Unsere Lieblingsspiele 2016: Das müsst ihr gezockt haben

(Special)

von David Dieckmann (24. Dezember 2016)

Schluss. Aus. 2016 ist vorbei. Während sich die Boulevard-Presse auf Skandale, Todesfälle und Donald Trump stürzte, flüchtete die spieletipps-Redaktion. In unterhaltsamere, virtuelle Realitäten.

Spiele gab es genug im Jahr 2016. Und unterm Strich sogar sehr viele gute - und das aus beinahe jeder Ecke des Genre-Universums. Wer von euch die - möglichst objektiv gesehen - besten Spiele des Jahres erfahren möchte, schaut sich am besten gleich die Besten Spiele 2016 bei spieletipps an. Die just verlinkte Liste basiert auf Wertungen von Redaktion und Lesern.

Aber es gibt noch mehr als einen Wertungsdurchschnitt.

Es gibt persönliche Geschmäcker. Auch und vor allem in unserer Redaktion. Da wären etwa Shooter-Liebhaber Jo, Indie-Experte Daniel oder Rollenspiel-Fanatiker Micky. Und weil jeder anders ist, werden wir jetzt persönlich. Persönliche Meinungen, Präferenzen, Abneigungen - in diesem Artikel ist alles erlaubt. Fanfaren bitte - denn das hier sind die persönlichen Favoriten der Redaktion.

David Dieckmann - Pokémon-Jäger, E-Sports-Sympathisant und PC-Selbstbauer

Die aktuelle Pokémon-Generation rockt!Die aktuelle Pokémon-Generation rockt!

Pokémon Go

Es ist Sonntagmorgen, kurz vor drei. Ich sitze mit drei wildfremden Menschen in einem Auto und rase durch Berlin, auf der Suche nach einem Lapras. Ja, auch ich war Mitte des Jahres im Pokémon Go-Fieber - und ich bereue keine Sekunde. Der vermutlich größte Gaming-Trend des Jahrzehnts war für mich ein Schlüsselerlebnis. Er brachte Zocker auf die Straße und Menschen zusammen. Schade bloß, dass der Spaß für mich ein kurzer war. Schnell wurde das Spiel zur Tretmühle, wie bei vielen Mobile-Spielen üblich. Spätestens nach Taubsi-Fang Nummer 23.522 hatte ich genug vom repetitiven "Grinden".

Pokémon Sonne

Und gleich noch mal Pokémon! Beflügelt vom sommerlichen Pokémon-Hype, habe ich mit Pokémon - Sonne zum ersten Mal seit Pokémon Silberne Edition wieder ein Spiel der Reihe ernsthaft gespielt. Und fühle mich dabei gerade, als wäre ich wieder zwölf. Im positiven Sinne - denn ich bin begeistert, gefesselt, verbringe teils ganze Samstage vor dem kleinen Bildschirm und fange, züchte oder tausche Taschenmonster. Apropos: Wer von euch hat ein 6IV-Ditto? Ich tausche gegen ein Solgaleo.

Overwatch

Der letzte Shooter, den ich ernsthaft gespielt habe, war Counter-Strike 1.6. Da war es 2003 und ich hatte nichts zu verlieren. Außer Schulnoten. Was ich schaffte. Aber das ist ein anderes Thema. Heute schlage ich mir regelmäßig mit Freunden die Nächte um die Ohren, um in Overwatch Ränge aufzusteigen. Blizzard hat hier in meinen Augen erstklassig abgeliefert: Ein Spiel, das sich frisch anfühlt und sich für jeden Spieler-Typ eignet. Egal, ob jemand gut zielen, ein Team koordinieren oder taktisch vorgehen kann - jedem scheint es Spaß zu machen. Trotz des geringen Umfangs wird es in diesem Spiel einfach nie langweilig - zumindest, sofern ich nicht alleine spielen muss.

Joachim „Onkel Jo“ Hesse – Projektil-Experte, Monster-Jäger und Geschwindigkeits-Fanatiker

Ein Höhepunkt 2016: Forza Horizon 3.Ein Höhepunkt 2016: Forza Horizon 3.

