Vorschau Mittelerde - Schatten des Krieges: Jetzt geht's gegen Sauron!

von Ulrich Wimmeroth (10. März 2017)

Festungen erobern, Drachen reiten und eine eigene Armee befehligen: Im Nachfolger des Ork-Schnetzlers Schatten von Mordor gibt es für Waldläufer Talion reichlich neue Möglichkeiten die Schergen Saurons zu dezimieren.

Nach den Ereignissen in Mittelerde – Schatten von Mordor ist der Rachedurst des Waldläufers Talion, der vom Geist des Elbenfürsten Celebrimbor wiederbelebt wurde und seitdem eine schlagkräftige Einheit mit dem gemeuchelten Ringschmied bildet, noch lange nicht gestillt. Um den dunklen Armeen Saurons endlich Einhalt zu gebieten, soll es diesmal ein neuer Ring der Macht richten. Klingt nicht nach einer besonders guten Idee, wenn ihr euch zum Beispiel an das Schicksal von Gollum erinnert.

Mehr von der Hintergrundgeschichte erfahren wir bei einer Präsentation von etwa 20 Minuten Spielgeschehen allerdings nicht. Dafür aber eine Menge über die neuen Spielmechaniken, die das Entwicklerstudio Monolith Production in das brachial in Szene gesetzte Action-Abenteuer eingebracht haben. Eine deutlich größere Spielwelt soll geboten werden, die nicht nur zwei düster-dunkle Gebiete in Mordor umfasst, wie auch schon beim Vorgänger. Riesig und landschaftlich abwechslungsreich soll die offene Welt werden, die ihr mit dem Helden Talion frei durchstreifen könnt.

3 von 12

Mittelerde: Schatten des Krieges - Diesmal dürft ihr Drachen reiten

Davon konnten wir uns selber überzeugen, als bei dem Vorspieltermin ein Ausschnitt aus der imposanten dreidimensionalen Landkarte gezeigt wurde, die wohl mindestens fünf Gebiete umfassen wird, die optisch mehr hergeben, als das deprimierende Matschbraun des Vorgängers, und in denen sich jeweils eine Ork-Festung befindet, die es zu erobern gilt, um die Region unter Kontrolle zu bekommen.

Sturm auf die Festung Seregost

Der Fokus der Präsentation lag auf dem neuen Eroberungsmodus, der am Beispiel des Ansturms auf die Festung Seregost im Norden Mordos einen Vorgeschmack auf das blutige Handwerk Talions gegeben hat. So ganz allein, auch wenn der selbstgebastelte Ring euch eine Reihe neuer Fähigkeiten verleiht, wäre die Terror-Festung dann doch nicht zu knacken. Also könnt ihr diesmal eine eigene Ork-Armee befehligen und euch in Ruhe eure Hauptmänner aussuchen, die euch in die Schlacht begleiten.

Bereit zum Gefecht: Talion hat eine ganze Armee aus Verbündeten an seiner Seite.Bereit zum Gefecht: Talion hat eine ganze Armee aus Verbündeten an seiner Seite.

Die Wahl fällt auf einen kampflüsternen Oger namens Az-Laar, den Beast-Master Ragdug Iron Mount und den Armbrustschützen Mozu Deadeye. Der befindet sich zwar innerhalb der Festung, ist aber an der blauen Markierung über seinem Kopf als einer der Euren zu erkennen. Es ist immer gut einen Freund hinter den feindlichen Linien zu haben, das werden wir später noch merken.

Aber auch die Gegenseite kann mit wirklich harten Typen aufwarten und besonders üble Ork- und Uruk-Gesellen wie Thrak Storm-Bringer, ein Nekromant der einfach nicht sterben will, oder Tugog mit seinen zwei Feueräxten, der seit einer früheren Begegnung mit Talion noch ein Hühnchen mit dem Waldläufer zu rupfen hat, geben euch in martialischen Ansprachen zu verstehen, das sie Talion in der Luft zerreißen werden, wenn er es wagt, ihnen zu Nahe zu kommen. Aber davon lasst ihr euch nicht beirren und beginnt den Sturm auf das Haupttor.

