Kuba: Online spielen ohne Internet

von Sören Wetterau (14. März 2017)

Wer in Kuba online spielen möchte, hat dazu kaum eine Chance. Im Karibikstaat ist es lediglich Journalisten, Ärzten oder Wissenschaftlern gestattet, privat das Internet zu nutzen. Alle anderen sitzen zumeist auf dem Trockenen oder müssen sich in die verhältnismäßig teuren W-Lan-Hotspots einwählen, welche sich jedoch nur wenige Kubaner dauerhaft leisten können.

Mithilfe des sogenannten Street Networks (Straßennetzwerk) haben sich Spieler deswegen in der Hauptstadt Havanna mittlerweile ein eigenes Netzwerk aufgebaut, um mit- oder gegeneinander zu spielen, wie das Magazin Der Standard berichtet. Verantwortlich für das System ist Alejandro Cueto, der vor zehn Jahren den Traum hatte, auch mal gegen andere Spieler antreten zu wollen. Die erste Antenne für das eigene Netzwerk hat er einst aus Aluminium-Türrahmen gefertigt.

Heutzutage verbinden sich über 15.000 Menschen in Havanna über das sogenannte Snet, obwohl sie selbst keinen Zugang zum Internet besitzen. Angefangen hat alles mit Lan-Partys, die nach und nach immer größer wurden. Doch erst das von Cueto entworfene Netzwerk hat es möglich gemacht, dass die kubanischen Spieler mittlerweile gegeneinander spielen können ohne im selben Raum anwesend zu sein.

Bislang existiert das Projekt nur in Havanna. Am liebsten würden die Gründer das Snet weiter ausbauen, aber aufgrund der dünn besiedelten Gegenden zwischen den großen Städten Kubas ist die Umsetzung nur schwer möglich. Die Reichweite der Antennen ist noch nicht stark genug. Es ist allerdings möglich, dass sich das vielleicht in ein paar Jahren ändert.

Neben dem Snet haben Kubas Spieler und Design-Studenten außerdem ein eigenes Videospiel-Magazin mit dem Namen "N1CKS" ins Leben gerufen, welches über das Herumreichen von USB-Sticks vertrieben wird. Hierüber verabreden sich die Spieler zu gemeinsamen Abenden oder geben ihre Erfahrungen weiter. Ähnlich wie das Snet funktioniert dieser Kreislauf ganz ohne das Internet.

Während kubanische Spieler mit Erfindungsgeist und starkem Willen die Probleme und Einschränkungen ihres Landes ein wenig umgehen, sorgt Bolivien für ganz andere Schlagzeilen. Die Regierung des Landes hat sich vor kurzem wegen Ghost Recon - Wildlands über Ubisoft empört.

Counter-Strike - Global Offensive ist eines der meistgespielten Online-Spiele der Welt. Dank stetiger Updates konnte es unter vielen Fans den beliebten Vorgänger Counter-Strike 1.6 nach und nach ablösen.

Tags: Politik   Multiplayer  

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