Vorschau Project Cars 2: Der Tanz auf Eis und Asphalt

von Thomas Stuchlik (08. Februar 2017)

Bereits der Vorgänger Project Cars hat den Nervenkitzel des Motorsports stimmig eingefangen. Doch der zweite Teil will das alles toppen. In Schweden ist spieletipps deshalb erste Runden gefahren - im Spiel und in der Realität.

Für sein neuestes Spiel fordert Hersteller Bandai Namco von uns alles ab! Denn im frostigen Skandinavien fand die Haus- und Hofveranstaltung "Level Up" statt – und das aus gutem Grund. Denn hier durfte man auf einem zugefrorenen See Drifts mit edlen Mercedes-Karossen hinlegen. Die Schleuderpartien auf rutschigem Eis erforderten höchste Konzentration, um nicht abzufliegen. Warum das alles? Das vor Ort angekündigte Project Cars 2 bietet auch derartige Disziplinen. Erstmals rast ihr nicht nur über griffigen Asphalt, sondern auch über Eis und Schnee.

Doch Project Cars 2 bietet weit mehr als gefrorenes Wasser. Denn auf den Asphalt-Rennstrecken erlebt ihr wechselnde Wetterverhältnisse sowie neuerdings auch Jahreszeiten. Nicht zuletzt freuen sich Profis über eine verbesserte Reifenphysik. Schließlich will man der Konkurrenz von Forza Motorsport 6 und Gran Turismo Sport zeigen, wo der Hammer hängt. Doch wie gut spielt es sich?

Rutschpartien unterm Gefrierpunkt

Eis ist ein wahrlich sonderbares Element, vor allem wenn man mit einem Auto darüber heizt. Beim Bremsen rutscht der Wagen geradeaus. Beim Gasgeben bricht dagegen das Heck aus. Erst mit einiger Erfahrung hinterm Steuer gelingt der gekonnte Tanz auf dem Untergrund.

Auf dem bitterkalten Eissee ist viel Feingefühl beim Driften vonnöten.Auf dem bitterkalten Eissee ist viel Feingefühl beim Driften vonnöten.

Mit einiger Fahrpraxis in den erwähnten Mercedes-Fahrzeugen können wir uns selbst davon ein Bild machen. Nach zahlreichen Drifts, Ausrutschern und wilden Manövern beschreiten wir schließlich den Weg von der echten Welt zum Spiel. Und siehe da: Vieles der in der Realität erlernten Erfahrung funktioniert auch auf dem Bildschirm. Der Wagen untersteuert beim Anbremsen genauso, während ihr bei zu viel Gas schnell ins Schleudern kommt.

Der Trick ist das gefühlvolle Spiel mit dem Gaspedal, mit dem auch langgezogene Drifts möglich sind. Jedoch übertrifft nichts das Gefühl, ein echtes Auto um die Kurven zu wuchten. Denn mit dem Controller in der Hand könnt ihr diesen Reiz nur erahnen. Das virtuelle Fahrgefühl ähnelt interessanterweise den äußerst rutschigen Schneerennen der "Gran Turismo"-Reihe. Was in Project Cars 2 jedoch wirklich beeindruckt, sind die wechselhaften Umgebungen.

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Bei Wind und Wetter

Das originalgetreu gestaltete Mercedes-Testgelände wirkt gleichermaßen bitterkalt und trist wie in echt. Optisch gefällt es dennoch dank langgezogener Dämmerung, den animierten Polarlichtern am Himmel und einer Überraschung im Morgengrauen. Denn dann fegt ein Schneesturm über die Piste, der die Sicht immens einschränkt.

Auch auf den anderen Strecken überrascht die rasch wechselnde Witterung mitsamt Regenschauern und Pfützen.Auch auf den anderen Strecken überrascht die rasch wechselnde Witterung mitsamt Regenschauern und Pfützen.

Auf die dynamisch generierten Wetterbedingungen können die Macher von Slightly Mad Studios zu Recht stolz sein. Schließlich existieren auf jedem Kurs immer neue Bedingungen. Das gab es schon im ersten Teil, aber nicht so ausgefeilt wie hier. Denn bei Regen benötigt ihr nicht nur Scheibenwischer für klare Sicht. Ebenso solltet ihr auf immer größer werdende Pfützen an einigen Streckenteilen achten. Das Physiksystem namens "Live Track 3.0" erschwert gleichermaßen die Bedingungen beim weiteren Probespiel auf dem japanischen Fuji Speedway.

