Gut geklaut ist halb gewonnen: Darin ähneln sich Resident Evil 7 und Zelda - Breath of the Wild

von Daniel Kirschey (10. März 2017)

Dass unter diesem Artikel der eine oder andere aufschreien wird, ist mir jetzt schon klar. "Wie kann man nur Resi 7 und das neue Zelda vergleichen???" Eine andere Person wird vielleicht entrüstet aufschreien, dass weder The Legend of Zelda - Breath of the Wild noch Resident Evil 7 vor irgenwelchen anderen Spielen klauen. Natürlich ist die Überschrift polemisch. Doch: Keine zwei Spiele der letzten Zeit haben mich so sehr aneinander erinnert wie die beiden genannten.

Warum? Beide Spieleserien stammen von japanischen Firmen und haben sich seit einiger Zeit entweder überhaupt nicht weiterentwickelt oder aus Sicht der Spieler in eine falsche Richtung.

Der Lösungsansatz der beiden Entwickler ist jedoch genau derselbe: Man nehme Spielelemente aus erfolgreichen Spielen westlicher Machart und bastle diese in das Grundkonstrukt der eigenen Marke ein.

Resident Evil 7 beispielsweise ist definitiv ein gutes Spiel. Endlich wieder ein Resident Evil mit Horror, das seine alten Wurzeln nicht verkennt. Doch bei jeder Spielsitzung hatte ich Outlast und andere Indie-Horrospiele vor Augen. Es gibt sie noch (oder eher wieder), die Speicherräume, Kassettenrekorder zum Speichern, die Gegenstandstruhen und es ist auch wieder das typische Level-Design da. Doch trotzdem merke ich deutlich den Einfluss oder die Anlehnung an Outlast und Konsorten.

So geht es mir auch mit Zelda - Breath of the Wild. Es sieht aus wie Zelda, es spielt sich wie Zelda und es ist ein fantastisches Spiel. Doch nachdem sich Nintendo mit einer ihrer Kernmarken die vorigen zehn Jahre so gut wie nicht weiterentwickelt hat, scheinen sie nun in der Moderne angekommen zu sein - indem sie aus allerhand anderen Spielen Elemente in Breath of the Wild inkorporieren. Da muss Link auf Türme klettern, um die Karte freizuschalten wie in fast jedem Ubisoft-Spiel, angefangen mit dem allerersten Assassin's Creed.

Die Kampfmechaniken erinnern an Dark Souls, das Sammeln und Jagen könnten so auch in Far Cry stattfinden und die Schreine sind kleine Portal-Räume. Wie gesagt, es ist Zelda - und an jeder Ecke erkenne ich das sogenannte "Nintendo-Polish". Als letztes Tüpfelchen hätte ich mir aber ein bisschen mehr Eigenheit gewünscht. Nicht nur in Sachen Spielgefühl und Atmosphäre, sondern auch hinsichtlich der Spielmechaniken.

Die Art und Weise, wie Resident Evil 7 und Zelda statt etwas ganz Neues, Eigenes zu erschaffen, versuchen, die Marken wiederzubeleben, indem sie sich an schon Bekannten laben und dies gekonnt in die Marke transponieren, ähnelt sich ungemein. Hoffentlich bleibt es in Zukunft jedoch nicht ausschließlich dabei.

Tags: Horror   Open World  

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