Test Sniper Elite 4: Mediterrane Scharfschützen-Kost

von Thomas Stuchlik (14. Februar 2017)

Auch im vierten Teil der "Sniper Elite"-Saga verdingt ihr euch als zielsicherer Heckenschütze, doch diesmal in Italien. Wir verraten, was neben dem frischen Szenario noch neu ist und ob sich die Ballerei lohnt.

Auskundschaften, Schleichen, Schießen: Genau wie im Vorgänger erlebt ihr mit Sniper Elite 4 den spannenden Alltag eines Scharfschützen im Zweiten Weltkrieg. Und dieser hat es in sich. Denn in der Kampagne erwarten euch riesige Areale, in denen euch nach Belieben bewegen dürft. Doch nur mit Taktik überlebt ihr gegen die zahlenmäßige Überlegenheit der Nazi-Gegner. Dabei ist wieder ein ruhiges Händchen gefragt, wenn ihr tödliche Kugeln auf Hunderte Meter Distanz austeilt.

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Sniper-Action in Sniper Elite 4

Als Serienveteran Karl Fairburne besucht ihr diesmal die malerischen Landschaften Italiens. Doch die schöne Aussicht wird von Nazi-Schergen, Festungen und Wachposten verschandelt. Gleichzeitig unterstützt ihr den Widerstand und geht notwendige Bündnisse mit der hiesigen Mafia ein. Das Schöne daran: Die Kampagnen-Missionen absolviert ihr alleine oder online mit einem Koop-Partner.

Vollgepackte Szenarien

Die Kampagne unterteilt sich in acht umfangreiche Missionen, was zunächst nach wenig klingt. Doch in den offen angelegten Gebieten gibt es viel zu tun. Nicht selten verbringt ihr ein bis mehrere Stunden in einem einzigen Areal. Forschernaturen kommen voll auf ihre Kosten.

Mal besucht ihr malerische Dörfchen, mal streift ihr durch Wald und Wiesen.Mal besucht ihr malerische Dörfchen, mal streift ihr durch Wald und Wiesen.

Die Einsätze erfordern einiges an Aufklärungsarbeit. Der erste Auftrag führt euch zum Beispiel auf die Insel San Celini. Hier sollt ihr einen Luftwaffengeneral sowie dessen Offiziere eliminieren. Doch deren Lage ist nur grob auf der Übersichtskarte eingezeichnet. Ebenso verschlägt es euch ins Städtchen Bitanti, in dem ihr Kontakt zum Widerstand aufnehmt. Außerdem besucht ihr ein riesiges Kloster samt Umland sowie eine Schiffswerft, um herauszufinden was vor sich geht.

Jede Mission steckt voller Nebenaufgaben, die sich teils erst vor Ort ergeben. Interessant für Profis sind zudem Herausforderungen, die nach fiesen Zeitvorgaben oder hohen Abschusszahlen verlangen. Außerdem macht ihr euch auf die Suche nach Sammelobjekten wie Briefen oder Dienstplänen. Die Szenarien bringen auch optisch einige Abwechslung. Denn ihr durchstreift nicht nur malerische Städtchen, sondern auch felsige Natur und Wälder. Ebenso stehen Festungsanlagen auf dem Programm – der Klassiker im Schleich-Genre.

Schritt für Schritt

Entscheidend für euren Missionserfolg ist die Aufklärungsarbeit. Denn überall verschanzen sich gegnerische Wachtrupps, Panzerfahrzeuge oder sogar Scharfschützen. Deshalb greift ihr zunächst zum Fernglas, mit dem ihr Feinde und interessante Objekte markiert. Damit behaltet ihr diese auch hinter Hindernissen im Blick.

Stürmt nicht blindlings voran, wenn ihr nicht wisst, was voraus liegt.Stürmt nicht blindlings voran, wenn ihr nicht wisst, was voraus liegt.

Äußerst nützlich ist zudem der Radarschirm, der gleichermaßen die gegnerische Positionen in der Nähe verrät. Oft genug versteckt ihr euch hinter Bäumen, Wänden oder in Büschen, um neugierigen Blicken zu entgehen. Ebenso hangelt ihr euch an Vorsprüngen entlang oder erklimmt erhöhte Plattformen. So erreicht ihr taktisch kluge Positionen, um endlich euer Gewehr zum Einsatz zu bringen.

Mithilfe eures Zielvisiers und verschiedenen Fernsicht-Erweiterungen nehmt ihr euer Opfer aufs Korn. Zuletzt haltet ihr den Atem an, um dank zugeschalteter Markierung noch exakter zu treffen. Dann drückt ihr den Abzug und hofft auf einen tödlichen Treffer, um möglichst wenig Aufsehen zu erregen. Gelegentlich wird eure gelungene Aktion mit einer rasanten Kamerafahrt garniert.

