Test Zelda - Breath of the Wild - Meinung und Wertung

Fakten:

  • große abwechslungsreiche Welt, die zum Erkunden einlädt
  • cirka 100 Schreine und viele weitere Nebenaufgaben
  • hoher Schwierigkeitsgrad und fordernde Bosskämpfe
  • enthält Stealth- und Survival-Aspkete
  • kurze, aber knackige Rätsel
  • viele verschiedene Waffen und Ausrüstungsteile
  • Spielzeit kann in den dreistelligen Bereich gehen
  • teilweise schwache Texturen und Ruckler
  • Amiibo-Figuren werden unterstützt
  • verfügt über deutsche Texte und Sprachausgabe
  • erscheint voraussichtlich am 3. März für Switch und Wii U
  • The Legend of Zelda - Breath of the Wild bei Amazon bestellen

Meinung von Sergej Jurtaev

Ich muss schon sagen, Nintendo, ich bin sehr beeindruckt! So viel Mut und Konsequenz habe ich den japanischen Entwicklern nicht zugetraut, die sich von jeglichen Konventionen lösen und ein frisches Zelda-Erlebnis zaubern. Die Zelda-Spiele sind immer eine Klasse für sich, aber mit Breath of the Wild merzt Nintendo alle Kritikpunkte aus, die ich der Serie angekreidet habe. Endlich taugt das Erkunden was, endlich gibt es eine Sprachausgabe und endlich werde ich nicht wie ein Kleinkind an der Hand durch das Spiel geführt. Die Staubschicht, die The Legend of Zelda - Breath of the Wild aufwirbelt, zeigt, dass eine Neuausrichtung längst überfällig war.

Der Abenteurer in mir genießt auch nach gut 35 Stunden Spielzeit jede Sekunde im neuen Hyrule. Es gibt so viel zu entdecken, so viele Nebenaufgaben zu lösen und so viel zu bestaunen. Das Meiste spielt sich dabei abseits der Geschichte ab, die ihr im Übrigen in 20 bis 25 Stunden abschließen könnt, aber wer will das schon? Es ist lediglich schade, dass das Spiel auf so einer schwachen Hardware laufen muss. Die matschigen Texturen und häufigen Ruckler schmälern das Erlebnis etwas.

Mit diesem Kracher ist das sonst magere Spieleangebot zum Start der Nintendo Switch erst einmal gerettet. Bleibt zu hoffen, dass Nintendo aus der Resonanz der Spieler sinnvolle Schlüsse zieht und weiterhin mutig bleibt. Der Traditionskonzern hat noch einige andere Serien, die dem Beispiel von Zelda gerne folgen dürfen.

Meine verklärten Erinnerungen zwingen mich dazu, Ocarina of Time und Majora's Mask besser zu finden. Die nostalgischen Fesseln alter Tage sind massiv, aber nun ist es doch passiert: The Legend of Zelda - Breath of the Wild ist für mich das beste Zelda aller Zeiten!

Meinung von Micky Auer

Große Skepsis überkam mich beim Betrachten der ersten Bilder und Videos zu The Legend of Zelda - Breath of the Wild. Diese ganze "Open World"-Geschichte, die aktuell als der Heilsbringer der Videospielwelt betrachtet wird, dient leider nur allzu oft als leere Kulisse für leblose Abläufe. Nur, damit keine Missverständnisse aufkommen: Ich mag Open World, sehr sogar! Das Gefühl, durch eine tatsächliche lebende und atmende Welt zu streifen und sie zu erforschen, regt mich gerne zu endlos langen Spiele-Sessions an.

Was aber zuletzt The Elder Scrolls 5 - Skyrim erzielt hat, wurde von vielen anderen Entwicklern nur im Ansatz aufgenommen. Eine große Welt ist schön. Eine große Welt, in der nichts passiert und in der sich bestimmte Abläufe ständig wiederholen, verursacht nach einmaligem Abklappern aller Spielmechaniken schnell Langeweile. Hinzu kommt der Umstand, dass gerade Nintendo nicht dafür bekannt ist, eine große, offene Welt zu gestalten. Außerdem unterliegen Zelda-Spiele seit jeher einer gewissen Grundformel. Es hat sich zwar schon im Vorfeld abgezeichnet, dass die Entwickler langsam davon abweichen, einen so klaren und heftigen Schnitt hätte ich aber nicht erwartet. Mechaniken, wie das Erklimmen von Türmen, um Kartenteile freizuschalten, stellen Konzepte dar, die zum Beispiel Ubisoft seit Assassin's Creed so inflationär eingesetzt hat, dass jetzt ein Kaltstart der Reihe nötig ist. Und jetzt, nach Jahren, kommt plötzlich Nintendo damit um die Ecke? Ob das alles gut gehen kann?

Ja, und wie! Breath of the Wild ist nicht bloß Kulisse, es ist eine in sich geschlossene Welt, die in jedem Aspekt fein abgestimmt ist, wo alles aufeinander aufbaut und dennoch so viel Freiheit gewährt, wie es in einem Spiel dieses Genres nur möglich ist. Wie Kollege Sergej bereits erwähnt hat, seid ihr rein als Betrachter eben nur das: Betrachter. Das ändert sich schlagartig, sobald ihr selbst den ersten Schritt im neuen alten Hyrule getätigt habt. Selten zuvor entstand ein so faszinierender Sog aus Forscherdrang, Abenteuerlust und Überlebenskampf. Den erhöhten Schwierigkeitsgrad weiß ich sehr zu schätzen, er verleiht jeder Aktion, die ihr vollbringt, mehr Gewicht und Sinnhaftigkeit.

Die technische Seite ist natürlich ein Punkt, der nicht außer Acht gelassen werden darf. Rein visuell kann Breath of the Wild mit der Präsentation auf PlayStation 4 und Xbox One (PC mal außen vor gelassen) definitiv nicht mithalten. Diese technikbedingte Schwäche versuchen die Entwickler durch intelligentes Design auszugleichen. Das gelingt zu weiten Teilen, jedoch merkt man bereits hier, wie sehr Nintendo Switch den anderen aktuellen Konsolen hinterherhinkt. So richtig neu macht Breath of the Wild auch nichts. Die meisten der tragenden Elemente kennt ihr bereits aus anderen Spielen. Neu sind diese Elemente jedoch für Zelda, und das Wichtigste: Sie wirken nicht aufgesetzt, sondern als wären sie genau für diesen Zweck erdacht worden.

Alles in allem würde ich nicht so weit gehen, The Legend of Zelda - Breath of the Wild als zeitloses Meisterwerk zu bezeichen. Sehrwohl ist es aber ein exzellentes Spiel von durchweg hoher Qualität, das auf eindrucksvolle Weise darstellt, wie man das Konzept einer offenen Welt richtig und ansprechend gestaltet. Und das vor dem Hintergrund einer so tradtionsreichen Serie! Ein wirklich mutiger Schritt. Noch dazu einer, der nicht ins Wanken gerät. So unmöglich es klingt: Breath of the Wild erreicht eine höhere Ebene im Zelda-Universum. Nintendo ist das Kunststück gelungen, eine fast unabänderliche Formel neu zu berechnen und damit vielleicht sogar Spieler abzuholen, die bislang mit Hyrule und seinen Legenden nichts anzufangen wussten.

91 Spieletipps-Award

meint: Dieses Spiel ist ein unverschämter Zeitfresser, das die Zukunft der Zelda-Reihe vielleicht entscheidend prägen wird!

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Tags: Singleplayer   Open World   Fantasy   Eiji Aonuma  

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