Test Fast RMX: Wipeout und F-Zero sein Kusäng

von Michael Krüger (12. März 2017)

Im überschaubaren Angebot an Spielen zur Veröffentlichung der Nintendo Switch findet sich eigentlich etwas für jeden Geschmack. Für Freunde von Rennspielen steht Fast RMX an der Startlinie.

Was Wipeout für Sony-Konsolen, war F-Zero eigentlich immer für Nintendo. Doch von einer Fortsetzung gibt es bereits seit langem keine Spur. Kein Grund zur Trauer. Denn seit Veröffentlichung der Wii U kümmert sich Entwickler Shin'en um euer Bedürfnis nach futuristischen Rennen. Passend dazu erscheint direkt zum Start der Nintendo Switch die Fortsetzung zu Fast Racing Neo. Wie schon sein Vorgänger bleibt auch Fast RMX exklusiv bei Nintendo.

Optisch bewegt sich Fast RMX so ziemlich in der Mitte zwischen Wipeout und F-Zero. Von letzterem hat es sogar den Original-Ansager im Boot. Das sorgt natürlich gleich für die passende Stimmung. Hinzu kommt der tempobedingte Schwierigkeitsgrad, der Rennspielen dieser Sorte den besonderen Kick verleiht. Fetzige Strecken und ein ordentlicher Umfang sollen den Rest erledigen.

Der übliche Aufbau

Eines vorweg: Nein, ihr könnt die Meisterschaft nicht zu zweit spielen. Die Lektion, die Mario Kart schon länger begriffen hat, ist bei den Entwicklern von Fast RMX noch nicht angekommen. Möchtet ihr also neue Strecken und Fahrzeuge freischalten, könnt ihr das nur im Solo-Spiel. Und hier warten große Herausforderungen auf euch. Eingeteilt in Turniere, fahrt ihr insgesamt 30 Strecken und schaltet nach und nach die 15 Fahrzeuge frei. Diese unterscheiden sich sowohl optisch als auch von Seiten ihrer Leistung, entschärfen den hohen Schwierigkeitsgrad allerdings nur bedingt.

Fast RMX setzt, wie der Name verrät, auf Geschwindigkeit.Fast RMX setzt, wie der Name verrät, auf Geschwindigkeit.

Zwischen teils arg sterilen und oft gesehen Strecken auf futuristischen Bahnen, die ebenso gut aus Wipeout HD stammen könnten, stechen immer wieder ein paar Perlen hervor. So führen euch manche Rennen durch staubige Wüsten, andere wiederum durch verregnete Dschungel. Hier kommen schöne Wettereffekte zum Einsatz. Wassertropfen und Schmutz auf dem Bildschirm verhelfen Fast RMX streckenweise zu einer ordentlichen Immersion, die durch Lichteffekte weiter verstärkt wird.

Viele Details werdet ihr von der Umgebung aber sowieso nicht aufschnappen. Denn Fast RMX macht seinem Namen alle Ehre und ist demnach irre schnell. Um in Kurven nicht gegen die Wände zu donnern, stehen euch Luftdüsen zur Verfügung, die ihr mithilfe der Schultertasten einsetzt. Nichts wirklich Neues. Um höhere Geschwindigkeiten zu erreichen, setzt ihr aus kleinen, schwebenden Kugeln gesammelte Energie für euren Turbo ein. Zusätzlich wechselt ihr auf Knopfdruck die Farbe eurer Energie passend zu den Beschleunigungsstreifen. Sobald ihr diese Mechanik einigermaßen beherrscht, schießt ihr förmlich über die Rennstrecken. Zumindest, bis ihr in ein Hindernis auf der Fahrbahn kracht. In der Regel sind diese einfach zu umgehen, kosten euch hier und da allerdings auch Nerven. Hierfür ist vor allem eine teilweise unfaire Platzierung der Fallen verantwortlich.

Viele Optionen für Mehrspieler

Diese temporeichen Gefechte machen besonders gegen menschliche Mitspieler Spaß. Hierfür stehen euch gleich mehrere Möglichkeiten zur Verfügung. So könnt ihr im TV-Modus der Switch sowohl im Splittscreen mit bis zu vier Spielern, aber auch online gegen bis zu elf Kontrahenten fahren. Besonders ist allerdings der Tisch-Modus. Da ihr auf dem Bildschirm der Switch zwei Fahrer unterbringt, könnt ihr durch Verbinden von mehreren Switch-Konsolen mit bis zu acht Spielern lokale Turniere bestreiten. Wobei lokal in diesem Fall im Grunde überall ist, wo ihr eure Switch mit hinschleppt.

Der Splittscreen-Modus funktioniert auch direkt auf der Konsole.Der Splittscreen-Modus funktioniert auch direkt auf der Konsole.

So zeigt Fast RMX bereits zur Veröffentlichung von Nintendos neuer Konsole, dass gewisse Aspekte der Portabilität nicht nur wohlklingende Werbesprüche, sondern tatsächlich anwendbar sind. Zumindest dann, wenn ihr in eurem Bekanntenkreis über die benötigte Anzahl von Konsolen verfügt. Doch auch alleine oder zu zweit ist Fast RMX ein kurzweiliger Zeitvertreib.

Für etwas Abwechslung sorgt der neue Hero-Modus. In diesem entspricht die Schildenergie eures Schiffes eurer Turbo-Leiste. Nutzt ihr also einen Extra-Schub, verliert ihr dadurch Schildenergie. Kollidiert ihr mit der Bande, reduziert sich diese weiter. Erreicht sie null, endet das Spiel für euch. Innerhalb von drei Runden versucht ihr so, durch cleveres Abwägen und Kalkulieren, in einem Stück das Ziel zu erreichen und euch den ersten Platz zu ergattern. Das treibt gerne mal den Schweiß auf die Stirn.

Meinung von Michael Krüger

Wie so viele andere, warte ich bereits sehnsüchtig auf Mario Kart 8 Deluxe. Da dieses allerdings noch ein paar Wochen auf sich warten lässt, nehme ich Fast RMX dankbar als Überbrückung an, um meinen Durst nach Rennspielen zu stillen. Wobei der Vergleich nicht unbedingt fair ist. Immerhin unterscheiden sich die beiden Spiele bis auf die Tatsache, dass es sich um Rennspiele handelt, fast von Grund auf. Daher bin ich zuversichtlich, dass ich auch nach Erscheinen von Mario Kart 8 Deluxe auch weiterhin immer wieder im Geschwindigkeitsrausch über die atmosphärischen Strecken von Fast RMX brettere.

Das Gesamtpaket ist sowohl stimmig als auch ordentlich, bietet dafür wenig Neues und könnte auf dem Fernseher gerne noch einen Tick schärfer sein. Für das Freischalten der Strecken und Fahrzeuge werdet ihr einige Stunden benötigen und habt mit dem Hero-Modus auch anschließend noch gut zu tun. Ohne Kritik kommt Fast RMX jedoch nicht aus. Manche Streckenabschnitte sind unfair schwer, was dem ohnehin schon hohen Schwierigkeitsgrad nicht unbedingt zuträglich ist. Hübsche Wettereffekte und spaßige Mehrspieler-Rennen zeigen dennoch, dass Fast RMX die Fußstapfen ernst nimmt, in denen es sich gemütlich gemacht hat.

74

meint: Technisch ausbaufähig schießt euch Fast RMX über abwechslungsreiche Rennstrecken und bedient solide das wenig beachtete Feld der futuristischen Rennspiele.

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Tags: Science-Fiction   Multiplayer   Splitscreen   Singleplayer  

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