Test The Last Guardian - Meinung und Wertung

Fakten:

  • ruhige und dichte Atmosphäre
  • Fokus auf der Beziehung zwischen Spieler und Fabelwesen
  • aufwändige Inszenierung
  • beste Spielerfahrung auf PS4 Pro
  • Spielzeit von etwa 10 Stunden lässt sich gut ausdehnen
  • von den Machern von Ico und Shadow of the Colossus
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Meinung von Michael Krüger

Erwartet habe ich von The Last Guardian im Grunde nur das Offensichtliche: Rätsel, Sprungpassagen und Emotionen. Genau so starte ich das Spiel und bekomme auch direkt, was ich mir versprochen habe. Womit ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht rechne: The Last Guardian ist unglaublich subtil. Jedes Hindernis und jede Hürde formen zunehmend ein komplexes Gerüst unterschiedlicher Emotionen und Gedanken. Obwohl mir bewusst ist, dass sich unter den Federn von Trico nüchtern betrachtet nur Einsen und Nullen befinden, entstehen echte Gefühle.

Hier spielen vermutlich gleich mehrere Faktoren eine große Rolle. Da wäre zum einen die Authentizität des Fabelwesens. Neben offensichtlichen Anlehnungen an reale Tiere sind es vor allem klitzekleine Details, wie das spontane Zucken eines Muskels oder das tapsige Spielen mit Nahrung, die Stunde um Stunde Zweifel an der Echtheit des Tieres dämpfen. Zum anderen ist auch die nonverbale Kommunikation ebenfalls wichtig für diese Art der Beziehung. Habt ihr schon einmal einem kranken Tier Medizin verabreicht oder erste Lernerfolge eines Kindes beobachtet, begreift ihr, dass es nicht immer Worte braucht, um zu verstehen und verstanden zu werden. The Last Guardian nutzt jedes verfügbare Stilmittel, um die Bindung zwischen euch und diesem fantastischen Wesen zu formen.

Kein Wunder also, dass die Handlung zu großen Teilen ohne klassische Erzählelemente auskommt und dennoch intensiv und packend bleibt. Stunde um Stunde verdichtet sich die Atmosphäre und das Spektrum an Empfindungen wächst. Dass dies gelingt, obwohl auf der Hand liegt, dass nichts davon real ist, beeindruckt mich zutiefst. Ob ihr das so empfindet und ob euch The Last Guardian erreicht, hängt wie so oft von eurer Einstellung ab. Lasst ihr euch auf das Abenteuer ein, werdet ihr sicher nicht enttäuscht, sondern mit außergewöhnlichen Eindrücken belohnt.

Anders als ich es erwartet habe, weine ich am Ende des Spiels nicht. Doch ich fühle mich schwer und aufgewühlt. Im Grunde sogar so sehr, dass ich nicht weinen kann. Vielmehr erstarre ich und ringe um Fassung. The Last Guardian schafft es trotz technischer Mängel, die mich daran erinnern, dass es sich um Fiktion handelt, mich zu berühren. Die daraus resultierenden Gedanken und Emotionen sind komplexer als ich es erwartet habe und gehen weit über die offensichtlichen Aspekte hinaus, die ich aufgrund der Konstellation vorhersehen kann. The Last Guardian erzählt auf intime Weise eine Geschichte über Mut, Vertrauen und Zuneigung. Es ist sicher keine leichte Kost. Liebe hat nun einmal ihren Preis.

82

meint: Trotz technischer Mängel und teils holpriger Steuerung liefert The Last Guardian eine einmalige Spielerfahrung, die aus der Masse hervor sticht.

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Tags: Fantasy   Singleplayer  

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