Vorschau For Honor: Der brachiale Schwertkampfsimulator

von Thomas Stuchlik (14. Dezember 2016)

Zu den Waffen! For Honor versetzt euch in große Mittelalter-Schlachten mit realitätsnah angehauchtem Kampfsystem. spieletipps hat die neueste Version bei Ubisoft antesten dürfen.

Mittelalter mal anders: Aus der markanten Epoche kennt man fast nur Rollenspiele. Doch Hersteller Ubisoft versucht es mal auf andere Weise. For Honor ist ein waschechtes Action-Spektakel mit spannenden Mehrspieler-Gefechten sowie einer Solo-Kampagne. Den Clou bildet das taktische Kampfsystem, das auf Fantasie-Elemente pfeift und sich an historischen Vorlagen orientiert.

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For Honor: Schwertmeister gesucht

Das zeigt sich schon beim Probespielen des Tutorials. Hier wird haarklein erklärt, wie ihr Schwert, Keule oder Schild richtig in den Händen haltet und einsetzt. Dabei ist die korrekte Abwehrhaltung entscheidend: Während ihr den Duell-Gegner automatisch anvisiert, wehrt ihr mittels rechtem Analogstick nach oben, rechts oder links ab. Je nachdem von welcher Seite der Feind attackiert. Gleichermaßen greift ihr mit schweren oder schnelleren Attacken nach oben, rechts oder links an und nutzt offene Flanken aus. Schnell entsteht hier ein spannendes Kampfduell mit offenem Ausgang – vor allem online.

Kampf mit Hirn und Verstand

Das komplexe Kampfsystem offeriert noch mehr Möglichkeiten. Im richtigen Moment könnt ihr einen gegnerischen Angriff auch kontern, einen Konter unterbrechen oder die Deckung des Kontrahenten durchbrechen. Klingt ein wenig kompliziert und ist es auch.

Mithilfe des rechten Analogsticks verteidigt und attackiert ihr nach oben, links oder rechts.Mithilfe des rechten Analogsticks verteidigt und attackiert ihr nach oben, links oder rechts.

Schnell wird klar, dass ihr mit simplem Knöpfe-Hämmern nicht weit kommt. Stattdessen studiert ihr den Gegner und sein Verhalten, bevor ihr in die Offensive geht. Die Kampfmechanik erweist sich dabei als relativ träge, dafür aber nachvollziehbar. Schließlich benötigt es einige Zeit, so eine kiloschwere Zweihänder-Klinge oder meterlange Eisenkeule herumzuwuchten.

Den Spielkern bilden die Mehrspieler-Schlachten, in der vier gegen vier Recken gegeneinander antreten. In "Dominion" kämpfen die beiden Kriegsparteien um drei Gebiete, ganz ähnlich wie ihr es bei Ego-Shootern vom Herrschafts-Modus kennt. Um Punkte fürs Team zu ergattern, nehmt ihr die Punkte ein und verteidigt sie bis aufs Blut.

Dabei solltet ihr euch mit den Kameraden koordinieren. Denn allzuoft können euch Gegner umzingeln. Nur mit vereinten Kräften schlagt ihr die Schergen zurück. Damit das Schlachtgeschehen lebendiger wirkt, mischen auch computergesteuerte Fußsoldaten mit. Diese sind zwar nur Schwertfutter, können eure Pläne aber durch ihre schiere Masse durchkreuzen.

Erbarmungslose Duelle

Noch härter geht es bei "Elimination" zu, denn hier zählt jeder Bildschirmtod. Die beiden Viererteams finden sich verstreut auf einem der Areale wieder. Das Ziel jeder Spielrunde ist es, alle vier Gegner zu plätten. Doch Vorsicht: Diese können auch hier wiederbelebt werden.

Attacke, Parade, Ausweichen: In den Zweikämpfen kommt es auf Taktik und Ausdauer an.Attacke, Parade, Ausweichen: In den Zweikämpfen kommt es auf Taktik und Ausdauer an.

Noch mehr ist die Absprache untereinander nötig, um Gegner zu umzingeln oder ihnen aufzulauern. Für mehr Spannung sorgen herumliegende Boni für mehr Schildstärke, Kampfkraft oder zur Heilung. Interessant wird das Geschehen auch durch die Umgebung. Teils findet ihr euch in offenen Naturkulissen wieder, teils versteckt ihr euch in düsteren Kirchen. Richtig spannend fallen die Probespiele in engen Arealen aus. Beispielsweise an einer länglich angelegten Burgbrücke mit breitem Mittelweg und engen Seitengängen. Letztere lassen sich per Hebel mit spitzen Speeren versperren.

