Oculus Game Days - Auf Tuchfühlung mit acht Exklusiv-Spielen

(Special)

von Sönke Siemens (18. März 2017)

Auf den Oculus Game Days in London präsentieren sich einige der wichtigsten VR-Exklusivspiele 2017 für Oculus Rift. Wir waren für euch dabei und haben uns durch virtuelle Welten gekämpft, geknobelt und gerockt.

Die präzisen Touch Controller bringen deutlich mehr Bewegung ins Spiel.Die präzisen Touch Controller bringen deutlich mehr Bewegung ins Spiel.

Die acht wichtigsten Spiele der Veranstaltung möchten wir euch im Folgenden ausführlicher vorstellen. Eine besonders erfreuliche Nachricht vorab: Motion-Sickness war bei keinem Spiel ein Problem. Eine Erkenntnis, die im Übrigen auch viele andere geladene Gäste teilten.

Nummer 1: Arktika.1

System: Oculus Rift (inklusive Touch)

Entwickler: 4A GAMES

Erscheint voraussichtlich: 3. Quartal 2017

Mit diesen Yaga genannten Bestien legt man sich besser nicht im Nahkampf an.Mit diesen Yaga genannten Bestien legt man sich besser nicht im Nahkampf an.

Nach Metro - Redux wurde es ziemlich ruhig um das ukrainische Entwicklerstudio 4A Games. Doch der Eindruck täuscht, denn hinter den Kulissen hat sich einiges getan. Los ging’s im ersten Halbjahr 2014 mit dem Umzug der Firmenzentrale von Kiev nach Malta. Dort wiederum arbeitet derzeit ein über 50-köpfiges Team an der Fertigstellung von Arktika.1 – einem im dritten Quartal 2017 exklusiv für Oculus Touch erscheinenden First-Person-Shooter.

Wie schon in den beiden Metro-Spielen dient auch hier ein apokalyptisches Ereignis als Aufhänger für die Geschichte. Demnach hat die Erde mit einer neuen, von Menschenhand ausgelösten Eiszeit zu kämpfen. Die Folgen sind desaströs, kosten Millionen das Leben und führen dazu, dass nur noch Gebiete in Äquatornähe bewohnbar sind. Die karg besiedelten Regionen im Norden und Süden dienen dagegen primär als Rohstoff-Lieferanten und sind entsprechend hart umkämpft.

Die in London präsentierte Demo beginnt vergleichsweise ruhig. Während einer Spritztour durch die Außenbezirke der Kolonie Arktika.1 lernt ihr zunächst eure charmante Missions-Koordinatorin Viktoria kennen. Von ihr erfahrt ihr, dass ihr als Kopfgeldjäger angeheuert wurdet, um die Gegend um die sogenannte Zitadelle von Banditen zu säubern. Mittel zum Zweck ist ein riesiges Arsenal an durchschlagenden Handfeuerwaffen, mit denen ihr wenig später an einem Schießstand und in einer Art VR-Simulation experimentieren dürft.

In der Zitadelle besprecht ihr mit der überaus freundlichen Viktoria die jeweils nächste Mission.In der Zitadelle besprecht ihr mit der überaus freundlichen Viktoria die jeweils nächste Mission.

Bereits hier wird klar: Bei Arktika.1 ist voller Körpereinsatz gefragt. Wollt ihr beispielsweise hinter einem Umgebungsobjekt Schutz suchen, müsst ihr tatsächlich in die Hocke gehen. Wollt ihr die Waffe wegstecken, müsst ihr die entsprechende Hand zum Holster am Rücken führen. Ebenfalls auffällig: Artika.1 sieht wirklich grandios aus und muss sich selbst vor Optik-Schwergewichten wie Robo Recall von Epic Games nicht verstecken. Kehrseite der Medaille ist der Fakt, dass ihr euch in den einzelnen Spielabschnitten nur zwischen vorgegebenen Teleport-Punkten bewegen dürft. Davon abgesehen aber eine sehr unterhaltsame VR-Schießbude mit grandiosem Szenario, präziser Touch-Steuerung und wirklich famos modellierten Waffen.

Nummer 2: Lone Echo

System: Oculus Rift (inklusive Touch)

Entwickler: Ready at Dawn

Veröffentlichungstermin: 2017

Dramatische Szene aus der ersten Demo: Kollegin Olivia steckt mit dem rechten Fuß in einem Hydraulik-Mechanismus fest.Dramatische Szene aus der ersten Demo: Kollegin Olivia steckt mit dem rechten Fuß in einem Hydraulik-Mechanismus fest.

Schon mal den Hollywood-Blockbuster Gravity gesehen? Das "First Person"-Abenteuer Lone Echo schlägt in eine ähnliche Kerbe, spielt jedoch in einer noch weiter entfernten Zukunft. Im Mittelpunkt der Handlung steht die KI-Entität Jack – ein Android aus dem 22. Jahrhundert. Zusammen mit seiner menschlichen Kollegin Olivia Rhodes hat er die Aufgabe, eine im Saturn-Ring stationierte Bergbaueinrichtung am Laufen zu halten. Zunächst läuft alles nach Plan. Dann allerdings stoßen die beiden auf eine seltsame, nebelförmige Anomalie. Genau diese Entdeckung – und die damit einhergehende Katastrophe – steht im Fokus der kurzen aber intensiven Anspielversion.

