Echt jetzt, Nintendo?

von Daniel Kirschey (17. Januar 2017)

Und plötzlich klappt meine Kinnlade runter, ich stiere auf den Bildschirm und denke: "Echt jetzt, Nintendo? Das kann doch nicht euer Ernst sein?" Warum? Weil Nintendo nun im Herbst auch eine monatliche Gebühr für Online-Dienste einführen will und dabei alle positiven Aspekte dieser Nötigung ad absurdum führt.

Was ich damit meine? Sony hat angefangen. Wer bereit ist für den Online-Dienst zu bezahlen, bekommt dafür monatlich zwei Spiele geschenkt - mit der Einschränkung, dass sie nur solange gespielt werden können, solange auch für den Online-Dienst bezahlt wird.

Microsoft zieht 2013 nach und führt die Games with Gold in ihrem "Xbox Live"-System ein. Jeden Monat gibt es für die Xbox 360 zwei Spiele kostenlos, die auch nach dem Ende der "Xbox Live Gold"-Mitgliedschaft erhalten bleiben. Viele freuen sich. Eine kleine Ernüchterung stellt sich jedoch ein, als die zwei kostenlosen Spiele pro Monat auf der Xbox One - wie auch für PlayStation-Zocker - an das Abonnement gebunden sind.

Jetzt, 2017, tritt Nintendo auf den Plan und entscheidet sich auch für eine Gebühr für den Online-Dienst. Um die Bereitschaft, diese zu zahlen anzuheben, bietet auch die japanische Firma ein kostenloses Spiel an. Die erste Einschränkung: Nur NES- und SNES-Spiele sollen kostenlos spielbar sein. Und jetzt kommt die zweite Einschränkung, der große Haken, der mal wieder beweist, dass Nintendo einfach Nintendo ist: Dieses eine NES- oder SNES-Spiel ist lediglich einen Monat lang spielbar. Dann muss es - wenn ihr es weiter zocken wollt - gekauft werden.

Warum schafft es Nintendo nicht aus seinem Loch an kruden Ideen herauszublicken? Es ist die einzige Firma, die es nicht schafft, eine ordentliche Online-Infrastruktur aufzubauen, Spieler mit ID-Transfers von einer zur anderen Konsole nervt und mit diesen absonderlichen Freundes-Codes (sogar auf dem Smartphone) gängelt. Ist die Entscheidung ein altes Spiel nur für einen Monat kostenlos spielbar anzubieten ein Zeugnis dafür, dass Nintendo immer noch nicht im Jahr 2017 angekommen ist?

Viele Spieler beziehen PS Plus oder Xbox Live auch, weil sie dadurch kostenlose Spiele erhalten. Zwar kann es durch die vielen kostenlosen Spielen auf allen Systemen durchaus zu einer Entwertung dieser kommen (schließlich kauft diese dann fast niemand mehr), doch als Spieler fragen sich wahrscheinlich erst einmal die meisten, welchen Mehrwert der zu bezahlende Dienst für sie bietet. Da der Anreiz Nintendos Dienst zu bezahlen, geringer ist, kann sich dies auch auf die Anzahl der Abonnenten auswirken. Ein Umstand den die Firma anscheinend nicht bedenkt.

In der Bilderstrecke bekommt ihr einen kleinen Einblick in die kommenden Spiele für Nintendos neue Konsole.

Tags: Hardware  

Kommentare anzeigen

Fire Emblem: Vom NES-Urgestein zum portablen Strategie-Hit

Fire Emblem: Vom NES-Urgestein zum portablen Strategie-Hit

Fire Emblem gehört zu den beliebtesten Strategiespielen aus dem Hause Nintendo. Was heute jedoch ein fester (...) mehr

Weitere Artikel

Nintendo: Eine Entwicklerlegende geht in den Ruhestand

Nintendo: Eine Entwicklerlegende geht in den Ruhestand

(Bildquelle: Game Watch Impress) Genyo Takeda verlässt Nintendo und wird im Juni im Alter von 68 Jahren in den Ruh (...) mehr

Weitere News

Gutschein Aktion

Keys für Orcs Must Die - Unchained
Jetzt mitmachen!

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

zurück zur Panorama-Übersicht