Die pitschnasse Fahrbahnoberfläche macht das Anbremsen und Herausbeschleunigen deutlich schwieriger. Obendrein tretet ihr zu allen Jahreszeiten an und erlebt Frühling, Sommer, Herbst und Winter auf allen gebotenen Rennstrecken. Natürlich sind auch wieder Langstrecken-Veranstaltungen mit Tag-Nacht-Wechsel möglich. Nicht nur das: Zum bisherigen Streckenaufgebot des ersten Teils gesellen sich 20 neue Kurse.

Breite Online-Unterstützung

Die Macher hören nach wie vor ganz genau auf ihre treue Anhängerschaft. Denn schon das erste Project Cars war von der renn-affinen Community mitfinanziert. Ebenso arbeitet das Studio mit Profi-Fahrern zusammen. Ben Collins (der ehemalige "Stig" aus Top Gear), Nicolas Hamilton (Bruder des dreifachen F1-Weltmeisters) und weitere Berufs-Raser unterstützen die Entwickler tatkräftig.

Project Cars verfügt nach wie vor über ein differenziertes wie gefühlvolles Fahrmodell.Project Cars verfügt nach wie vor über ein differenziertes wie gefühlvolles Fahrmodell.

Das Ergebnis ist auch ein verbessertes Reifenmodell. Der Abrieb sowie das Rutschen der Gummis auf dem Untergrund ist nun deutlich besser spürbar. Ein Kritikpunkt am Vorgänger war nämlich das plötzliche Ausbrechen des eigenen Autos, ganz ohne Vorwarnung. Nun soll sich der Grenzbereich weitaus besser ankündigen. Beim Testspiel konnten wir das noch nicht genau ausloten, da die aktivierten Fahrhilfen nicht abschaltbar waren. Nichtsdestotrotz entwickelt ihr schnell ein Gefühl für den eigenen Wagen.

Weitaus besser funktioniert das Rasen natürlich mit einem Rennlenkrad mit Force Feedback. Ebenso unterstützt Project Cars 2 auch Virtual Reality – zumindest am PC. Auf Nachfrage wollen die Entwickler noch keine Version für PlayStation VR bestätigen. Sie arbeiten jedoch dran! Ebenso dran sind die Macher an weiteren Offroad-Aktivitäten, so dass ihr nicht nur auf Asphalt und Eis antretet. Doch genaue Details wollte niemand verraten.

Ein Leben als Rennfahrer

Project Cars 2 wird wieder einen Karriere-Modus offerieren. Auch diesmal müsst ihr euch nicht mühsam hocharbeiten, sondern wählt frei eure liebste Rennklasse. Gestrichen haben die Macher diesmal den Rennkalender, stattdessen folgen die Veranstaltungen einfach nacheinander. Doch im riesigen Fahrerfeld (maximal 53 Gegner!) habt ihr große Mühe, euch zu behaupten. Auch da das Schadensmodell sich nicht nur optisch auswirkt, sondern auch mechanische Ausfälle verursacht.

Mit frei wählbarer Karosse tretet ihr zu eurer Rennfahrer-Laufbahn an.Mit frei wählbarer Karosse tretet ihr zu eurer Rennfahrer-Laufbahn an.

Online dürfen 32 Spieler gegeneinander am PC antreten, auf Konsole zumindest 16 Raser. Entsprechend voll wird es auf der Rennpiste. Um hier Störenfriede auszusortieren, gibt es ein Online-Rangsystem. Für gutes Fahren und Platzierungen erntet ihr entsprechend Punkte und tretet auch gegen bessere Piloten an. Umgekehrt bleiben Rowdys unter sich.

Schon das erste Project Cars bildet eine offizielle Disziplin in diversen "E-Sports"-Ligen. Auch der zweite Teil unterstützt E-Sports im breiten Maße. Zu diesem Zweck dürft ihr eine virtuelle Rennlizenz erwerben, um für bestimmte Veranstaltungen zugelassen zu werden. Slightly Mad Studios will außerdem passende Utensilien zur stilechten Live-Übertragung über Twitch zur Verfügung stellen.

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Tags: Multiplayer   Singleplayer   Virtual Reality  

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