Test Skyrim Special Edition: Schöne, neue alte Welt - für PC sogar gratis

von Emily Schuhmann (03. November 2016)

Fünf Jahre hat das gefeierte Rollenspiel von Bethesda auf dem Buckel. Die Skyrim - Special Edition soll an den großen Erfolg der Urversion anknüpfen.

Selbst der eintönigste Weg hat durch die überarbeitete Lichtstimmungen etwas Magisches.Selbst der eintönigste Weg hat durch die überarbeitete Lichtstimmungen etwas Magisches.

Wer Rollenspiele liebt und The Elder Scrolls 5 - Skyrim noch nicht kennt, sollte sich fragen unter welchem Stein er die vergangenen Jahre gelebt hat. Skyrim ist eines der unterhaltsamsten Rollenspiele überhaupt, dem nur The Witcher 3 - Wild Hunt den Rang abgelaufen hat. In unserem Original-Test: "Skyrim - Grafische Schwächen und deutsche Übersetzung, Fakten und Meinung" von 2011 könnt ihr euch informieren was ihr verpasst habt oder euer Wissen auffrischen. Der fünfte Teil der Elder Scrolls Reihe verkaufte sich bislang laut Hersteller über 20 Millionen mal und gewann zahlreiche Auszeichnungen.

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Die Geschichte von The Elder Scrolls in Bildern

In den folgenden Jahren veröffentlichte Bethesda drei kostenpflichtige Erweiterungen, die alle in der Skyrim Special Edition enthalten sind. Sie erlauben dem Spieler Haus und Familie zu besitzen (Hearthfire), auf Drachen zu reiten (Dragonborn) oder zum mächtigen Vampir oder Werwolf zu werden (Dawnguard). Seit wenigen Tagen könnt ihr euch auf Playstation 4, Xbox One und PC in das aufpolierte Abenteuer stürzen.

Ändere nichts, was sich bewährt hat

Glücklicherweise haben sich die Entwickler aus Amerika dieses Motto zu Herzen genommen. Inhaltlich ist die überarbeitete Version von Skyrim identisch mit dem ursprünglichen Spiel. Eure Reise durch Himmelsrand beginnt als Gefangener auf einem Karren: nicht die die beste Ausgangssituation. Während der Fahrt berichtet ein Leidensgenosse von der momentanen politischen Situation in Himmelsrand. Die einheimischen Sturmmäntel rebellieren gegen das Kaiserreich. Bis zu eurer Ankunft beim Richtblock könnt ihr die ersten Unterschiede zur Urversion entdecken. Zwar wirken die Charaktere immer noch grobschlächtig, aber die Texturen sind weniger verwaschen und besonders die Aussicht in die Ferne ist bemerkenswert.

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Skyrim: Erinnert ihr euch noch ...

Kurz vor eurem Tod durch das Beil dürft ihr gnädigerweise noch festlegen, wie ihr heißt und wie ihr ausseht. Zur Auswahl stehen verschiedene Elfen- und Menschen-Rassen, Orks, Argonier und Khajiit. Besonders bei dem Fell der katzenhaften Khajiit, aber auch den Schuppen der echsenhaften Argonier, seht ihr den grafischen Fortschritt. Dank des Zwischenfalls eines Drachenangriffs kommt ihr mit eurem Leben davon und flieht ins nahe Flusswald. Den Anfang des Spiels kennen alle Skyrim-Veteranen.

Die grundlegenden Spielmechaniken bleiben ebenfalls gleich. Ihr zieht mit allerlei Waffen wie Schwert, Armbrust, Axt oder Schild in den Kampf und nutzt Magie um euren Gegnern zu schaden oder euch zu stärken. Ganz nach Präferenz könnt ihr euch auf bestimmte Fähigkeiten spezialisieren oder ein bisschen von allem beherrschen. Je nachdem müsst ihr dann anders mit euren drei Ressourcen Ausdauer, Magicka und Gesundheit haushalten. Neben kriegerischen Talenten könnt ihr auch Handwerke erlernen oder weniger gesetzestreuen Aktivitäten wie Taschendiebstahl nachgehen.

Auf Hoch Hrothgar unterrichten euch die Graubärte in der Kunst des Thu'um, den Drachenschreien.Auf Hoch Hrothgar unterrichten euch die Graubärte in der Kunst des Thu'um, den Drachenschreien.

Auch bei dem Herzstück von Skyrim, den unzähligen Aufgaben und Missionen, hat Bethesda glücklicherweise nichts verschlimmbessert. Das heißt allerdings auch, dass manche Charaktere noch immmer einen Tritt in den Allerwertesten brauchen, um ihrer Aufgabe in der Mission nachzukommen.

In der Hauptgeschichte erfahrt ihr, dass ihr ein sogenanntes Drachenblut seid, Stichwort: Drachenschreie. Natürlich könnt ihr eurem Schicksal folgen und Himmelsrand vor der Bedrohung durch die geflügelten Echsen schützen, aber das Spiel zwingt euch nicht dazu. Auch mit den zahlreichen Nebenmissionen könnt ihr Tage, Wochen oder länger zubringen, ohne das Langeweile aufkommt. Selbst zielloses Umherstreifen fühlt sich in der offenen Welt einfach gut an.

Grafiksprung ins Jetzt

Bisher ging es nur um die guten, aber nicht wirklich neuen Aspekte der Skyrim Special Edition. Was macht die überarbeitete Variante besser als die Vorlage? Zwei Punkte stehen auf der recht kurzen Liste: Mod-Kompatibilität für Konsolen und eine neue Engine.

