Test Robinson - The Journey: So schön kann ein Abenteuer für PlayStation VR sein

von Thomas Stuchlik (11. November 2016)

PlayStation VR steht seit einigen Wochen in den Läden. Doch ein echter Verkaufsschlager fehlt noch. Kann Cryteks Abenteuer Robinson - The Journey die Lücke füllen?

Entwickler Crytek gilt schon seit jeher als Grafik-Vorreiter. Schließlich stammt aus dem deutsch Software-Haus Far Cry und Crysis – ebenso wie das Grafikgerüst Cry Engine. Die Macher sind auch in Sachen Virtual Reality schnell am Start und entwickelten eine Technik-Demo namens X-Isle - Dinosaur Island. Daraus ging nun Robinson - The Journey hervor. Die Handschrift von Crytek ist deutlich bemerkbar, denn das Spiel ist ein echter Hingucker und das wohl bestaussehende Spiel für PlayStation VR.

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VR-Abenteuer in Robinson - The Journey

Euch erwartet jedoch keine Ego-Ballerei wie von Crytek gewohnt. Stattdessen stehen ausgiebige Forschungstouren aus der Ich-Perspektive an. Denn als kleiner Junge Robin seid ihr auf dem außerirdischen Planeten Tyson III gestrandet. Eure Rettungskapsel dient ihm bereits seit einem Jahr als Domizil. Nun liegt es an euch, die prähistorische Welt zu erkunden. Wobei ihr gar nicht mal so allein und verloren seid, wie ihr zunächst glaubt.

Gewitztes Begleiter-Duett

Ständig an eurer Seite ist der schwebende Robo-Begleiter Higs, der wie ein Abklatsch von Wheatley aus Portal 2 wirkt. Er hat zwar immer wieder hilfreiche Hinweise parat, doch seine ständigen Warnungen vor der Spielwelt nerven schnell.

Robo-Kugel Higs gibt Ratschläge, Mini-T-Rex Laika folgt aufs Wort.Robo-Kugel Higs gibt Ratschläge, Mini-T-Rex Laika folgt aufs Wort.

Als weitaus sympathischer erweist sich ein weiterer Begleiter: der Baby-Dino namens Laika. Die drollige Kreatur wirkt unbeholfen und taugt vor allem als Spielkamerad - ganz wie ein treuer Hund. Außerdem kann er mit seinem Gebrüll kleinere Tiere verjagen oder Objekte apportieren. Praktisch bei kommenden Rätseln. Doch letztlich liegt es an euch, durchs Abenteuer zu gelangen. Dabei zieht euch schnell die schicke VR-Optik in den Bann.

Die Dschungelumgebungen wirken mit ihrem reichhaltigem Bewuchs recht lebendig und wecken den Forscherdrang. Doch für eure Touren braucht es Geduld, denn Held Robin bewegt sich nur langsam voran. Um Übelkeit zu vermeiden, dreht ihr euch mittels rechtem Analogstick nur stufenweise. Das heißt: mit schnellen aber kleinen Drehungen. Das wirkt anfangs ungewohnt, macht die Reise mit der Datenbrille aber angenehmer. Hartgesottene können diese Funktion auch abschalten.

Seichte Rätselkost

Statt Action erwarten euch in der Natur immer neue Rätseleinlagen. Mit eurem Multi-Tool in der virtuellen Hand interagiert ihr mit der Umgebung. Damit scannt ihr Interessantes oder könnt Objekte anheben und mitnehmen – ganz ähnlich wie mit der Gravity-Gun aus Half-Life 2. Rätselhaft bleibt, warum dabei der Move-Controller nicht unterstützt wird.

Oft sucht ihr fehlende Objekte oder schließt (wie hier) Stromkreise.Oft sucht ihr fehlende Objekte oder schließt (wie hier) Stromkreise.

Die Logik-Puzzles löst ihr meist mit dem nützlichen Utensil. Oft sucht ihr nach einem verschollenen Bauteil und setzt es korrekt in Maschinen ein. Ebenso baut ihr mal eine Brücke, um den weiteren Weg zu ebnen. Zwischendurch aktiviert ihr Stromkreise aus Sicht eures Begleiters Higs. Dabei lenkt ihr die Elektrizität korrekt in die gewünschte Bahn. Viel Hirnschmalz ist dafür nicht nötig. Nerviger ist dagegen die Sucharbeit nach dem richtigen Objekt. Schade, dass das Spiel keine "Sandbox" ist, in der ihr herumexperimentieren dürft. Stattdessen ist der Lösungsweg genau vorgegeben.

Viel Spielzeit geht beim Scannen und Untersuchen neuer Spezies drauf. Mit aktivierter Scanner-Funktion sammelt ihr kleine grüne Kugeln an den Lebewesen ein. Achtet darauf, keine roten Punkte zu schnappen. Sonst geht die Analyse von vorn los. In der spielinternen Enzyklopädie, dem sogenannten "Infotarium", werden Insekten, Schmetterlinge, Raupen, Schlangen und Echsen katalogisiert. Auf diese Weise lernt ihr eure Umwelt immer besser kennen.

Der Berg ruft

Vor allem beeindrucken Begegnungen mit übergroßen Dinosaurier-Arten. Denn diese wirken in Virtual Reality weitaus lebendiger und plastischer als am herkömmlichen Bildschirm. Selten aber fies ist das Auftreten von aggressiven Raptoren. Passt ihr nicht auf, töten sie euch schnell. Genauso tödlich sind Abstürze bei Kletterpartien.

Intuitiv: Mithilfe von L2 und R2 hangelt ihr euch langsam nach oben.Intuitiv: Mithilfe von L2 und R2 hangelt ihr euch langsam nach oben.

Neben gemächlicher Laufarbeit erklimmt ihr nämlich auch steile Felswände. Beim Klettern haltet ihr euch mit den virtuellen Händen per Schultertasten fest und visiert mittels Blickrichtung den nächsten Vorsprung an. Das klappt zwar einwandfrei, dennoch bleibt die Frage: Warum kein Move? Umso schöner, wenn ihr oben ankommt, die Aussicht genießt und neue Dinge entdeckt. Überhaupt solltet ihr euch immer umsehen, um neue Arten und entscheidende Hinweise zu offenbaren.

Dabei gibt es ein weiteres Problem. Oft ist nicht klar, wohin es geht oder welche Pfade ihr überhaupt nutzen könnt. Es gibt keine Markierungen. Einzig Higs gibt dezente Hinweise, was vielleicht zu tun ist. Da hilft nur viel Herumprobieren und einiges an Geduld.

Schön jedoch, dass Robinson auch die neue PlayStation 4 Pro unterstützt. Damit wirkt die VR-Umgebung ein Stück schärfer und detailreicher. Auch die Beleuchtung ist laut Entwicklern verbessert worden.

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Tags: Singleplayer   Virtual Reality   Science-Fiction  

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