Während eure Hauptstreitmacht unter der Führung des massigen Ogers auf das Tor zurennt, macht ihr einen auf Assassin's Creed und klettert locker auf die Zinnen der Festungsmauer. Dort räumt ihr mit Geister-Bogen und heftigen Schwerthieben unter den Verteidigern auf. Die Kämpfe sind gewohnt brutal inszeniert und erinnern an die Mechanik der Arkham-Spiele von Rocksteady, die einen fast schon tänzerischen Stil haben, mit fließenden Bewegungen und spektakulären Schlagkombinationen. Nur, dass bei Talion eben die Ork-Köpfe nur so durch die Gegend fliegen und das Pixelblut eimerweise verschüttet wird. Nein, zimperlich geht es wirklich nicht zu.

Während das Ork-Kanonenfutter links und rechts unter euren Hieben fällt, erwartet euch mit Storm-Bringer die erste größere Herausforderung. Der besonders irre Hauptmann will als Nekromant einfach nicht sterben und kommt euch mehrfach in die Quere. Letztendlich beseitigt Talion den Quälgeist mit der Hilfe seines Spions, der aus dem Hinterhalt einen gut gezielten Pfeil abschießt und so das Kapitel Storm-Bringer zu Ende bringt. Mit dem Feuerteufel Thrak macht er auch noch kurzen Prozess und kann ihn entweder töten und so wertvolle Ausrüstungsgegenstände erhalten oder auf seine Seite ziehen. Das kennt man ja schon aus dem ersten Teil.

Dieses Video zu Mittelerde: Schatten des Krieges schon gesehen?

Overlords und das neue Nemesis-System

Bevor sich Talion nun dem Boss der Festung stellt, einem riesigen Olog-Troll mit dem Namen Ur-Hakon, können wir eine spannende neue Spielmechanik bestaunen. Befreien Talion einen Drachen aus seinem Käfig im Hof der Festung, kann er sich auf seinen Rücken teleportieren und von oben Feuer auf die Verteidiger regnen lassen. Laut Michael de Plater, Vize-Kreativchef bei Monolith, keine einmalige Sache, sondern eine Option, die ihr häufiger bekommen sollt. Uns hat das gefallen.

Die Overlords sind die Befehlshaber einer Festung und knackige Bossgegner.Die Overlords sind die Befehlshaber einer Festung und knackige Bossgegner.

Während die Schlacht um euch herum tobt und eure Truppen autark in die Zweikämpfe gehen, machen ihr euch auf den Weg in den Thronsaal, um den Overlord der Festung zu erlegen und somit die Macht zu übernehmen. Der Overlord stellt eine neue Feindes-Gattung dar, die noch über den Häuptlingen angesiedelt ist. So leicht gibt der Olog mit seinem Flammenwerfer aber nicht das Zepter aus der Hand und ihr stellt euch einem harten Bosskampf. Den Sieg erringt Talion schlussendlich durch einen Überraschungsangriff seines Mitstreiters Ragdug Iron Mount, der den finalen Schlag gegen Ur-Hakon erlaubt. Die Festung gehört jetzt dem Spieler und ihr befördert einen eurer Hauptmänner zum neuen Overlord, der von nun an für hier die Stellung hält.

„Das hätte aber alles auch ganz anders ablaufen können. Je nachdem welche Mitstreiter man auswählt, ändert sich der Spielverlauf.“, erklärt de Plater später im Gespräch. Das Nemesis-System, ein Netzwerk sich dynamisch verändernder Persönlichkeiten und Hierarchien, sorgt dafür, dass sich die Spielwelt wirklich lebendig anfühlt. Nehmt ihr andere Hauptmänner aus der Armee mit in die Schlacht, laufen Rettungsaktionen anders ab oder bleiben möglicherweise sogar gänzlich aus. Gleiches gilt für die Overlords: Bringt ihr im Spielverlauf die Klan-Ordnung der Orks durch eure Aktionen durcheinander, erwartet euch eventuell ein anderes Boss und andere Hauptmänner.