Richtig nervenaufreibend wird es beim direkten Online-Duell einer gegen einen. Genau hier könnt ihr eure Erfahrung mit Klinge und Dolch ausspielen. Durch die Schnelligkeit flinker Kämpfer haben es schwere Brocken hier scheinbar schwerer. Doch hier sei noch eine taktische Note verraten: die Ausdauer. Wuchtige Attacken leeren schnell die Energieleiste, ohne die ihr nur leichte Attacken verursachen könnt. Taktiker warten ab, bis der Feind außer Puste ist, um im richtigen Moment zuzuschlagen.

Vom Ritter bis zum Samurai

Drei Fraktionen kämpfen in For Honor mit. Ihr entscheidet euch für Ritter, Wikinger oder Samurai. Jede Partei verfügt über vier Klassen, vom Frontkämpfer über Tank bis zum Schleicher.

Je nach Kriegerklasse verfügt ihr über Äxte, Keulen sowie kurze oder überlange Klingen.Je nach Kriegerklasse verfügt ihr über Äxte, Keulen sowie kurze oder überlange Klingen.

Jeder Heldentyp verfügt über typische Bewaffnung vom Breitschwert und Axt über Katana bis zum Doppeldolch. Entsprechend anders spielt sich jede Figur und benötigt Einarbeitung. Ihr dürft jedoch eigene Waffenkonfigurationen erstellen und vier Fertigkeiten auswählen. Letztere bringen euch entscheidende Vorteile – aber nur, wenn ihr genug Können auf dem Schlachtfeld beweist. Dann schalten sich beispielsweise auslegbare Bärenfallen oder Brandbomben frei.

Außerdem lässt sich der eigene Held individualisieren. So bestimmt ihr Optik und Eigenschaften von Helm, Schulterplatten, Brustpanzerung, Waffen oder Schild. Neben Farben und Wappen könnt ihr auch Gesten und Siegesposen aussuchen, um mit Stil zu kämpfen.

Nicht zuletzt stellt Ubisoft auch den groß angelegten "Fraktion War" vor. Dabei findet ihr euch in einem plattformübergreifenden Online-Krieg wieder, in dem ihr ständig neue Schlachten für eure Fraktion ausfechtet. Nur so könnt ihr neue Gebiete auf einer Übersichtskarte erobern. Die Macher wollen hierbei auch regelmäßige Online-Veranstaltungen abhalten. Bereits im Januar 2017 soll dazu eine geschlossene Beta-Phase starten.

Schleichen und Brandschatzen

Auf Ubisofts Veranstaltung waren erstmals zwei recht unterschiedliche Kampagnen-Missionen spielbar. Beim ersten Einzelspieler-Einsatz ging es um eine Sabotage-Aktion in einer gut bewachten Wikingerfestung.

Neben dem zentralen Online-Modus stellt ihr euch nett gemachten Solo-Missionen.Neben dem zentralen Online-Modus stellt ihr euch nett gemachten Solo-Missionen.

In der vorgegebenen Rolle einer Attentäterin schleicht ihr euch durch ein verschneites Berg-Areal, um zur erwähnten Ansiedlung zu gelangen. Wobei Schleichen der falsche Ausdruck ist. Denn sobald ihr euch Feinden nähert, gehen sie umgehend zum Angriff über. Mit etwas Können sind Wachpatroullien schnell beseitigt. Schließlich erklimmt ihr eine Turmanlage, um die Gegengewichte zweier Seilwinden zu sabotieren. So bringt ihr das Bauwerk letztlich zum Einsturz. Allerdings nicht, bevor euch noch ein Zwischenboss in die Quere kommt.

Die zweite angespielte Mission versetzt euch in die Haut einer aufrührerischen Wikingerin, die gegen ihren fiesen Stammesführer Ragnar vorgeht und einen Aufstand anzettelt. Im schick aufgemachten Dorf metzelt ihr dessen Schergen nieder und kämpft euch zu versperrten Vorratskammern frei. Per Brandbomben setzt ihr das halbe Dorf in Brand und erledigt den Fiesling im direkten Duell Frau gegen Mann. Um seiner Strafe zu entgehen, flieht Ragnar hoch zu Ross. Nach kurzer Verfolgungsjagd durch einen Hinderniskurs bringt ihr ihn jedoch zur Strecke.

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Tags: Multiplayer   Singleplayer   Online-Zwang  

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