Nintendo Switch - so spielen sich die neuen Spiele wirklich

(Special)

von Thomas Nickel (16. Januar 2017)

Nintendo hat endlich seine neue Konsole Nintendo Switch vorgeführt. Die spieletipps-Redaktion hat sich das Gerät und die Spiele in Offenbach genau angesehen.

Die Situation wirkt surreal. Zwei Spieler stehen sich gegenüber, jeder hält in seiner Hand aufrecht einen der neuen Joy-Con-Controller. Mit langsamen, gefühlvollen Gesten bewegen sie ihre Hände auf und ab, dabei drücken sie rhythmisch die beiden seitlichen Knöpfe des Eingabegeräts. Durch den neuen, sogenannten HD-Rumble-Effekt spüren sie, wie eine Flüssigkeit durch den Controller zu fließen scheint, während man aus den Lautsprechern des Fernsehers das Muhen einer Kuh vernimmt.

Eine Runde virtuelles Melken gefällig?Eine Runde virtuelles Melken gefällig?

Eine solche Szene kann es eigentlich nur bei Nintendo geben. Sie stammt aus dem Spiel 1-2-Switch, quasi das Nintendo Land für die neue Konsole. Kaum ein anderer Hersteller, kein anderer Entwickler verbindet so gekonnt Technik mit Albernheit, kein anderer Anbieter bekommt diese Verspieltheit so hin, wie der Traditionshersteller aus Kyoto. Und bei der ersten großen Präsentation von Switch, des lang erwarteten Wii-U-Nachfolgers, war es wieder gerade dieser Hang zum Seltsamen, zum Verspielten und zum vollkommen unerwarteten, der für beste Laune unter den Gästen sorgten.

Freilich – es ist nicht alles Sonnenschein in Sachen Switch: Das Spieleangebot am ersten Verkaufstag (3. März!) könnte etwas größer sein und der Preis (knapp 330 Euro) ist dann doch ein wenig höher ausgefallen, als sich das Spieler und auch Anleger erhofft hatten. Dennoch ist die Stimmung bestens, denn sobald man selbst Hand an die Switch und ihre verschiedenen Controller-Varianten legt, verschwinden viele Zweifel zugunsten der Freude an der Spielen und der fein gestalteten Hardware.

Joy-Con - die Handschmeichler

Es ist meist ein spannender Moment, das erste Mal selbst Hand an eine neue Konsole zu legen. Videos sind schön, Präsentationen interessant ... aber das Gerät selbst in Händen zu halten, ist etwas anderes. Bei Nintendos neuem System ist das nicht anders. Da ist es gut, dass die Switch in rein haptischer Hinsicht sehr, sehr überzeugend daherkommt. Das System fühlt sich enorm wertig an. Wertiger als der Vorgänger Wii U. Lag dort das Pas trotz seiner Größe gut in der Hand, hatte gerade die Bedienenheit der Konsole mit ihrem großen Plastikgehäuse und dem eher blassen SD-Bildschirm im Rückblick eher den Charme eines Fisher-Price-Tablets.

So sieht sie also in Natura aus, die lang erwartete Nintendo Switch.So sieht sie also in Natura aus, die lang erwartete Nintendo Switch.

Eine komplette Switch inklusive der beiden Joy-Cons ist ähnlich groß wie ein Wii-U-Gamepad, kommt aber viel, viel flacher daher, hat ein spürbares, aber gleichzeitig auch sehr angenehmes Gewicht und wirkt sehr gut verarbeitet. Obwohl sich die beiden Joy-Cons vom Gerät lösen lassen, wackelt und schlackert nichts. Der Bildschirm hat eine Auflösung von 1280x720 Pixeln, überzeugt mit hoher Schärfe und sehr guter Leuchtkraft.

Klar, manch ein modernes Smartphone hat heute eine höhere Auflösung – kostet dann aber auch ein Vielfaches der Switch. Laut Nintendo erlaubt der Bildschirm der Switch auch sogenannte kapazitive Berührungssteuerung wie moderne Tablets und Smartphones, allerdings wurde diese Funktion noch von keinem der gezeigten Spiele genutzt. Das ist die gängige Touch-Steuerung, mehr braucht ihr von technischer Seite nicht wissen.

Volle Kontrolle und HD-Rumble

Die Joy-Cons sind klein, aber sehr wertig. Der angekündigte HD-Rumble-Effekt sorgt für so manche Überraschung und die Flexibilität der kleinen Steuereinheiten ist eine große Stärke des Systems. Nehmt die beiden Joy-Cons ab und spielt eine Runde Mario Kart 8 Deluxe zu zweit. Egal ob über die Gyroskop-Funktion oder die Analogsticks, die Steuerung funktioniert tadellos.

Ihr dürft bei Spielen wie The Legend of Zelda auch in jeder Hand einen Joy-Con halten – das fühlt sich entspannt an und erinnert an die Wii-Episoden der Reihe. Allerdings ohne deren umstrittene Bewegungssteuerung. Oder ihr steckt die Joy-Cons in die passende Halterung und erhaltet ein Pad mit den klassischen Griffhörnern.

Die Joy-Cons bieten viele interessante Möglichkeiten.Die Joy-Cons bieten viele interessante Möglichkeiten.

Wollt ihr partout das klassische Spielgefühl, dürft ihr aber auch einen neuen Pro-Controller einsetzen. In Sachen Gestaltung und Handhabung entspricht der im Grunde seinem Wii-U-Vorgänger und geht in Richtung Xbox-One-Pad. Der Pro-Controller kommt aber in recht hübschem, halbtransparenten Plastik daher und bietet ebenfalls die volle Gyroskop-Funktionalität – gerade bei Spielen wie Splatoon 2 ist das sehr willkommen. Generell ist der Pro Controller funktional, handfreundlich und routiniert. Nicht so originell wie die Joy-Cons, aber eine gute Alternative für Spieler, die wert auf vertraute Formen legen. Doch nun auf der nächsten Seite zu den gezeigten Spielen ...

Weiter mit: Zelda, Arms und Splatoon 2

Tags: Entwicklerbesuch  

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