Die Gefühle, die beim Blättern durch Lösungsbücher hochkommen

von Matthias Kreienbrink (15. März 2017)

Freilich, ihr könnt mich jetzt einen schlechten "Gamer" nennen. Doch ich mag es, ein Lösungsbuch neben mir auf dem Sofa liegen zu haben. Nicht bei allen Spielen, natürlich. Sondern bei denen, die mich irgendwie an ein Früher erinnern, an die Anfänge meiner Videospielzeit. Geht es euch auch so? Dann ist dieser Text für euch.

Einige Spiele des Super Nintendo kamen damals in einer großen Verpackung. Das hatte einen schönen Grund: Dem Spiel lag dann nämlich ein Lösungsbuch bei. Spiele wie Terranigma oder Secret of Mana lieferten euch nicht nur eine Cardridge und ein olles Instruktionsheft aus Klopapier. Nein, mit dem Spiel hattet ihr direkt die helfende Hand, die euch aus brenzligen Situationen rettete.

Damals kam ich also zum ersten Mal in Kontakt mit so einem Lösungsbuch. Diese Beziehung zur analogen Hilfestellung ist seitdem durch Höhen und Tiefen geganen - war aber immer da. Daher liegt momentan auch das gebundene Lösungsbuch zu Zelda - Breath of the Wild neben mir auf dem Sofa. Und auch wenn ich sicherlich nicht konstant in dieses Buch schaue - wenn ich mal in einem Schrein nicht weiter komme oder ich mehr über die vielen Zutaten erfahren möchte, mit denen ich kochen kann. Wenn ich also einfach noch tiefer in diese weite Welt eindringen möchte, dann öffne ich dieses Buch.

Doch was macht diesen zarten Gefallen an einem schnöden Lösungsbuch eigentlich aus? Nun, zunächst sind diese Bücher zumeist gar nicht schnöde. Sie sind schön gestaltet, beinhalten aufwendige Grafiken, Karten, Illustrationen. Und so ist es auch oftmals gar nicht der Wille, ein Spiel bis zu den letzten Ecken zu erkunden und zu lösen, die mich zu einem Lösungsbuch treiben. Vielmehr sind es die Spiele von denen ich weiß, dass ich viel Zeit mit ihnen verbringen werde. Ein Final Fantasy 15 etwa, oder aktuell ein The Legend of Zelda - Breath of the Wild, das einfach so viel Zeit konsumiert, dass so ein Lösungsbuch die Erfahrung noch runder macht.

Und zu dieser Erfahrung zählt neben der Optik und Haptik für mich auch der Geruch. Ja wirklich, der Geruch eines Lösungsbuchs von Piggyback erinnert mich immer wieder an die vielen Stunden die ich mit Spielen verbracht habe. Die vielen Karten, die ich mir angesehen habe. Die Monster die ich studiert habe, besonders dann, wenn ich gerade nicht gespielt habe. Kurzum an die vielen Erinnerungen, die Videospiele so schön machen können: Ab und zu einfach mal zulassen, sich in eine fiktive Welt zu vertiefen. Die Inhalte eines Spiels so ernst zu nehmen, dass man sich ein Buch kauft, um noch besser an Strategien zu feilen, um diese Inhalte zu erkunden. Das alles ist nicht rational, sondern höchst emotional. Früher genauso wie heute.

Geht es euch ähnlich? Dann schreibt uns doch eure schönsten Erinnerungen in die Kommentare.

Tags: Singleplayer  

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