunterbunte Umgebungen, sondern auch eine funktionsfähige Achterbahn. Zumindest wenn ihr den Strom aktiviert. Vor jedem Einsatz stellt ihr ein Kartendeck mit Fähigkeiten wie Instakill, Punkte- oder Geldboni zusammen. Schaffen es eure Kollegen nicht, euch beim Bildschirmtod wiederzubeleben, geht's in die Spielhölle. Dort finden sich witzigerweise klassische Activision-Automaten, auf denen ihr um euren Wiedereinstieg spielt.

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Tags: Multiplayer   Singleplayer   Science-Fiction  

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