Forza Horizon 3

Das Licht, die Geschwindigkeit, die Strecken … Forza Horizon 3 macht so ziemlich alles richtig. Von den Qualitäten dieser offenen Spielwelt träumen andere Hersteller. Wahrscheinlich ist Forza Horizon 3 sogar das objektiv beste Spiel des Jahres. Die Entwickler Playground Games haben ein aktuell konkurrenzloses Meisterwerk erschaffen. Da vermisse ich die alten Burnout-Zeiten kaum noch.

Doom

Dooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooooom! Doom, Doom, Doom, Doom, Doom! Halten Sie mich für verrückt, halten Sie mich für übergeschnappt, doch Doom hat mich auf ganzer Linie davon überzeugt, dass geradlinige Ego-Shooter immer noch Spaß machen. Ich brauche keine militärisch korrekten Waffen, keine moralisch von der „Social Justice“-Polizei abgesegnete Handlung, keinen Begleit-App, über die ich neue Kleidungsstücke kaufe. Ich brauche nur Action. Nonstop. Genau die liefert Doom. Und zwar auf den Punkt.

Raiden 5

2D-Shooter erscheinen nicht mehr viele. Besonders auf PlayStation 4 und Xbox One herrscht von einigen Ausnahmen abgesehen Dürre. Umso mehr hat es mich gefreut, dass Raiden 5 für Xbox One die Ballerspiel-Fahne hoch hält. Das Spiel ist zwar nur in Japan erschienen, doch angeblich soll es zumindest in digitaler Form auch hierzulande noch erscheinen.

Dennis Michel – Rätsel-Großmeister, Seelen-Dieb und Wahnsinniger

In der farbenfrohen Welt von The Witness erwarten euch allerhand knifflige RätselIn der farbenfrohen Welt von The Witness erwarten euch allerhand knifflige Rätsel

The Witness

Braid-Entwickler Jonathan Blow brachte mit The Witness dieses Jahr ein Spielgefühl zurück, das seit gut 20 Jahren als ausgestorben galt. Ausgerüstet mit Stift und Papier saß ich Anfang 2016 weit über 30 Stunden vor dem Fernseher, zeichnete Rätsel um Rätsel vom Bildschirm ab und stand mehrere Male am Rande der Verzweiflung. Soll ich aufgeben? Niemals! Zu motivierend gestalteten sich die kniffligen und wohl durchdachten Knobeleien, bauten aufeinander auf und bildeten Stück für Stück ein großes Ganzes.

Dark Souls 3

Seit Demon's Souls gehören für mich die Spiele vom japanischen Entwickler From Software zum spielerisch Besten, was die Branche alljährlich zu bieten hat. Ich liebe dieses einsame, bedrohliche Gefühl, das einen für unzählige Stunden in seinen Bann zieht. Selbst nach dutzenden selbstverschuldeten Toden, bin ich stets motiviert es erneut zu versuchen – bis der letzte optionale Endgegner das Zeitliche gesegnet hat. Dark Souls 3 macht mit seiner Mischung aus selbstrefferenziellen Momenten und neuen Meilensteinen innerhalb der Serie für mich alles richtig. Die Vorstellung, dass in Zukunft aller Voraussicht nach kein weiterer Souls-Teil erscheint, schmerzt gewaltig.

Darkest Dungeon

“Remind yourself that overconfidence is a slow and insidious killer.“ - Wer in Darkest Dungeon auch nur eine Sekunde lang unvorsichtig ist, oder glaubt, dass die Reise in den Kerker gewiss ein gutes Ende findet, der wird sich mit großer Gewissheit alsbald trauernd auf dem Friedhof seiner liebgewonnenen Helden wiederfinden. Kaum ein Spiel wiegt einen mit solch immenser Behutsamkeit in Sicherheit, nur um euch wenig später mit brutaler Härte wortwörtlich wahnsinnig zu machen. Als großer Anhänger von Roguelike-Spielen, die den permanenten Tod der Figuren beinhalten, konnte mich die Indie-Perle von Entwickler Red Hook Studios bereits über Monate in der “Early Access“-Phase begeistern.

