Vorschau Ghost Recon - Wildlands: Online-Ballereien im Drogen-Dschungel

von Thomas Stuchlik (25. Januar 2017)

Die Ghosts sind zurück! Nein, nicht die aus Call of Duty, sondern die von Ubisofts Spezialeinheit der Ghosts. Wir verraten euch, wie gut sich der Militär-Shooter Ghost Recon - Wildlands in einer offenen Welt macht.

Seit der aktuellen Konsolengeneration ist es verdächtig still um die Taktik-Ballerei Ghost Recon geworden. Denn seit Tom Clancy's Ghost Recon - Future Soldier (2012) und dem "Free to Play"-Ableger Ghost Recon Phantoms von 2014 kam lange nichts. Verwunderlich, da selbst der hauseigene Genrekollege Rainbow Six mit Rainbow Six - Siege weiterhin bedient wurde. Doch mit Ghost Recon - Wildlands versucht sich die totgeglaubte Reihe an einem Neubeginn, der für Kenner sicher nicht unumstritten ist.

Wildlands führt den Spieler ins ebenso sonnige wie gefährliche Bolivien in Südamerika. Die gigantisch große Welt unterteilt sich in Distrikte, in denen Drogenkartelle die Kontrolle übernommen haben. Hinter allem steckt der wahnsinnige Verbrecherboss El Sueno, der hier seinen eigenen Staat gründen will. Die florierende Unterwelt bildet natürlich das oberste Ziel eures Spezialtrupps. Mit einem Viererteam erkundet ihr die sehenswerten Landschaften und infiltriert Bandenverstecke und Festungen.

Schleichen und Taktieren

Der brandneue Schauplatz macht neugierig: In Paris hat spieletipps deshalb selbst Hand an die Kampagne und Mehrspieler-Missionen gelegt. Zunächst geht es solo los: Ein wichtiger Kontaktmann der Ghosts wird in der Region Itacua tot aufgefunden. Scheinbar steckt das Kartell von Santa Blanca dahinter.

Eine Basis liegt voraus, doch wo verstecken sich die Gegner? Fernglas und Aufklärungsdrohne helfen euch aus.Eine Basis liegt voraus, doch wo verstecken sich die Gegner? Fernglas und Aufklärungsdrohne helfen euch aus.

Bei der folgenden Mission werden die Schwerpunkte des neuesten Teils deutlich: Aufklärung, Anschleichen, Ausschalten. Doch zuvor rast ihr mit einem schwammig zu steuernden Jeep quer durch die bolivianische Prärie, die mit schlammigen Pisten und hügeligen Landschaften gefällt. In der Bergregion geht die Zivilbevölkerung und der Straßenverkehr ihrem Alltag nach. Die offene Welt vermittelt hier fast eine romantische Lebendigkeit. Deutlich heikler wird es am ersten Einsatzort.

Die erste Spur führt zu einem Bandenversteck, in dem üble, aber ahnungslose Burschen patrouillieren. Mithilfe des Fernglases markiert ihr die Gegner und verschafft euch mit einer Flugdrohne einen Überblick der Lage. Aha, im Wachturm steckt eine Wache, hinter einem Abgrund nochmal zwei und in einer Hütte verbirgt sich noch einer. Kein Problem für euer schallgedämpftes Gewehr. Schnell sind Kopfschüsse ausgeteilt und niemand merkt, was vor sich geht. Zuletzt wird noch ein Informant verhört, der den Weg zum nächsten Lager weist.

Riesige Ländereien

Das weitläufige Umland erfordert wechselnde Transportmittel, denn zu Fuß kommt ihr nicht weit. Neben Fahrzeugen dürft ihr euch auch mit Flugzeug und Hubschrauber in die Lüfte erheben, um kilometerweise Distanzen zu überbrücken.

Mit eurem Team nutzt ihr jede Transportmöglichkeit.Mit eurem Team nutzt ihr jede Transportmöglichkeit.

Schnell verschlägt es euch in verschiedene Klimazonen. Mal seid ihr in knochentrockenen Wüsten unterwegs, mal im Dschungel, mal im schneebedecktem Gebirge. Auch das Wetter spielt mit und überrascht euch mit Regenschauern – ebenso wechseln die Tageszeiten. Inwiefern diese Faktoren die Einsätze verändern, ist noch unklar.