Das rege Eigenleben der Figuren führt soweit, dass sich richtige Emotionen zeigen können. Als in der Schlacht unser Oger Az-Laar stirbt, haben wir tatsächlich kurz getrauert. Und das nicht, weil uns nun ein Kämpfer fehlt, sondern weil der Kerl uns in den kurzen Auftritten wirklich ans Herz gewachsen ist. Alles soll mit dem neuen Nemesis-System möglich sein. Vertraute betrügen euch mitten in der Schlacht und wechseln die Seiten, es entwickelt sich Hass, wenn ihr einen Ork niederstreckt und er wiederbelebt wird, sogar Liebe soll möglich sein. Aber das wollen wir erst mal im fertigen Spiel selber erleben.

Die letzten Augenblick des fiesen Hauptmanns Storm-Bringer, bevor wir ihn effektvoll einen Kopf kürzer machen.Die letzten Augenblick des fiesen Hauptmanns Storm-Bringer, bevor wir ihn effektvoll einen Kopf kürzer machen.

Ein Durchlauf ist nicht genug

Das gibt es noch an Fakten zu berichten: Es wird drei Schwierigkeitsgrade geben, um jedem Spielertyp gerecht werden. Wer einfach nur die Geschichte erleben und ohne großen Anspruch Orks zerhacken will, wird seine Freude haben, genau so wie Spieler, die eine Herausforderung brauchen und tief in das Nemesis-System eintauchen möchten. Denn wenn Talion nicht stirbt, gibt es auch keine Gegner die ihn beim nächsten Treffen übelst beschimpfen, demütigen und so die Feindschaft geradezu zelebrieren.

Diesmal könnt ihr auch auf Drachen reiten und Feuer vom Himmel regnen lassen.Diesmal könnt ihr auch auf Drachen reiten und Feuer vom Himmel regnen lassen.

Zudem wurde ein "Eldar-Game" versprochen, welches nach einem kompletten Durchlauf und dem eigentlichen Ende der Geschichte weitere Inhalte zur Verfügung stellt. Dann werden die eingenommenen Festungen von Ork-Armeen angegriffen und der Spieler soll mit dem Ausbau von Verteidigungsstellungen und vollem Körpereinsatz den Angriff dann abwehren. Also eine echte Sandbox nach der ultimativen Konfrontation mit Sauron? Das lassen wir uns gerne gefallen.

Die aus Schatten von Mordor bekannten Aufgaben, wie Gefangenenbefreiung, das Sammeln von Gegenständen, Waffenquests oder Überfälle auf kleinere Ork-Lager, um das Machtgefüge innerhalb der Clans kräftig aufzumischen, sollen weiterhin vorhanden sein. Gezeigt wurde davon allerdings nichts, da müsst ihr den Aussagen der Entwickler erst einmal Glauben schenken.

Weiter mit:

Inhalt

Tags: Fantasy   Herr der Ringe   Singleplayer  

Kommentare anzeigen

Inspiration oder Datenklau? 10 dreiste Klone der Spielgeschichte

Inspiration oder Datenklau? 10 dreiste Klone der Spielgeschichte

Nicht zu fassen: In der Welt der Spiele wird geklaut, was das Zeug hält! Und zwar nicht von den Spielern, sondern (...) mehr

Weitere Artikel

Die 25 reichsten Spielefirmen: Platz 1 geht an ...

Die 25 reichsten Spielefirmen: Platz 1 geht an ...

Habt ihr euch schon mal gefragt, welche Publisher so richtig Kohle machen und ganz oben auf der Liste der reichsten Fir (...) mehr

Weitere News

Newsletter

Mit diesem Formular kannst du den Spieletipps.de Newsletter kostenlos abonnieren.

Mittelerde: Schatten des Krieges (Übersicht)