Test Watch Dogs 2 - Meinung und Wertung

Fakten:

  • spielt nach dem Vorgänger
  • frei begehbare "offene Welt" als Umsetzung von San Francisco
  • alle Personen und Fahrzeuge sind manipulierbar
  • Missionen wahlweise leise und unbemerkt spielbar
  • Tötungen werden vom Spiel so gut wie nie bestraft
  • ebenso wenig unmoralisches Verhalten
  • ausrüstbare Sprengsätze, Quadrocopter-Drohne und Fernsteuerungsauto
  • große Auswahl an Kleidung mit der Überschrift "Hipster"
  • umfangreiche Musikauswahl
  • PS4 Pro Unterstützung
  • erhältlich für PC, PS4 und Xbox One
  • "Watch Dogs 2" bei Amazon bestellen

Meinung von Michael Krüger

Watch Dogs, also der erste Teil, ist ein solides Spiel. Trotz der Kritik in Bezug auf die Herunterstufung der Darstellung vor der Veröffentlichung, liefert es eine interessante Handlung und clevere Spielmechaniken. Die Fortsetzung verspricht mehr von allem und ein bunteres Auftreten. Nichts, was ich nicht wollen würde. Und trotz des teilweise schier flapsigen Untertons in den ersten Videos war meine Vorfreude bis zuletzt ungebrochen.

Etwas verunsichert von oft holperigen Spielmechaniken finde ich dennoch ins Spiel und lasse mich auf die schrille Unterwelt und ihre Klientel ein. Doch schon bald kann ich über die Darsteller nicht einmal mehr schmunzeln. Die Stumpfsinnigkeit mancher Gespräche geht so weit, dass ich den Ton streckenweise abschalte und beginne, hier und da Zwischensequenzen nicht zu ende zu schauen. Besonders ätzend ist die Figur Wrench. Seine Maske verzerrt seine Stimme und anstelle von Augen blickt ihr auf zwei Monitore die sein Gesicht zu einem Smiley aus Buchstaben macht. Als wäre das nicht albern genug, benimmt er sich wie eine Mischung aus Meth-Labor und Comic Con.

Je länger ich Watch Dogs 2 spiele, umso größer wird meine Abneigung gegen die Charaktere und schon bald verlässt mich die Motivation für weitere Missionen. Die Handlung unternimmt kaum etwas, um die Absichten der jungen Darsteller gut aussehen zu lassen. Da diese weder sich noch ihre Umwelt wirklich ernst nehmen, fällt das auch mir schwer und ich verliere die Lust, diesem Haufen Ganoven weiter zu helfen.

Spaß hab ich trotzdem mit Watch Dogs 2. Manche Missionen sind schön aufgebaut und gerade wenn die Mechaniken reibungslos laufen und kreativen Einsatz fordern, erlebe ich die eigentliche Essenz des Spiels. Und die ist nicht schlecht. Abseits der für meinen Geschmack zu bunten Verpackung und des kindisch trotzigen Untertons finden sich gute Ideen. Sollten diese ihren Weg in einen dritten Teil finden, wünsche ich mir allerdings wieder ein ernsthaftes Szenario. So lustig und banal wie in Watch Dogs 2 ist Datenspionage nämlich eigentlich nicht.

Meinung von Daniel Kirschey

Kunst ist Kunst. Dieser tautologische Satz klingt ziemlich dämlich - ist es irgendwie auch - und verdeutlicht trotzdem, warum ich persönlich nicht ein so großes Problem mit den Charakteren von Watch Dogs 2 habe. Ganz ernst habe ich sie nicht genommen - aber ihre Motivation sich einer perversen Überwachung in den Weg zu stellen.

Eines der größten Mankos an Watch Dogs war wohl die Eindimensionalität von Aiden Pearce und seiner Geschichte, die Ubisoft um den wütenden weißen Mann gestrickt hat. Da ist Watch Dogs 2 bunter und schräger. Anfangs konnte ich auch nur eine Augenbraue heben und denken ... "Was zum Teufel soll das?" Doch irgendwann musste ich darüber lachen. Keine Ahnung, ob Ubisoft hier eine Satire abliefern wollte oder nicht. Ich hatte meinen Spaß. Und das um einiges mehr als mit Aiden Pearce.

Trotz aller Buntheit und des merkwürdigen Humors geht es in Watch Dogs 2 um ernste Themen. Und diesmal stehen wirklich Daten und deren Sicherheit im Mittelpunkt und es handelt sich nicht nur um eine einfache Rachegeschichte. Ja, nicht jeder wird den Charakteren etwas abgewinnen. Lässt man sich darauf ein, steckt durchaus etwas unter der bunten Decke.

Dass dann Ubisoft auch noch auf die Kritik bezüglich des ersten Teils gehört hat und einige Dinge wirklich verbessert, schlägt sich ebenfalls positiv nieder. Diesmal ist wirklich fast die gesamte Stadt "hackbar". Ein Beispiel? Hier: Nicht nur der Alarm eines Autos kann gehackt werden. Ich hacke mir nun Autos und lasse sie herumfahren, um Feinde abzulenken. Im Grunde bietet Ubisoft nun in Watch Dogs 2 genau das, was der Entwickler schon für Teil 1 versprochen hatte.

Außerdem hat sich die Gestaltung der Missionen geändert. Statt nur auf Schießerein und Verfolgunsgjagden zu setzen, sind die Missionen offener und ich kann sie variabler lösen. Hier profitiert Watch Dogs 2 vor allem von den neuen vielen Möglichkeiten als Hacker in Aktion zu treten. Ob die immer ganz moralisch sind? Es ist ein Spiel - und will auch nicht mehr sein.

76

meint: Eine unsympathische Geschichte, holprige Spielmechaniken und das Fehlen von Moral schnüren eine durchaus gelungene "Open World".

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer  

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