Unsere Highlights 2016: Das war richtig knorke am Spielejahr

(Kolumne)

von David Dieckmann (25. Dezember 2016)

Was für ein Jahr! 2016 ist in der Welt der Videospiele viel passiert. Wir schauen zurück - und verraten euch, was uns dieses Jahr am meisten bewegt hat.

Wir alle waren dieses Jahr Zeuge, wie der wohl größte Gaming-Trend der Welt seinen Aufstieg erlebte. Doch auch abseits von Pokémon Go hat sich viel getan in der Welt der Spiele. Damit sind nicht nur tolle Spiele gemeint, die das Licht der Welt erblickten.

Klar könnten wir euch an dieser Stelle noch einen "Die 10 besten Spiele für XY des Jahres"-Artikel präsentieren. Stattdessen verraten wir euch hier jedoch, was uns persönlich am meisten am Herzen lag. Das können Spiele sein, aber auch Events, Fans oder Obstsalat. Zumindest, sofern letzterer mit Spielen zu tun hat.

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Jeder Redakteur darf in diesem Artikel in seinem eigenen Bereich seine eigene Lobeshymne an das Jahr singen. Wer weiß - vielleicht stimmt ihr bei der einen oder anderen ja sogar mit ein?

Onkel Jo über Bewegung in Doom

Ein guter Dramaturg weiß, dass vor dem Klimax die Krise steht. Die Krise löste dieses Jahr Bethesda bei mir aus. Nach einer schwächelnden Beta wurde das Testmuster zu Doom erst zum Erstverkaufstag ausgeliefert. Solche Maßnahmen entpuppen sich in der Regel als mangelndes Vertrauen des Herstellers in das eigene Produkt und als Furcht vor schlechten Wertungen. Quo vadis, Doom? Haben Bethesda und id Software das Spiel nach all den Jahren in den Sand gesetzt? Kurz sehe ich das Spiel mit ausgebreiteten Armen im Körper von Kate Winslet am Bug der Titanic zur Hölle fahren. Doch in dem Moment, als es auf meiner Festplatte landet, ich den Doppelsprung beherrsche, die Industrial-Musik mein Blut durch die Adern peitscht und mein Alter Ego einen „Glory Kill“ ausführt, weiß ich: Nein, sie haben es geschafft! Der Hochgeschwindigkeitsspielablauf erweist sich sowohl modernen und klassischen Spielphilosophien würdig. Zur virtuellen Hölle mit der Skepsis! Doom lebt - nachzulesen im Test „Doom: Es ist die Hölle auf Erden und ihr seid der Teufel mit der Schrotflinte“!

Doom: Ende gut, alles gut.

Dennis über den Pokémon-Wahnsinn

Die erste Pokémon-Generation wird für immer einen Platz in meinem Gamer-Herzen inne haben. Auch wenn mich die kleinen Taschenmonster über die Blaue und Rote Edition hinaus nicht begeistern konnten, so gehörte das Tauschen und Sammeln mit Freunden auf dem Schulhof zu den Höhepunkten meiner Spiele-Erinnerungen aus der Kindheit. Als Mitte dieses Jahres Pokémon Go für Android und iOS erschien, war ich zunächst skeptisch. Zum einen stellte ich mir die Frage, ob das süchtig machende Spielprinzip im Jahr 2016 noch von mir Besitz ergreifen kann, und zum anderen zähle ich zu der Sorte Gamer, die ihr Handy in Bezug auf Spiele höchstens dafür benutzen, um Freunde im Quizduell zu vernichten (Anm. d. Red.: Lüge!). Doch letztendlich kam es gänzlich anders und ich spulte wochenlang Kilometer um Kilometer zu Fuß ab, nur um meinem Pokédex einen weiteren Eintrag hinzuzufügen. Das Prinzip, virtuelle Inhalte mit der realen Welt zu verbinden, weckte selbst in jenen Menschen großes Interesse, die mit Spielen normalerweise nicht in Berührung kommen. Mittlerweile hat die Faszination der Monsterjagd zwar deutlich nachgelassen, dennoch hatte ich mit der simplen und ganz und gar nicht fehlerfreien App von Entwickler Niantic eine Menge Spaß.

