Test Kona: Mysteriöser Überlebenskampf im Schneesturm

von Michael Krüger (19. März 2017)

Als wären Schneestürme nicht schon ungemütlich genug, ist euch unsäglich kalt und ihr findet einen toten Körper nach dem anderen. Klingt spannend? Dann packt schon einmal die Wollhandschuhe aus!

Spiele wie Kona, das für PC, PS4 und Xbox One erschienen ist, erfreuen sich einer wachsenden Beliebtheit. Erst im vergangenen Jahr überzeugte Firewatch die Kritiker und war für mehrere renommierte Preise nominiert. Auch wenn viele Lauf-Simulationen auf den ersten Blick etwas eintönig oder langatmig wirken, zeigen sie eine besondere Wirkung auf euch als Spieler. Sie erzählen Geschichten zwar äußerst ruhig und bedacht, doch gerade dadurch intensiv und schwermütig.

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Kona: Ein Fall für kühle Köpfe

Kona mischt der bekannten Formel noch ein paar extra Zutaten unter. Elemente aus Überlebensspielen und Rätsel in alter "Point and Click"-Manier lockern eure Spaziergänge und Erkundungstouren auf. Hier und da lauern sogar richtige Gefahren, wodurch auch Kämpfe an die Tagesordnung kommen. Ausgesetzt in einer kalten und leeren Spielwelt schlagt ihr euch mit Naturgewalten herum und kommt mysteriösen Ereignissen auf die Spur. Eines dieser Rätsel betrifft allerdings eher die technische Seite von Kona.

Kaltes Kanada

In der Rolle des privaten Ermittlers Carl Faubert verschlägt es euch in eine ruhige und schneebedeckte Gegend in Kanada. Hier sollt ihr euch die Jagdhütte eures Klienten William Hamilton anschauen, da diese scheinbar Vandalismus zum Opfer gefallen ist. Doch bereits vor eurer Ankunft kommt alles anders als geplant.

So idyllisch ist nur der Beginn eurer Reise.So idyllisch ist nur der Beginn eurer Reise.

Aufgrund fieser Wetterbedingungen ist an ein Vorankommen mit dem Auto kaum zu denken und so bleibt euch nur die Erkundung der scheinbar verlassenen Gegend zu Fuß. Das gestaltet sich allerdings an einem Ort wie diesem recht schwierig. Immerhin kämpft ihr hier vor allem gegen eisige Temperaturen.

Bevor ihr es euch verseht, begegnet ihr einem Mysterium nach dem nächsten und fangt an, Zusammenhänge zwischen den Schauplätzen zu erkennen. Doch nicht nur der Schnee stellt sich immer wieder als Hindernis in euren Weg, sondern auch die heimische Fauna. Schon bald befindet ihr euch in einem Geflecht aus Geheimnissen und Rätseln.

Überleben - Irgendwie

Habt ihr zu Beginn von Kona noch das Gefühl, euch in einer eher gemütlichen Spazier-Simulation im Stil von beispielsweise Everybody's Gone to the Rapture zu befinden, werdet ihr schnell feststellen, dass "Überlebenskampf" hier nicht nur eine Floskel ist. Es dauert zwar seine Zeit bis ihr erfriert, aber wenn ihr nicht rechtzeitig ein warmes Plätzchen findet, ist es aus mit euch.

Eure Notizen helfen euch dabei, nicht den Faden zu verlieren.Eure Notizen helfen euch dabei, nicht den Faden zu verlieren.

Während ihr also die Häuser der Nachbarschaft und die angrenzende Wildnis durchsucht, achtet ihr immer wieder auf eure Gesundheit, eure Temperatur, sowie euren Stress. Diese drei Werte entscheiden über eure Konstitution und können durch diverse Hilfsmittel beeinflusst werden. Verbandskästen heilen Wunden und ein warmes Plätzchen vor dem Kamin lindert Kälte und eure mentale Belastung. Ein besonderes Element stellt eure Polaroid-Kamera dar. Diese offenbart euch Dinge, die mit dem bloßen Auge nicht erkennbar sind, wodurch sich hier und da auch Rätsel ergeben.

Auch wenn Kona damit ein solides Paket an Spielmechaniken schnürt, wollen diese oft nicht so richtig greifen. Einerseits seid ihr oft unnötig lange auf unspektakulären Wegen unterwegs und, andererseits werden diese häufig durch Ladezeiten unterbrochen. So friert das Spiel regelmäßig für einen Augenblick ein, um das nächste Gebiet vorzubereiten. Das sollte man heute doch besser anders lösen, zumal die Karte von Kona nicht gerade riesig ist. Die Präsentation ist dafür ansehnlich und schafft es hier und da eine dichte Atmosphäre zu erzeugen, auch wenn die Gestaltung der Schrift schon arg an den Stil von Firewatch erinnert.

Meinung von Michael Krüger

Der Reiz von Spazier-Simulationen liegt für mich vor allem immer in der Stimmung. Diese kann im Grunde nur schwierig in dem Maß eingefangen werden, wie es andere Vertreter durchaus vermögen. Doch genau hier liefert Kona nicht ab. Trotz interessanter Mechaniken und spannender Momente überwiegen langatmige Passagen und Frust durch Ladebildschirme. Hinzu kommen unnötige Behältnisse, die leer sind. Stumpfes Abarbeiten aktivierbarer Punkte hat noch keinem Spiel zu Ruhm verholfen.

Trotz genannter Kritik ist Kona kein schlechtes Spiel, verweilt allerdings im Schatten großer Genre-Vertreter. Die Geschichte ist interessant und streckenweise emotional erzählt, wenn auch vollständig auf Englisch. Die Spielmechaniken sind nicht bahnbrechend neu, kombinieren dafür aber interessante Elemente. Stören euch Märsche durch Schneestürme nicht und euch gefallen Detektiv-Geschichten gespickt mit übernatürlichen Nuancen, könnte euch Kona trotz seiner Mängel gefallen.

72

meint: Eigentlich ausgestattet, mit allem was ein Abenteuer-Spiel braucht, liefert Kona nicht ganz das erhoffte Erlebnis und verweilt so im Schatten der Konkurrenz.

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Tags: Singleplayer   Indie  

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