Test Final Fantasy 15 - Meinung und Wertung

Fakten:

  • klassische "Final Fantasy"-Handlung
  • lückenhafte Erzählung
  • aufwändig gestaltete Spielwelt
  • serienuntypische natürliche Umgebung
  • viele und lange Lade- und Wartezeiten
  • aufregende Kämpfe
  • wenig taktische Tiefe
  • gelungene englische Vertonung und Musik
  • deutsche Übersetzung und Synchro mangelhaft
  • viele Nebenaufgaben und Missionen
  • schöne Idee: Erfahrungspunkte werden bei Übernachtungen gutgeschrieben
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Meinung von Michael Krüger

Ich liebe diesen Moment in japanischen Rollenspielen, wenn ich nach zehn bis zwanzig Stunden merke, dass das Spiel jetzt erst richtig losgeht. Final Fantasy 15 ist mir dieses Gefühl bis zuletzt schuldig geblieben. Nach cirka 44 Stunden laufen auf meinem Bildschirm die Danksagungen durch. Ich blicke auf ein langes aber seltsames Abenteuer zurück. Vereinzelt erinnere ich mich an großartige Szenen, die ich genau so erwartet hatte. Neue Gebiete lassen mein Herz höher schlagen und hin und wieder grinse ich über das ganze Gesicht nach einem heftigen Kampf. Ja, in manchen Momenten berührt mich die Geschichte sogar und ich fühle mich einzelnen Figuren verbunden.

Diese positiven Eindrücke sind allerdings vergleichsweise rar. Die meiste Zeit verbringe ich damit, das unnötig komplizierte Reisesystem zu nutzen und möglichst effiziente Wege zu planen damit ich Zeit spare. Ein deutlich geringerer Anteil meiner Zeit geht auf das Konto von Kämpfen, Gesprächen oder Zwischensequenzen. Selbst als ich gegen Ende hauptsächlich die Haupthandlung spiele und Nebenaufgaben vernachlässige, bleibt rückblickend ein gewaltiges Ungleichgewicht bestehen. Die Frage, die ich mir stelle: Wie groß ist der durchschnittliche Unterhaltungswert pro Spielminute? Eigentlich sträube ich mich gegen Rechnungen wie diese, da sie nur selten dem komplexen Medium Videospiel gerecht werden, doch in diesem Fall brennt sie mir auf den Lippen.

So sehr ich Final Fantasy 15 lieben will und ihm Fehler verzeihen möchte, so ehrlich muss ich am Schluss zu mir selbst sein und mir eingestehen, dass ich unterm Strich nicht die Unterhaltung bekommen habe, für die ich so viel Zeit beim Spielen investiert habe. Zu lange sind die Wartezeiten, zu banal und generisch viele der Aufgaben und zu lückenhaft die Handlung und ihre Akteure. Abseits davon erlebe ich fantastische Szenen, von denen ich gerne mehr sehen würde.

Final Fantasy 15 ist kein schlechtes Spiel, doch nicht das Final Fantasy auf das ich persönlich gewartet habe. Hierfür fehlt mir der Zauber und die Intensität, für die ich die Serie so mag. Aufgrund des Mangels an taktischer Tiefe und den vielen Wartezeiten bleibt das Spielerlebnis für mein Empfinden zu flach. Ein Final Fantasy für Neueinsteiger? Vielleicht. Ein Final Fantasy für Fans? Vermutlich für manche, jedoch nicht für alle. Was bleibt ist ein gutes Spiel, das einige Versprechen offen lässt.

80

meint: FF 15 liefert neue Höhepunkte. Allerdings liegen die weit auseinander: Lange Warte- und Wegzeiten stören den Spielfluss. Das Kampfsystem ist Geschmackssache.

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Tags: Fantasy   Singleplayer  

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