David über die gamescom

Einige von euch haben vielleicht die Live-Streams gesehen, die wir während der gamescom regelmäßig auf Facebook gesendet haben. Vielleicht hat sogar der eine oder andere gamescom-Besucher unseren Stand in Halle 10.1 gesehen. Es war das erste Mal, dass wir mit spieletipps und GIGA GAMES einen gemeinsamen Stand hatten. Und das erste Mal, dass wir ein derartiges Live-Programm aufgestellt haben.

Das Messe-Team von spieletipps und GIGA GAMES.

Es hat mir wahnsinnig viel Spaß gemacht, unseren Messebesuch zu organisieren und vor allem viele Freunde, Bekannte, Leser und Kollegen zu treffen. Wir haben mit Youtubern gearbeitet, mit Publishern, Musikern, Messebauern, Powerbank-Produzenten, Stuntpiloten, Cosplayern, sogar mit der NBA und vielen mehr. Den Aufwand könnt ihr euch vielleicht schwer vorstellen. Das tolle Gefühl, so ein Ding auf die Beine gestellt zu haben, ist aber jeden Schweißtropfen wert. An dieser Stelle gebührt besonderer Dank der Kölnmesse und dem Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware E.V. (BIU).

Und ganz nebenbei haben wir es tatsächlich geschafft, international in der Presse Erwähnung zu finden - mit einem unserer gamescom-Werbeplakate. Das erfüllt mich mit besonderem Stolz. Ich könnte jetzt noch ein halbes Buch mit lustigen Anekdoten aus der Messewoche füllen. Aber mein Chef sagt, ich darf seine Nacktbilder nicht veröffentlichen. Also lassen wir das.

Matthias mag Diversität

Das Jahr endet dann doch noch mit einem Schritt nach vorne. Ausgerechnet Naughty Dog präsentieren uns kurz vor Abschluss des Spielejahres dann doch noch mit dem Ausblick darauf, dass der Protagonist eines Videospiels eben kein "der" sein muss, sondern auch eine "die" sein kann. Mit The Last of Us Part 2 und einem DLC zu Uncharted 4 setzt das Entwicklerstudio ohne Kompromisse - so sieht es zumindest zum jetzigen Zeitpunkt aus - auf Diversität.

Freilich sagt es einiges über die Videospielbranche aus, wenn weibliche Hauptcharaktere noch etwas Besonderes sind. Von der Reaktion vieler "Fans" mal ganz abgesehen. Doch bin ich nicht hier, um zu nörgeln, sondern um zu loben. Denn ich muss ehrlich zugeben, dass mir eine Reihe wie Uncharted etwa selten als interessant erschien. Ein Grund dafür war, dass mir mit Nathan Drake wieder die Geschichte eines strahlenden Helden vorgesetzt wurde, die ich schon viel zu oft erlebt habe. Eine Spielereihe, die vor allem durch ihre Geschichte überzeugen will, hat mich durch diesen Umstand eben nie überzeugen können. Darum bin ich gespannt, was Naughty Dog mit den neuen Protagonistinnen nun machen wird. Erleben wir vielleicht frische Geschichten? Oder sind es doch wieder "nur" Heldengeschichten - diesmal jedoch mit anderen Genitalien. Ich bin gespannt, wie sich das 2017 entwickeln wird. Und Spannung ist nach dem Spielejahr 2016 ja durchaus ein Highlight.

