Oculus Touch: Virtuelle Realität zum Anfassen

(Special)

von Dennis Michel (12. Dezember 2016)

Lange Zeit konntet ihr mit der Oculus Rift ausschließlich visuell die Virtuelle Realität genießen. Damit ist jetzt Schluss. Mit Hilfe von Oculus Touch, den neuen Controllern von Hersteller Oculus VR, greift ihr ab sofort wortwörtlich mitten in das Geschehen ein.

Seit Beginn des Jahres 2016 ist Oculus Rift offiziell auf dem Markt und Spieler haben die Möglichkeit, so tief und so gut wie nie zuvor in virtuelle Welten einzutauchen. Doch Sonys Playstation VR und die HTC Vive haben vorgemacht, wie die Grenzen zwischen der Realität und der Virtuellen Realität (kurz: VR) noch weiter verschwimmen, ein noch höherer Grad der Immersion erreicht werden kann. Die Lösung: Controller, die ein virtuelles Abbild eurer Hände darstellen. Wir konnten das neue Stück Hardware testen und möchten euch gerne einen Einsteiger-Ratgeber zusammen mit unseren ersten Eindrücken präsentieren.

Aller Anfang ist … gut erklärt

Bevor ihr die Virtuelle Realität genießen könnt, solltet ihr euch zunächst 30 bis 60 Minuten Zeit nehmen, um die nötige Installation, samt Einrichtung der Oculus Rift in eurem Zimmer durchzuführen. Damit das nicht allzu schwer fällt, hat Hersteller Oculus VR diesen Prozess via Software mit reichlich Infografiken und hilfreichen Videos ausgestattet. Auch wir haben die wichtigsten Schritte in einer Bilderstrecke aufgeführt, um euch den Einstieg so gut es geht zu vereinfachen.

Tolles Design

Befinden sich alle Kabel an der richtigen Stelle, schnappt ihr euch Brille und Pads und los geht's. Was sofort auffällt: Die Touch-Controller liegen hervorragend in den Händen und alle Finger wandern wie von selbst an die vorgesehenen Knöpfe. Dies ist vor allem auf das kompakte Design zurückzuführen, für das sich der Hersteller im Gegensatz zur eher länglichen Peripherie der Konkurrenz entschieden hat. Im Detail setzt sich der Controller aus zwei analogen Triggern, die ihr mit dem Zeige-und Mittelfinger greift, einem Analog-Stick, sowie drei Knöpfen zusammen.

Shooter machen mit den Controllern besonders viel Spaß (hier: Dead and Buried.)Shooter machen mit den Controllern besonders viel Spaß (hier: Dead and Buried.)

Habt ihr nun eines der 53 Spiele, die zum Start der Oculus Touch die Funktionen der Pads unterstützen, gestartet, erwartet euch nicht etwa ein plumpes Abbild der Hardware, sondern euer Blick wandert auf digitale Hände. Doch das ist noch lange nicht alles: Die Bewegungen eurer Daumen und Zeigefinger werden in der virtuellen Welt übernommen. Die restlichen drei Finger agieren zusammen, was ein wenig schade ist. Durch Drücken des oberen hinteren Triggers lassen sich Objekte greifen. So haltet ihr beispielsweise die Waffen aus dem Shooter Dead and Buried in eurer virtuellen Hand, was ein tolles haptisches Gefühl erzeugt. Zwar solltet ihr trotz integriertem Vibrationsmotor keinen absoluten Realismus erwarten, doch fühlte sich die Interaktion in einem Spiel noch nie so echt an.

Den Blick nach vorn gerichtet

Damit ihr Touch verwenden könnt, werden an der Kopfseite des Raumes zwei Sensoren im Abstand von zwei Metern parallel zueinander aufgestellt. Ein Sensor liegt der Oculus Rift, einer den Controllern bei. Diese scannen den Raum, in dem ihr euch virtuell bewegt und übertragen eure Aktionen. Um Fehler bei der Erkennung zu vermeiden, solltet ihr stets darauf achten, dass euer Körper nicht zwischen die Sensoren und die Pads gelangt.

Im Idealfall sollten die Sensoren einen Abstand von ein bis zwei Metern haben und parallel zueinander ausgerichtet sein.Im Idealfall sollten die Sensoren einen Abstand von ein bis zwei Metern haben und parallel zueinander ausgerichtet sein.

Wünschenswert wären zwei weitere Sensoren, die im Komplettpaket enthalten sind und hinter dem Spieler aufgestellt werden, um die Abhängigkeit der Vorwärtsausrichtung zu vermeiden. Zwar müsst ihr euch bei den aktuellen Spielen nie um die eigene Achse drehen und selbst der Bewegungsradius erstreckt sich auf meist einen Schritt in alle Richtungen, doch ab und an kann es vorkommen, dass ihr leicht die Orientierung verliert und nicht optimal positioniert seid.

Zu wilde Bewegungen sollten aber generell vermieden werden, da die Oculus Rift via USB-und HDMI-Kabel mit eurem Rechner verbunden ist. Diese sind kein fortwährender Störfaktor, doch speziell bei schnellen Spielen kann es zu Problemen kommen. Ein kleiner Tipp: Versucht darauf zu achten, dass das Kabel wenn möglich an euer Schulter den Rücken entlangläuft. Hängt es vor dem Körper, besteht die Gefahr sich darin mit den Füßen zu verheddern. Eine drahtlose Alternative ist derzeit noch Zukunftsmusik, sollte aber seitens der VR-Hersteller eine hohe Priorität genießen.

Quantität vor Qualität

Oculus VR vertraut bislang hinsichtlich seines Spieleangebots zum Start der Touch-Controller, böse ausgedrückt, auf eine beachtliche Auswahl von 53 mehr oder weniger umfangreichen Minispielen. Diese machen größtenteils Spaß und laden stets zu einer neuen Runde ein, sind aber weit davon entfernt prägende Verkaufsschlager zu sein. Ein Beispiel: Das Spiel Fruit Ninja VR kennen viele von ihrem Smartphone. Früchte fliegen durch die Luft und um Punkte zu erhalten, müsst ihr diese mit einem Schwert zerteilen. Das macht mit den Touch-Controllern eine Menge Spaß, ist aber letzen Endes nur ein kurzfristiger Zeitvertreib.

Viele Spiele, wie auch Grav|Lab - Gravitational Facility Testing & Observations, in dem ihr euch durch ein Testlabor knobelt, bieten tolle Ansätze und entlocken euch beim ersten Anspielen ein "Wow". Doch schnell verblasst die anfängliche Euphorie und es entsteht der unweigerliche Eindruck einer erweiterten Tech-Demo, die aufzeigt, was mit Touch alles möglich ist.

Das große Problem ist hier, dass ihr neben den hohen Anschaffungskosten, bestehend aus 700 Euro für die Oculus Rift und 200 Euro für die Touch-Controller, auch für die Spiele gut und gerne mindestens 10 Euro ausgeben müsst. Was wir allen, die ein Spielepaket für ihre Oculus Touch suchen, empfehlen können, ist die Anschaffung des Oculus VR Touch Bundle. Zwar kostet auch dies stolze 90 Euro, doch stehen euch mit Space Pirate Trainer, I Expect You To Die, Kingspray Graffiti, Superhot VR und The Climb von Entwickler Crytek die gehaltvollsten Spiele zur Verfügung. Wer von dem Preis nicht abgeschreckt ist, kann die Oculus Rift bei Amazon bestellen.

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Tags: Oculus Rift   Hardware   Virtual Reality  

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