Test Transport Fever: Das Spiel für Modellbau-Freunde

von Dennis Michel (18. November 2016)

Hattet ihr früher eine Modelleisenbahn zu Hause und konntet Stunden damit verbringen, dem geordneten Treiben auf den Gleisen zuzusehen? Die Simulation Transport Fever schickt euch zurück in alte Zeiten.

Zugegeben, Simulationen sind nicht jedermanns Sache. Doch wie die Verkaufszahlen des Landwirtschafts-Simulator 17 beweisen, hat dieses Genre eine große Anzahl treuer Anhänger. Transport Fever ist das zweite Transport-Spiel des Entwicklerstudios Urban Games aus dem Schweizer Örtchen Schaffhausen. Der Erstling Train Fever erschien im Jahr 2014 und wusste durchaus zu überzeugen, wenngleich er bezogen auf seine spielerische Abwechslung stark limitiert war. Die Beschränkung auf Züge und Busse konnte auf Dauer eintönig werden. Genau an diesem Punkt haben die Entwickler angesetzt: So habt ihr die Möglichkeit euer Transportimperium mit über 120 historischen Fahrzeugen zu bestücken und könnt dabei ebenfalls auf Schiffe und Flugzeuge zurückgreifen, um Personen oder Güter gewinnbringend zu befördern.

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Die Baukasten-Welt von Transport Fever

Euer Ziel ist es stets ein florierendes Transportunternehmen aufzubauen, den Wünschen der Bevölkerung nachzukommen und das Städtewachstum zu sichern. Doch bis ihr diese Punkte erfüllt, solltet ihr euch zunächst einen Überblick über die Spielmechaniken verschaffen. Generell ist Transport Fever nicht unnötig kompliziert und alle Menüs sind leicht verständlich aufgebaut und schnell auf dem Bildschirm zu finden. Um das hilfreiche Tutorial werden speziell Neulinge dennoch nicht drum herumkommen, bevor sie sich mitten in das bunte Treiben stürzen. Aber keine Sorge: Das Spiel führt euch Schritt für Schritt an seine Mechaniken heran. Seid ihr mit allem vertraut, so habt ihr entweder die Wahl, euch in die zwei Kampagnen zu stürzen, oder ihr bestreitet ein Endlosspiel. Einen Mehrspieler-Modus gibt es hingegen nicht.

Angenommen ihr entscheidet euch für den Kampagnen-Modus, so landet ihr in jeweils zehn Missionen entweder im historischen Amerika des 19. Jahrhunderts, oder ihr macht Bekanntschaft mit der Transportgeschichte Europas. Hier könnt ihr beispielsweise den Bau des Panamakanals miterleben, die allererste Fluglinie gründen, oder bei der Erschließung der Alpen hautnah dabei sein. Wie ihr euer Ziel erreicht, hängt dabei ganz an eurem strategischen Geschick und an eurer Geduld.

Eine Zugfahrt die ist ... manchmal ermüdend

Beim Thema Geduld wird ein ganz entscheidender Punkt von Transport Fever angesprochen, an dem sich die Geister scheiden werden. Entweder ihr liebt es, dem sehr behäbigen Spieltempo zu folgen, euch die Züge auf ihren Fahrten gemütlich anzuschauen - ihr seht gerne dabei zu, wie der Busfahrer gemütlich seine Kreise zieht.

Die Züge aus Train Fever sind ebenfalls wieder mit dabei.Die Züge aus Train Fever sind ebenfalls wieder mit dabei.

Oder aber es kann sein, dass das Spiel sehr schnell anfängt euch zu ermüden. Denn selbst auf der höchsten Spielgeschwindigkeit können noch Minuten ins Land ziehen, bis ihr das Geld für beispielsweise eine neue Strecke habt, oder in der Kampagne gewisse Lieferziele erreicht sind. Bei einem Spiel, das ausschließlich darauf basiert Transportwege zu bauen und Fahrzeuge zu kaufen, kann es so schnell zu einer Unterforderung des Spielers kommen.

Kompensieren könnt ihr dies durch viel Zeit, die ihr für die Planung der Transportwege benötigt. Wer einfach nur wild drauflos baut und dabei nicht darauf achtet, ob sich die Investitionen lohnen, dem wird schnell das Geld ausgehen. Dann heißt es warten, bis die wenigen effektiven Verbindungen die nötigen Groschen einbringen, um eine neue Linie zu bauen. Verfolgt ihr in der Kampagne nur die Hauptziele, so stoßt ihr selten auf eine große Herausforderung.

Auch über den Luftweg könnt ihr Passagiere transportieren.Auch über den Luftweg könnt ihr Passagiere transportieren.

Wie schwer ihr euch das Spiel aber letztendlich macht, das entscheidet ihr selbst. In jeder der Missionen stehen Zusatzaufgaben zur Verfügung, die den Schwierigkeitsgrad definieren. Wollt ihr in einer Kampagne alles erreichen, so heißt es "Gut aufpassen!" Wer hingegen lediglich den “Geschafft“-Bildschirm sehen möchte, der hangelt sich entlang der Hauptmissionen.

Zweckmäßig aber nett anzusehen

Eine Simulation kann noch so gut sein, wenn ihr das Treiben auf den Straßen nicht miterleben könnt oder dabei einen grafischen Schock bekommt, so mindert das deutlich den Spielspaß. In dieser Hinsicht gibt es Entwarnung: Die Optik wirkt auf den ersten Blick zweckmäßig, was durchaus positiv gemeint ist.

Aus der isometrischen Ansicht betrachtet ihr das Spiel von oben.Aus der isometrischen Ansicht betrachtet ihr das Spiel von oben.

Aus der isometrischen Perspektive beobachtet ihr das Geschehen und könnt je nach Laune näher in das wuselige Treiben hinein zoomen. Transport Fever haut euch grafisch gewiss nicht aus den Latschen, ist aber durchaus nett anzusehen. Die dynamische Stadtentwicklung, der lebendig wirkende Verkehr mitsamt seiner individualisierbaren, glänzenden Transportvehikel ist hübsch in Szene gesetzt.

Für all jene unter euch, die dem Spiel den eigenen Feinschliff verpassen wollen, die haben durch Modding, beispielsweise via Steam Workshop, die Möglichkeit dazu. Die Entwickler lassen euch hier freie Hand. Ihr wollt neue Karten, Fahrzeuge und Gebäude erstellen oder umfangreiche Konstruktionen entwickeln, dann macht das! Gerade in einer Simulation ist dies ein großer Pluspunkt, der für den Langzeitspaß entscheidend sein kann.

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