Dank Röntgen-Sicht erkennt ihr dann genau, wo ihr das Ziel erwischt habt. Seien es lebenswichtige Organe wie Herz oder Leber oder das Gehirn. Diese makabre Perspektive bildet ein Markenzeichen der Serie, ist aber abschaltbar. Und bevor die Frage aufkommt: Ja, Sniper Elite 4 ist in Deutschland ungeschnitten.

Brenzlige Gefechte

Nicht ganz so viel Präzision benötigt ihr beim Ausschalten von Fahrzeugen. Visiert hier die Benzintanks an, um für eine zünftige Explosion zu sorgen. Trickreicher wird es bei Panzer-Vehikeln. Besser, ihr beobachtet auf welchen Straßen diese umherkreisen. Dann könnt in einem unbeobachteten Moment Minen oder Sprengstoff auslegen und diesen mit gezieltem Beschuss entzünden.

Auf Knopfdruck haltet ihr die Luft an, um das Zielkreuz ruhig zu halten.Auf Knopfdruck haltet ihr die Luft an, um das Zielkreuz ruhig zu halten.

Werdet ihr unvorsichtig, gehen alarmierte Feinde auf die Suche nach euch. Werden sie dabei fündig, machen sie entsprechend Jagd auf euch. Offene Kämpfe solltet ihr unbedingt meiden. Denn aufgeschreckte Gegner verschanzen sich, wechseln regelmäßig ihre Position und bleiben in Bewegung. Notfalls greift ihr zu Granaten und Maschinengewehr, um euch zu wehren. Besser ist es jedoch, die Flucht anzutreten und nach etwas Wartezeit von einer besseren Position aus anzugreifen. Schließlich regeneriert sich eure Lebensenergie nicht vollständig. Gut, wenn ihr genug Verbandskästen im Gepäck habt.

Sniper Elite 4 wird jedoch nie unfair. Denn häufige Kontrollpunkte versetzen euch oft an eine Stelle nur Minuten vor dem letzten Bildschirmtod zurück. Außerdem könnt ihr (auch auf Konsole) jederzeit speichern. Trotzdem bleibt Schleichen das Gebot der Stunde. Lautlos eliminiert ihr Gegner mit dem Messer im Nahkampf oder neuerdings auch mit schallgedämpfter Munition. Letztere ist jedoch knapp bemessen.

Alternativ nutzt ihr Umgebungsgeräusche, um eure Schüsse zu kaschieren. Flugzeuge oder Generatoren lenken vom Geräusch des Mündungsfeuers ab. Generatoren dürft ihr übrigens auch sabotieren, damit sie Wachen mit Krachbumm in den Tod reißen. Vergesst auch nicht, erledigte Gegner nach Waffen und Munition zu durchsuchen. An manchen Stellen ist es außerdem ratsam, deren Leichen zu verstecken.

Zusammen oder gegeneinander

Für jeden Abschuss und abgeschlossenen Auftrag erhaltet ihr Erfahrungspunkte und in Folge Stufenanstiege, um Ausrüstung für kommende Einsätze freizuschalten. Eure Wummen lassen sich obendrein modifizieren, zum Beispiel mit größeren Zielfernrohren. Außerdem legt ihr vorab fest, welche Gegenstände (vom Verbandskasten bis zur Tellermine) ihr zur nächsten Mission mitnehmt.

Auch zu zweit durchkreuzt ihr die Machenschaften des Nazi-Regimes.Auch zu zweit durchkreuzt ihr die Machenschaften des Nazi-Regimes.

Derart gut gerüstet besteht ihr gleichermaßen Mehrspieler-Einsätze. Neben der erwähnten Koop-Kampagne für zwei gibt es auch einen Überlebens-Modus für vier Schützen. Dabei rücken wellenweise Gegner von allen Seiten heran, während ihr wechselnde Kommandoposten verteidigt.

Richtig interessant wird es bei Überwachungsmissionen, in denen ein Spieler als Scharfschütze agiert und der andere als Aufklärer. Letzterer markiert Feinde und spioniert die Gegend aus nächster Nähe aus, während der Partner aus Distanz Gegner aufs Korn nimmt.

Letztlich stellt ihr euch kompetitiven Online-Modi in sechs Varianten wie Team-Deathmatch und Kontrolle (sprich: Herrschaft) für maximal zwölf Teilnehmer. Um hier zu bestehen, solltet ihr vorher vielleicht einen Abstecher zum Schießstand machen. Denn auf einem Übungsgelände lernt ihr das Ballern mit allen Waffengattungen.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus  

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