Matthias - Lauf-simulierendes Rätselmonster aus der Hölle

Doom

So, Karten auf den Tisch: Ich habe nie Doom gezockt. Nicht einen Teil. Ich kenne die Wichtigkeit der Spieleserie, sie war mir aber immer ziemlich egal. Und dann kam das 2016er Doom. Aus beruflichen Gründen habe ich über die Gewalt in dem Spiel geschrieben - und dabei badete ich begeistert in blutigen Belzebub-Horden. Doom will sich nicht ernst nehmen. Doom will gewaltig und kunstvoll sein. Doom hat eine bekloppte Geschichte, die eben so bekloppt ist, dass sie unglaublich viel Spaß macht. Der Soundtrack, die Klangkulisse, das alles ist unglaublich befriedigend. Doom hat alles richtig gemacht, was man im Doom-Genre richtig machen kann.

Firewatch

Videospiele können auch das sein: Intim, berührend, unaufgeregt. Firewatch erzählt eine Geschichte, die nichts Besonderes ist. Das macht das Spiel so besonders. Denn auch, wenn das Spiel immer wieder mit Andeutungen spielt, immer wieder suggeriert, dass da doch mehr sein könnte - es ist nie mehr. Nie mehr, als eine anrührende Geschichte von Menschen die verloren sind, die gefunden werden - und dessen Leben doch schlussendlich so weitergeht wie bisher. Hinzu kommt ein schöner Grafikstil, Dialoge die tatsächlich aus dem Leben gegriffen sein könnten, eine Ruhe die unglaublich viel zur Atmosphäre beiträgt. Firewatch ist kein Event, sondern ein paar Tage im Leben eines Menschen - unvergesslich.

The Witness

Die Karten müssen nochmal auf den Tisch: Ich mag keine Rätselspiele. Vielleicht fehlt mir die Geduld, vielleicht auch das räumliche Denken. Blick ich zurück, kann ich mich an kein Rätselspiel erinnern, das ich länger als eine Stunde gezockt hätte - bis auf The Witness. Es ist die Atmosphäre, es ist der Grafikstil, es ist dieses "Warum?", das mich angetrieben und immer wieder unendlich gequält hat. Fast schon meditativ bewegte ich mich durch die abwechslungsreiche Spielwelt, suchte nach Rätseln, fand diese auch immer. Und brauchte dann Stunden, um diese zu lösen - teilweise mit Skizzen, Smartphone-Apps und "Achsoooo"-Momenten in der U-Bahn.

Daniel Kirschey - sammelnder, anpflanzender Dämonen-Mörder

Pokémon Mond

Alle erzählen mir ständig wie gut Pokémon-Spiele sind und dass ich unbedingt mal eines ausprobieren soll. Joar, sie haben mich nie sonderlich interessiert. "Na ja, mal schauen, wie das neue Pokémon so ist", dachte ich mir. Das Spiel würde hier nicht auftauchen, wenn ich es nicht gerne zocken würde. Also könnt ihr euch den Rest sicherlich schon denken: Jetzt verstehe ich endlich, warum mir alle damit immer so in den Ohren lagen. Der Sammeltrieb ist enorm und die kleinen Viecher dann auch noch zu hegen, pflegen und weiter zu entwickeln - ach Mist, ich bin im Pokémon-Fieber.

Stardew Valley

Auch Harvest Moon habe ich nie wirklich gespielt. Dafür hatte ich neben The Legend of Zelda, Gargoyle's Quest und anderen Klassikern, die ich auf meinem Game Boy gespielt habe, nie Zeit und Muse gefunden. Und wie mit Pokémon Mond habe ich durch Stardew Valley endlich verstanden, was an diesem Spielprinzip so toll ist. Nachdem ich aus Stardew Valley alles herausgespielt habe, sitze ich nun an Story of Seasons. Ich brauchte halt Nachschub.