Daniel mag leise Momente und große Klumpen aus Leibern mit vielen Armen und Beinen

Ich finde ich das Spielejahr 2016 ziemlich schei**. Keine großen Ankündigungen neuer Spiele, die voriges Jahr angekündigten wie Horizon - Zero Dawn und Nier Automata erscheinen erst nächstes Jahr, die Spieleindustrie haut ein Remaster nach dem anderen raus ... und ich sitze hier und soll über mein persönliches Spiele-Highlight schreiben. Das ist echt schwer.

Große Klumpen aus Leibern mit vielen Armen und Beinen. Ja ...Große Klumpen aus Leibern mit vielen Armen und Beinen. Ja ...

Wenn einem kein bombastischer Höhepunkt einfällt, gab es wohl auch irgendwie keinen. Ein Call of Duty 13 und Battlefield 11 sind für mich schon lange keine Höhepunkte mehr. Also weg von den großen, lauten und bombastischen Höhepunkten - mal überlegen, was es für kleine, leisere und wohlige gab. Da fällt mir dann sofort Inside ein. Nicht nur als Spiel, sondern auch der Moment, in dem ich es spielte. Inside zieht einen - ähnlich wie etwa Limbo, Journey oder The Last Guardian - mit seiner Stimmung in den Bann. Wenn man diese Stimmung dann auch noch mit einer Person auf der Couch hockend teilen kann - ja, dann ist so etwas für mich ein kleiner, schöner Höhepunkt in diesem Jahr. Denn Inside spielt mit meinen Erwartungen, lässt mich angstvoll die kleine Figur steuern und verpasst mir hier und da eine ordentliche Gänsehaut. Und irgendwie ist dieser Moment, dieser Höhepunkt dann doch intensiver als ein bombastisches Highlight.

Micky mag Wesen, die man hinter den Öhrchen kraulen kann

Wenn es jemanden gibt, der das Spielejahr 2016 in seiner Gesamtheit noch lahmer empfindet als Kollege Daniel, dann bin das wohl ich. Schön, es gab Uncharted 4, das mich durchaus gut unterhalten hat. Dann natürlich Overwatch, das ich zwar aufgrund seiner Mechanik und Vielfalt lobe, mich aber weniger interessiert als aufgeweichte Pizza. Nicht zu vergessen Doom und Dark Souls 3 und Titangeschieße und Call of Neverending Ballerei und Battlefieldfront 1.1 und ... ach, irgendwie hat mich dann doch nichts so richtig aus den Latschen gehauen, wenngleich die genannten Spiele zu Recht eine große Anhängerschaft haben.

Komm her! Ich zeig dir die Stelle hinter den Öhrchen.Komm her! Ich zeig dir die Stelle hinter den Öhrchen.

Dann trapst Trico um die Ecke. Ich schaue mir den gräulich-grünen Grafikbrei an und frage mich: "Hab ich jetzt ernsthaft zehn Jahre darauf gewartet?" Naaaaaaaaaaaaaa ja. Ich spiel es halt mal, wenn auch missmutig und ohne großen Enthusiasmus. Und dann gelingt The Last Guardian das, was die ganz großen Triple-A-Produktionen nicht geschafft haben, was tonnenweise Partikeleffekte und Bazillionen von animierten Objekten nicht in mir auslösen konnten: Auf den letzten Metern des Jahres wird mein böses, hartes Herz erweicht und ich empfinde den Zauber und die Nostalgie, die von Jahr zu Jahr im Leben eines Erwachsenen immer mehr verblassen, bis sie nur noch wie die Erinnerung an einen vor langer Zeit erlebten Traum wirken. Unser Kollege hat im Test: "The Last Guardian - Liebe hat ihren Preis" zwar durchaus berechtigte kritische Töne erhoben, jedoch will in diesem Fall einfach mal Fanboy sein und mir durch rein subjektive Sicht den Blick trüben lassen. Der geistige Weichzeichner funktioniert.

Tags: Fun   Singleplayer   Multiplayer   Science-Fiction   Horror   Fantasy  

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