Vorschau Torment - Tides of Numenera: Wie ein gutes Buch

von Sven Vößing (29. Januar 2017)

Mit Torment – Tides of Numenera steht eine der erfolgreichsten Kickstarter-Kampagnen kurz vor der Veröffentlichung. Wir sind tiefer in die faszinierende Welt eingetaucht.

Knapp 4,2 Millionen US-Dollar (über 3,9 Millionen Euro) konnte Torment – Tides of Numenera bei Kickstarter aufbringen. Geplant war ein Nachfolger des bei Kritikern und Fans beliebten Planescape Torment. Das Team um Entwickler-Legende Brian Fargo, Macher von Wasteland, konnte sich mit den Rechteinhabern jedoch finanziell nicht einig werden. Dies ist aber nicht wirklich tragisch, denn somit blieb mehr Geld in der Kasse für die Entwicklung des Spiels. Angepeilt war die Veröffentlichung für Dezember 2014. Aber man ließ sich nicht unter Druck setzen und wollte lieber ein rundes und fertiges Spiel abliefern. Kein Wunder bei so einer großen und besonders textlastigen Welt.

Obwohl es vordergründig nicht den Eindruck macht: Torment – Tides of Numenera spielt in der Zukunft. Weit in der Zukunft. Eine Milliarde Jahre sind vergangen und die Erde hat sich um einiges verändert. Teilweise erinnert das Szenario an eine Mischung aus Mittelalter und Steampunk. Zauberei, Magie und Reisen durch Portale sind in dieser Welt völlig normal und werden nicht großartig erklärt. Auch ist der Tod nicht das Ende! Eher eine Option, die manchmal sogar die bessere Wahl ist. Klingt kompliziert? Ist es auf den ersten Blick auch, aber das gehört zu eurer Geschichte im Spiel. Anders als in anderen Rollenspielen ist diese nicht festgelegt, sondern schreibt sich mit dem Spielfortschritt weiter.

Dieses Video zu Torment - Tides of Numenera schon gesehen?

Wie ein gutes Buch

Direkt zu Beginn wird klar, wo die Reise hingeht. Zwar spricht in Teilen des Vorspanns ein Erzähler, aber vergleichsweise nur kurz. In Torment müsst ihr eines lieben: lange und ausführliche Texte. Das Spiel besteht aus knapp 4,3 Millionen Wörtern. Ein kleiner Vergleich: Würden diese ausgedruckt, hättet ihr ein Buch mit ungefähr 4.500 Seiten. Ein dicker Wälzer. Oder eher eine Buchreihe. Doch Freunde von Planescape Torment fühlen sich direkt heimisch. Somit wird die Zielgruppe direkt von Beginn an klar definiert: erfahrene Rollenspieler, die keine Angst vor Textlawinen haben.

Es gibt viel zu lesen.Es gibt viel zu lesen.

Der Spieler wird von Anfang an mit Informationen gefüttert. So erfahrt ihr kurzerhand, dass ihr euch kaum an etwas erinnern könnt. Dies trägt dazu bei, euren Charakter zu entwickeln. Immer wieder flackern Erinnerungen auf, die ihr mit Entscheidungen beeinflussen könnt. Dabei erinnert Torment teilweise an klassische Text-Adventures. Durch die spannende Erzählweise regt dies aber wiederum die Fantasie an und das ist natürlich von den Entwicklern so gewollt. Jede Figur, und steht sie noch so weit am Rand, hat euch was zu erzählen. Manchmal viel, manchmal wenig.

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Ich bekomme die Krise!

Kämpfe gibt es nicht. Gut, natürlich gibt es sie, aber diese werden im Spiel als "Krisen" bezeichnet. Laut den Entwicklern soll es aber auch möglich sein, das Spiel ohne jeden Kampf zu beenden. Kämpft die Gruppe, der ihr angehört, gegen mehrere Gegner, verliert ihr teilweise die Übersicht, wenn sich alle Beteiligten auf einem Haufen befinden. Dank des rundenbasierten Systems kommt hier aber kein Stress auf. Es besteht genug Zeit, um rein oder raus zu zoomen und sich das Ziel seines Angriffs genau auszusuchen.

Bereit zum Kampf!Bereit zum Kampf!

Das Spannende ist aber, dass sich diese Krisen, teilweise auch direkt in einem Kampf, mit einem Gespräch abwenden oder beenden lassen. Werden Gegner bedroht, ziehen diese sich gern einfach mal schnell in eine dunkle Ecke zurück. Gefährlich wird es aber, wenn diese sich dann mit anderen zusammenraufen und auf einen Kampf einlassen. Aber auch hier liegt in der Ruhe die Kraft. Durch das rundenbasierte System bleibt genug Zeit, sich auf die Gegner zu konzentrieren und die einzelnen Züge genau zu planen.

Doch auch, wenn ihr das Zeitliche segnet, ist dies nicht unbedingt ein Nachteil. Denn der Tod ist hier eher eine Phase. Der Spieler erholt sich davon und während dieser Zeit können weitere Geheimnisse um den Charakter gelöst und Erinnerungen hervorgeholt werden.

Es gibt keinen falschen Weg!

Torment ist nachsichtiger als so manche Freundin. Fehltritte werden nicht nur verziehen, sie bringen euch im Spielverlauf sogar oftmals voran. Helft ihr einem Charakter im Spiel, so merkt er es sich und dies kann später im Spiel zu eurem Vorteil sein. Trotzdem kann ein Fehler aber auch tödlich enden. Das unsachgemäße Herumspielen mit so manchem Objekt sorgt für das direkte Ableben der ganzen Gruppe. Auch Jäger und Sammler können teilweise fies bestraft werden, da gewisse Gegenstände ihre Wirkung verlieren, wenn ihr sie zu lange behaltet oder diese in Massen hortet. Torment – Tides of Numenera bietet in dieser Hinsicht Möglichkeiten ohne Ende.

Ein Händler, in einem Rollenspiel wichtig.Ein Händler, in einem Rollenspiel wichtig.

Grafische Höchstleistungen dürfen aber nicht erwartet werden. Teilweise stimmen auch die Beschreibungen nicht ganz mit dem überein, was auf dem Bildschirm angezeigt wird. Bei der Einführung steht der Held vor einem Spiegel und sieht sein Spiegelbild. Der lange Text erklärt jedoch, dass im Spiegelbild eine ganze Gruppe zu sehen ist. Wie schon erwähnt, eure eigene Fantasie ist ein ständiger und wichtiger Begleiter. Bei unserer Vorschau konnten wir die Fassungen für Xbox One und PC anspielen. Große Unterschiede in der Präsentation waren hier nicht zu erkennen, was aber nicht negativ auffällt. Rollenspiele und Konsolenumsetzungen sind immer so eine Sache, gerade bei der Steuerung kann hier sehr viel falsch gemacht werden.

Nicht bei diesem Spiel, denn es gibt keine komplizierten Belegungen oder wirren Kombinationen, sondern eine einfache Menü- und Item-Steuerung. Gerade bei Konsolenumsetzungen passiert es sehr häufig aufgrund der Auflösung, dass die Schrift auf einem Fernseher kaum zu erkennen ist. Einen Fehler, den Torment nicht begeht. Bei so einem textlastigen Spiel wäre dies auch kaum zu verzeihen. Selbst wenn ihr drei oder vier Meter weit weg sitzt, ist der Text weiterhin gut lesbar. Auch ist das Spiel, bei voraussichtlicher Veröffentlichung am 28. Februar 2017, komplett lokalisiert.

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Tags: Fantasy   Singleplayer   Kickstarter  

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