Doom

Ha, Doom ... da habe ich doch wirklich alle Teile gespielt und bin nicht erst vor kurzem eingestiegen. Oh Mann, ist Doom gut. Schon Wolfenstein - The New Order hat einen Spielaspekt in Ego-Shootern aufgegriffen, den ich lange vermisst habe: schnelle Action. Bei all den Call of Dutys und Battlefields und Medal of Honors und was weiß ich noch was, ist meine Lust an Ego-Shootern irgendwann schlicht verraucht. Doom bringt umso mehr genau das in dieses Genre zurück, was ich lange Zeit vermisst habe. Dass id Software es dann auch noch schafft, Doom mit dieser absurden Metaebene auszustatten, zeigt, dass der Entwickler nicht nur den Kern von Doom genau kennt, sondern auch, dass es möglich ist, damit humoristisch zu spielen.

Micky Auer - trauernder Schatzsucher und Meuchelmörder der Stufe 99

That Dragon, Cancer

Das Leben ... kann manchmal einfach nur ein hinterhältiges Stück Scheiße sein. In den meisten Fällen hört man nur von Tragödien und Unglücksfällen, die "irgendjemandem da draußen" zugestoßen sind. Und dann trifft es einen selber. Ohne Vorwarnung. Ohne die Chance, sich irgendwie dagegen zu wehren. That Dragon, Cancer ist ein autobiographisch geprägtes Spiel von Ryan und Amy Green, die durch dieses berührende Stück Software den Krebstod ihres Sohnes Joel verarbeiten. Nur wenige Tage, nachdem bei einem zwölfjährigen Mädchen in meinem allerengsten Freundeskreis ein unheilbarer Gehirntumor diagnostiziert wurde, kam das Spiel auf den Markt. Als sie dann zu Ostern eingeschlafen ist, musste ich mich einmal mehr mit unser aller Endlichkeit auseinandersetzen. That Dragon, Cancer hat mir dabei geholfen und sich mir in Bereichen meines Geistes eingebrannt, die sich normalerweise nicht mit Spielen auseinandersetzen.

Uncharted 4 - A Thief's End

Ist ja fast schon generisch, ein Spiel in seine persönliche Bestenliste aufzunehmen, das Vorschuss-, Zwischenschuss- und Nachschusslorbeeren erhalten hat. Tja, was soll ich sagen? Ich mag Nathan Drake, den tollpatschigen Abenteurer (No! No! No! No! No!) und seine haarsträubenden Geschichten von versunkenen Städten, verlorenen Zivilisationen und legendären Schätzen. Der Umstand, dass Neil Druckmann (der Autor von The Last of Us) Hand an die Erzählung gelegt hat, hebt Uncharted 4 - A Thief's End aus dem eindimensionalen Action-Sumpf und vermittelt eine Nahbarkeit der Protagonisten, die auf den ersten Blick für das Genre gar nicht nötig zu sein scheint. Erst nach dem Konsum des Spiels stellt aber so mancher mitunter fest, dass ihm oder ihr bis jetzt etwas gefehlt haben könnte.

Assassin's Creed - Complete Absence

Bevor ihr jetzt nach diesem Spiel sucht: Es kam nie auf den Markt, es war nie geplant und es wird auch niemals erscheinen. Es geht mir viel mehr um die völlige Abwesenheit einer meiner Lieblings-Serien, die ich in vollem Umfang begrüße. Ich mag Assassin's Creed. Vom vergleichsweise lahmen ersten Teil über die legendäre Ezio-Trilogie, bis hin zum viel kritisierten Teil 3, dem hübschen Ausflug in die Karibik und dem völlig unterschätzten Rogue. Spätestens mit Unity und Syndicate haben sich aber gewisse Alterserscheinungen bemerkbar gemacht. Daher möchte ich ein großes Lob an Ubisoft aussprechen, dass sie nicht so stur waren, der Serie nach wie vor jedes Jahr einen neuen Teil aus den Rippen zu quetschen, bis nur noch eine ausgemergelte Hülle davon übrig ist. Ich bin gespannt auf den Neuanfang und die hoffentlich damit verbundenen neuen Ideen.

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