Das Beeindruckende an Lone Echo: Ihr könnt euch in der Spielwelt frei bewegen, indem ihr euch ganz natürlich an Objekten inner- und außerhalb der Raumstation entlang hangelt. Müssen größere Distanzen überwunden werden, stoßt ihr euch mit einer kräftigen Handbewegung an etwas ab und gleitet dann mühelos durch die Schwerelosigkeit. Alternativ könnt ihr aber auch einfach die leistungsstarken Schubdüsen in euren Handgelenk verwenden, um zielsicher von A nach B zu gelangen. Prima Sache: Weil sich die Fortbewegung natürlich anfühlt, wird euch zu keiner Zeit unwohl.

Lone Echo setzt auf ein überzeugendes Fortbewegungssystem: Jedes Objekt in der Spielwelt ist so gestaltet, dass ihr euch daran festhalten könnt.Lone Echo setzt auf ein überzeugendes Fortbewegungssystem: Jedes Objekt in der Spielwelt ist so gestaltet, dass ihr euch daran festhalten könnt.

Und spielerisch? Da setzt das Oculus-exklusive Projekt der "The Order - 1886"-Macher auf eine gut abgestimmte Mischung aus Erkundung, Rätselpassagen und aufwühlenden "Mittendrin statt nur dabei"-Momenten. Kämpfe sind nicht vorgesehen. Wer mag, darf sich abseits der mehrstündigen Kampagne außerdem in einem bisher leider noch nicht anspielbaren Multiplayer-Modus die Zeit vertreiben. Laut Design-Chef Ru Weerasuriya geht es in den wahlweise zu sechst (3 vs. 3), acht (4 vs. 4) oder zehnt (5 vs. 5) spielbaren Duellen darum, ein Frisbee ins Tor der gegnerischen Mannschaft zu befördern - bei voller Schwerelosigkeit versteht sich.

Nummer 3: Killing Floor - Incursion

System: Oculus Rift (inklusive Touch)

Entwickler: Tripwire Interactive

Veröffentlichungstermin: 2017

Wenn in Killing Floor - Incursion vier und mehr Gegner gleichzeitig heranstürmen, kriegen VR-Neulinge schon mal Muffensausen.Wenn in Killing Floor - Incursion vier und mehr Gegner gleichzeitig heranstürmen, kriegen VR-Neulinge schon mal Muffensausen.

Das im November 2016 veröffentlichte, mit einem 6er-Koop-Modus ausgestattete Killing Floor 2 zählt derzeit zu den beliebtesten Team-Spielen auf Steam. Mit Killing Floor - Incursion überträgt US-Entwickler Tripwire Interactive das bewährte Spielprinzip nun in die virtuelle Realität. Allerdings mit zahlreichen Änderungen. Anpassung Numero eins: Stufenloses Fortbewegen innerhalb der VR-exklusiven, vier Hauptmissionen umfassenden Story-Kampagne (Spielzeit ca. 4-6 Std.) ist nicht vorgesehen. Vielmehr nutzt Killing Floor Incursion ein Teleport-Feature wie man es aus Robo Recall, Call of the Starseed und vielen anderen VR-Spielen kennt. Anpassung Nummer zwei: Statt sechs dürfen maximal zwei Spieler gleichzeitig ran - unter anderem, damit in den hektischen Gefechten die Übersicht gewahrt bleibt.

Das Ergebnis spielt sich - nach kurzer Eingewöhnung - ziemlich gut und profitiert enorm von der sehr sauber umgesetzte Oculus Touch Steuerung. Zielen zum Beispiel klappt ganz intuitiv über Kimme und Korn. Um Waffen zu wechseln, müsst in dagegen einfach nur zu eurer linken oder rechten Schulter oder an die entsprechende Stelle am virtuellen Pistolenholster greifen. Ziemlich makaber aber typisch Killing Floor: Die in der Regel bergeweise umherliegenden Gliedmaßen der Zed-Monster dienen auf Wunsch als Wurfgeschosse. Alternativ leisten Feuerwehraxt und Kampfmesser gute Dienste beim Eindämmen des Untoten-Ansturms.

Die am Boden krabbelnden Widersacher können kaum Treffer einstecken, sind dafür aber ausgesprochen flink.Die am Boden krabbelnden Widersacher können kaum Treffer einstecken, sind dafür aber ausgesprochen flink.

Aufgelockert wird die definitiv nicht jugendfreie Ego-Ballerei durch vergleichsweise einfache Rätselpassagen. An einer Stelle mussten wir zum Beispiel drei leuchtende Schädel sammeln und diese dann auf einer Plattform mit Gewichtssensor aufstapeln. Andernorts ging es darum, mit einer UV-Taschenlampe versteckte Objekte zu finden.

Weiter mit: Brass Tactics, Mage's Tale, Rock Band VR, Blade & Soul - Table Arena, From Other Suns

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Tags: Oculus Rift   Virtual Reality  

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