Destiny: "Dieses Spiel rettete mein Leben"

von Frank Bartsch (13. Februar 2017)

Videospieler wissen, dass Zocken nicht nur ein bloßer Zeitvertreib ist. Das Medium „Videospiel“ bietet so viel mehr. Das unterstreicht jetzt auch wieder eine besondere Geschichte rund um Destiny.

Die Twitch-Streamerin "lucent beam" macht es sich zur Aufgabe Spielern zu helfen. Deren Einverständnis vorausgesetzt überträgt sie dann gemeinsame Missionen auch im Internet. Sie ist jetzt auf einen besonderen Spieler gestoßen.

Besagter Spieler hat nämlich mehr als 600 Stunden in Destiny hinter sich. Doch er durchstreifte die Welten stets allein und hat sich nie online mit jemandem zusammengetan, um die besonderen Aufgaben im Spiel, sogenannte „Raids“ zu bestehen.

Der Spieler und lucent beam finden über den „Tower“ im Spiel zusammen. Dieser Treffpunkt dient dazu, Nachrichten im Spiel auszutauschen. Erst kürzlich hat sich der eigentlich einsame Spieler ein Headset zugelegt, um überhaupt ein kooperatives Spiel richtig möglich zu machen.

Die beiden starten also die kooperative Mission „Nightfall“. Während des Spiels plaudern die beiden auch über private Dinge. Das Netz hört und sieht dabei alles und erfährt von einem harten Schicksal. Der Spieler ist ein Großvater, der bereits viele Verluste in seinem Leben hinnehmen musste. In Destiny hat er wieder Halt gefunden, wie ihr auch aus dem Video erfahrt:

(Quelle: Youtube, Lucent Beam

"Dieses Spiel rettete mein Leben", gibt der Spieler von sich, "meine Frau starb an Weihnachten 2014 ... Meine komplette Familie ist mittlerweile gestorben. Mein Sohn verstarb erst vor neun Monaten. Dieses Spiel hält mich geistig fit. Ich bin im Ruhestand und Destiny hält mich auf Trab. Es fühlt sich an, als würde ich im Spiel leben. Ich habe deutliche Träume, als wäre ich im Spiel. Und die sind echt spannend. Es ist so faszinierend. Es ist die schönste Zeit für mich hier zu sein."

Diese Geschichte machte bald die Runde und sogar Entwickler Bungie bekam Wind davon. Mehrere Menschen wollten dem einsamen Spieler, der Halt in Destiny gefunden hat helfen und sammelten Geld, um ihm eine Reise zur „GuardianCon 2017“, einer Spielmesse rund um Destiny, zu ermöglichen.

Twitter-Nutzer „Say No To Rage“ hat die Spendensammlung organisiert. Über 3.000 Dollar (rund 2.800 Euro) sind zusammengekommen. Sollte der betreffende Spieler seine Einladung dankend ablehnen, spendet der Twitter-Nutzer das gesammelte Geld. Noch hat sich der spielende Großvater nämlich nicht dazu geäußert.

Durch dieses Schicksal berührt tauchen weitere Geschichten von Nutzern auf, die Halt in dem Spiel und damit eine Aufgabe gefunden haben.

Dass Videospiele auch bei der Trauerbewältigung helfen können, zeigen verschiedene Beispiele, wie der berührende Abschied eines Freundes in Skyrim oder gar die bewegende Geschichte hinter dem Spiel That Dragon, Cancer.

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Destiny - das neue Bungie-Spiel im Überblick

Destiny bietet viele Stunden Spielspaß. Es bietet einigen Menschen wohl aber auch Halt im Leben.

Tags: Twitch   Singleplayer   Koop-Modus   Video   Online-Zwang  

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