Amazon-Panne: Tippfehler legt halbes Internet lahm

von Luis Kümmeler (03. März 2017)

Am vergangenen Dienstag ist es zu einer Großstörung gekommen, die zahlreiche Online-Dienste lahm legte. Dass Seiten wie Imgur, Kickstarter und Razer plötzlich nicht mehr erreichbar waren, ist dabei auf einen Tippfehler in Amazons Datenzentrum zurückzuführen.

Am Dienstag sah sich die Internetgemeinde mit einer urplötzlichen Großstörung konfrontiert, die so wahrlich nicht aller Tage vorkommt. Zahlreiche Internetdienste gingen ohne Vorwarnung vom Netz, darunter Expedia, Razer, Slack, Imgur und die Crowdfunding-Seite Kickstarter, sowie Angebote wie Amazon Prime Video und Amazon Music. Diese und etliche weitere Dienste waren daraufhin über Stunden hinweg nicht erreichbar, wie die englischsprachige Seite Engadget berichtet.

Inzwischen ist das Problem offenbar behoben, und wie aus einer umfangreichen Erklärung des Online-Giganten Amazon hervorgeht, sorgte eine Panne in dessen Rechenzentrum für die Großstörung. Wie das Unternehmen darlegt, hatte ein Techniker nach leichten Problemen mit Amazons S3-Clouddienst versucht, die gesamte Infrastruktur durch das Abschalten einiger weniger Server zu beschleunigen. Dabei unterlief dem Pechvogel aber wohl ein Tippfehler, der nun einen Schaden in Millionenhöhe zur Folge hat. „Leider wurde eine der Eingaben inkorrekt getätigt, und eine größere Serverzahl als beabsichtigt offline genommen“, schreibt Amazon.

Die Behebung des Problems soll derweil recht viel Zeit in Anspruch genommen haben, weil die Server-Struktur Amazons inzwischen offenbar so komplex ist, und nicht wenige Server bereits seit „vielen Jahren“ nicht mehr neugestartet wurden, wie das Unternehmen erklärt. Für die Zukunft will der Konzern aber Sicherheitsmaßnahmen installiert haben, die eine Abschaltung ungewollt hoher Servermengen verhindert.

Bei der Amazon-Großpanne zum 1. März hätte es sich fast schon um einen verfrühten, und dezent übertrieben Aprilscherz handeln können. Wer jetzt auf den Geschmack gekommen ist, findet in unserer Bildergalerie zahlreiche Internet-Aprilscherze.

Tags: Amazon  

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