So oder so: Das erste Anspielen erinnert immer wieder an typische Genre-Schleichereien wie Metal Gear Solid 5 - The Phantom Pain und Taktik-Shooter wie The Division. Auch hier geht ihr mit Computerkameraden oder online mit Bedacht vor. Mal rückt ihr vor, mal zieht ihr euch besser zurück.

Eure drei Kollegen kommandiert ihr auch zum Geleitschutz, zum Halten einer angezeigten Position oder zum gezielten Beschuss eines markierten Ziels. Mit dem richtigen Timing mischt ihr schnell eine zahlenmäßige Übermacht auf oder befreit effektiv Geiseln, die bereits auf ihre Exekution warten.

Launige Action zu viert

Richtig spaßig wird die Action vor allem mit vier menschlichen Spielern. Mittels Sprach-Chat koordiniert ihr eure Vorgehensweise. Doch beim Anspielen kommt es allzuoft vor, dass die Tarnung auffliegt und der Einsatz in wilder Ballerei endet.

Jederzeit können Online-Spieler in den Einsätzen mitmischen.Jederzeit können Online-Spieler in den Einsätzen mitmischen.

Wie gut, dass euer Bildschirm-Soldat schnell in die Hocke gehen kann und an Hindernissen in Deckung huscht. Das Deckungssystem wirkt jedoch nicht so ausgefeilt wie bei The Division, wo ihr euch auf Knopfdruck verbergen könnt. Hier drückt ihr euch dagegen an das entsprechende Hindernis, was im Eifer des Gefechts vielleicht nicht immer so klappt wie gewünscht.

Trotz offenem Schusswechsel habt ihr oft gute Überlebenschancen, was Serien-Anhänger vielleicht negativ überraschen wird. Schließlich ist die Reihe für ihre fordernden Ausgangsbedingungen bekannt. Das wurde jedoch zugunsten des Otto-Normal-Spielers entschärft. Kollegen, die im Schusswechsel sterben, dürfen außerdem wiederbelebt werden. Nichtsdestotrotz erwartet euch unterhaltsamer Online-Spaß mit guten Freunden, zumindest bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad.

Mit fortlaufender Kampagne und passenden Aufträgen verbessert sich die Beziehung zu den örtlichen Rebellen immer weiter. Diese unterstützen euch fortan mit Ausrüstung. So bestellt ihr beispielsweise Knarren, Vehikel oder Mörser-Beschuss zum Zielpunkt.

Der persönliche Drogenbekämpfer

Vor den Einsätzen gestaltet ihr euren Bildschirmkrieger nach Belieben. Ihr bestimmt Geschlecht (ja, auch weibliche Soldatinnen sind möglich), Aussehen und getragene Ausrüstung.

Ausrüstung, Waffenkonfiguration, Aussehen: Mit individuellem Helden geht es in die Schlachten.Ausrüstung, Waffenkonfiguration, Aussehen: Mit individuellem Helden geht es in die Schlachten.

Außerdem dürft ihr eure Wummen genauestens mit 100 Einzelteilen anpassen. Denn im Spiel verstecken sich massig neue Aufsätze, Griffe oder Visiere. Was laut Macher insgesamt 10.000 Kombinationen ergibt. Je nach Mission wählt ihr die passende Waffenkonfiguration. Für erfolgreiche Einsätze erhaltet ihr Punkte, die ihr auf neue oder verbesserte Fähigkeiten verteilt. So kommt ein wenig Rollenspiel-Charakteristik ins Spiel.

In Sachen Optik eröffnen sich durchaus schöne Aussichten. Auch die stimmige Beleuchtung macht die Landschaften Boliviens absolut sehenswert. Allerdings wirken die groben Schatten an der angespielten PS4-Version durchaus verbesserungswürdig. Ebenso wie die teilnahmslose Computer-Bevölkerung. Völlig unbeeindruckt vom Kriegstreiben gehen diese ihrem Alltag nach und erweisen sich immer wieder als Verkehrs-Rowdys. Das wird hoffentlich noch verbessert.

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