Letztere bietet das Grundgerüst für ein Spiel, Bestandteile sind unter anderem Grafik- und Physik-Systeme. Für Fallout 4 verbesserte Bethesda ihre hauseigene Creation Engine und genau damit läuft jetzt auch das überarbeitete Skyrim.

Die dichtere Vegetation und satteren Farben nehmen der kalten Umgebung Himmelsrands einen Teil ihrer grauen Kargheit. Schick ist auch die intensivierte Lichteinstrahlung, die eurer Umgebung meistens eine lebendigere und einladendere Atmosphäre verpasst. Ganz selten kommt ihr an Orte, an denen die gleißenden Sonnenstrahlen fehl am Platz und unangenehm wirken. Eine Wohltat fürs Auge sind besonders für Konsolenspieler die neuen Schatten, die endlich weniger verpixelt daherkommen.

Die anpassungsfähige Tiefenunschärfe soll sich aktivieren, wenn ihr ein paar Sekunden ein nahes Objekt fixiert. Das klappt nicht immer. Wer sich davon gestört fühlt, kann ihre Intensität im Menü verringern oder ganz ausschalten.

Glücklicherweise hat Bethesda auch bei der Physik im Spiel nachgebessert und die Natur folgt jetzt endlich ihren eigenen Gesetzen. Flüsse und Bäche fließen nicht länger auf geradem Weg durch Hindernisse und auch Schnee fällt endlich auf Dächer und nicht mehr durch sie hindurch. Die Animationen im Spiel sind jedoch noch so ruckelig wie eh und je, da hilft auch keine verbesserte Engine. Was hingegen sehr wohl davon profitiert sind die Ladezeiten, die merkbar kürzer ausfallen.

PC-Spieler im Vorteil, nicht nur weil es kostenlos ist

Bei Spielen, die für mehrere Plattformen erscheinen, stellt sich oft die Frage, welche Version die beste ist. Den Vergleich bei der Skyrim - Special Edition, gewinnt der Computer haushoch. Nicht nur dass ihr eure alten Spielstände importieren könnt, wer das Basisspiel und alle Erweiterungen besitzt, bekommt die überarbeitete Version sogar kostenlos. Für Sparfüchse gibt es die Möglichkeit ein Schnäppchen zu machen. Durch den Kauf der mittlerweile meist nur noch 20 Euro günstigen Legendary Edition von Skyrim (Basisspiel mit allen Erweiterungen), bekommt ihr die neue Special Edition für einen Bruchteil des Preises.

Modifikationen auf dem PC lassen euch allerlei Unsinn veranstalten.Modifikationen auf dem PC lassen euch allerlei Unsinn veranstalten.

Die PC-Version hat auch mit Abstand die größte Mod-Bibliothek, an der ihr euch nach Herzenslust bedienen könnt. Zwar sind noch nicht alle Modifikationen an die neue 64-bit Umgebung angepasst, aber das ist nur eine Frage der Zeit. Ist das geschafft könnt ihr euch auf dem PC wieder mit Thomas der Lokomotive, statt mit Drachen anlegen. Auch Mods wie das vor wenigen Monaten fertiggestellte Enderal, bleiben dem Computer vorbehalten. Der Wechsel zur leistungsfähigeren Engine ermöglicht noch umfangreichere Modifikationen, da das Spiel mehr Arbeitsspeicher nutzen kann. Schwächere PCs sind mit der Urversion tatsächlich besser bedient, mehr Leistung stellt logischerweise höhere Anforderung an das Gerät.

Mods und Sony sind keine Freunde

In Bethesdas offiziellem Verzeichnis für Skyrim Mods gibt es momentan 438 für den PC, 491 für die Xbox One und vergleichsweise mickrige 267 für die Playstation 4. In Zukunft erhöhen sich diese Zahlen vermutlich, aber PS4-Besitzer sollten sich nicht allzu große Hoffnung machen. Anfangs war Sony sogar ganz gegen Modifikationen, die Spieler taten ihre Enttäuschung kund und das Unternehmen ruderte daraufhin immerhin ein Stück zurück. Euch steht auf der Playstation trotzdem nur ein einziges Gigabyte Speicherplatz für Anpassungen zur Verfügung, im Gegensatz zu fünf Gigabyte bei Microsofts Xbox One. Den könnt ihr aufgrund der wenigen, erlaubten Mods aber sowieso kaum nutzen.

Wegen Sonys strengen Regeln können Drachen auf der PS4 nicht zum Zug oder Pony werden.Wegen Sonys strengen Regeln können Drachen auf der PS4 nicht zum Zug oder Pony werden.

Sony verbietet alles was externe Texturen, Modelle, Tonspuren und so weiter nutzt. Von großen Missionspakete wie das für die Xbox One verfügbare Falskaar, können PS4-Besitzer also nur träumen. Auch humorvolle Änderungen wie etwa das Austauschen aller Spinnen im Spiel durch Spider-Mans, sind auf PlayStation nicht möglich. Übrig bleiben Mods die die Lebensqualität verbessern, zum Beispiel reichere Händler oder erhöhte Traglast. Bleibt nur die Hoffnung, dass Sony vielleicht doch noch seine Einstellung ändert.

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Die nordische Welt von Skyrim

Doch selbst wenn nicht: Die Skyrim Special Edition lohnt sich für Neueinsteiger auf alle Fälle. Ob ihr das Abenteuer jedoch ein zweites Mal spielen wollt, könnt ihr nur ganz persönlich für euch selbst entscheiden.

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Tags: Fantasy   Mod   Open World   Remake   Gratis  

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