Test Killing Floor 2: Auf den Spuren von Serious Sam und Doom

von Dennis Michel (24. November 2016)

Ihr denkt, ihr habt mit Doom im Jahr 2016 bereits die größtmögliche Anzahl Blut pro Pixel auf dem Bildschirm gesehen? Falsch gedacht! Killing Floor 2 geizt nicht mit virtuellen Gedärmen.

Wir nähern uns in diesem Jahr Schritt für Schritt der besinnlichen Weihnachtszeit. Die Welt beginnt sich gefühlt langsamer zu drehen, auf dem Küchentisch stehen Plätzchen, im Wohnzimmer häkelt die Oma Socken und in eurer Konsole beziehungsweise auf eurem Rechner fliegen euch mit rockigen Klängen die Innereien um die Nase.

Killing Floor 2 erscheint womöglich zu einer ungünstigen Zeit. Wer in diesem Herbst seine Action-Dosis nicht bereits durch Battlefield 1 erhalten hat, der kam spätestens mit Titanfall 2 oder Call Of Duty – Infinite Warfare auf seine Kosten.

Warum solltet ihr euch jetzt noch zusätzlich einen Shooter nach Hause holen, der auf den ersten optischen Eindruck nicht einmal an die oben genannten Genre-Vertreter heranreicht? Die Antwort auf diese Frage ist einfach: Weil das Spiel eine Menge kurzweiligen Spaß bietet, bis zu zwölf Spieler gleichzeitig ballern können und Killing Floor 2 neu unter 40 Euro kostet.

In Killing Floor 2 stehen euch zehn Klassen zur Verfügung, die vom zielsicheren Scharfschützen bis hin zum groben Berserker reichen. Sammelt ihr Erfahrungspunkte während eurer Schlachten mit den Monstern, so könnt ihr eure Fähigkeiten, im Spiel Vorteile genannt, je nach Level aufwerten. Steigt ihr fünf Stufen auf, so belohnt euch das Spiel mit einer komplett neuen Fähigkeit, die ihr je nach Belieben konfigurieren dürft. Dieses Prinzip gehört zum guten Ton in Mehrspieler-Ballereien, motiviert in den ersten Stunden jedoch ungemein.

Mutanten + Wellen = Spaß

Die Entwickler Tripwire Interactive (Red Orchestra 2 - Rising Storm) bedienen sich an einer alten Erfolgsformel: Man nehme eine ordentliche Zahl schauriger Monster, stecke sie in gut gestaltete Karten und werfe sie dem Spieler der Reihe nach in Wellen vor die Flinte, bis der “Tatortreiniger“ aufgrund des blutigen Gemetzels eine Extraschicht einlegen muss. Das wars!

Schaurige Zombiehorden die gezielt auf euch zulaufen - ein normaler Anblick im Spiel.Schaurige Zombiehorden die gezielt auf euch zulaufen - ein normaler Anblick im Spiel.

Wer auch nur einen Hauch mehr erwartet, wird enttäuscht. Das Spiel bietet zwar einen zusätzlichen Modus, in dem Spieler gegeneinander antreten dürfen, doch wird dieser online aktuell kaum genutzt und ist aufgrund der unausgewogenen Kräfteverteilung bislang keinen Blick wert. Es gibt ohne Internetverbindung zudem die Möglichkeit den Mutanten das Fürchten zu lehren.

„Das ist jetzt aber echt dürftig“, werdet ihr sagen und ja, damit habt ihr Recht. Killing Floor 2 ist zurzeit in seinen Möglichkeiten limitiert. Zurzeit deswegen, da die Entwickler, wie bereits im ersten Teil geschehen, das Spiel mit kostenlosen Updates stetig versorgen wollen. Zudem profitiert das Spiel von seiner aktiven Anhängerschaft, die den Umfang von Killing Floor 2 fortlaufend mit neuen Karten versorgt.

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Splatter in Killing Floor 2

Auch wenn viele Fakten gegen die Monster-Hatz sprechen, letztendlich kommt es in einer gemütlichen Online-Runde mit euren Freunden auf den Spielspaß an und davon gibt es im Spiel genug. Die Klassen lassen sich allesamt gut spielen und werden mit einem ordentlichen Waffenarsenal bestückt. Habt ihr eine Welle erfolgreich überlebt, genügend Geld gesammelt, so geht es ab zum Händler, der euch mit neuer Ausrüstung versorgt. Diese ist auch dringend notwendig, denn wer denkt, mit seiner alten Pistole unkoordiniert in der Gegend herumstehend die Nacht überleben zu können, der wird schnell eines Besseren belehrt.

Das Spiel ist selbst auf dem zweiten von insgesamt vier Schwierigkeitsgraden recht anspruchsvoll. Der Zusammenhalt in der Gruppe ist daher unabdingbar und die richtige Wahl der Klassen entscheidet oft zwischen Leben und Tod. Selbst wenn ihr es bis zu letzten Welle geschafft habt, so erwartet euch hier einer von lediglich 2 Bossen, die zu besiegen alles andere als leicht ist.

Ein gescheitertes Experiment

Falls ihr euch übrigens fragt, warum bislang noch kein Wort bezüglich der Geschichte im Test aufgetaucht ist, dann lasst euch Folgendes sagen: Diese würde auf einen kleinen Joghurtbecher passen. Ein außer Kontrolle geratenes Experiment. Mutanten, genannt Zeds, die aus diesem hervorgehen und Chaos in ganz Europa verbreiten und die Bevölkerung sukzessive auslöschen. Fertig! Ein Preis für die beste Geschichte gibt es dafür nicht - aber im Ernst: Das ist auch egal.

Howdy, Cowboy! Wirklich gut sehen die Figuren nicht aus.Howdy, Cowboy! Wirklich gut sehen die Figuren nicht aus.

Freunde der ausgiebigen Charakter-Erstellung werden übrigens enttäuscht. Zwar könnt ihr eure Recken leicht modifizieren, viel Raum zum Experimentieren bietet Killing Floor 2 aber nicht. Die Charakter-Modelle sehen zudem lieblos aus und bestechen allenfalls durch ihren Trash-Faktor.

Wer an diesem Punkt übrigens erwartet, dass die Entwickler euch mit Zusatzkäufen das Geld aus der Tasche leiern, um beispielsweise für drei Euro einen Über-Raketenwerfer zu kaufen, oder schneller im Level aufzusteigen, der kann beruhigt sein: Ja, es gibt einen Shop, jedoch bietet dieser ausschließlich kosmetische Objekte. Im Jahr 2016 kommt man an dieser Stelle fast in Versuchung Beifall zu klatschen.

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Tags: Horror   Multiplayer   Uncut  

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