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Command & Conquer - Renegade (PC)

Artikel veröffentlicht am 18.05.2002

Mit "Command & Conquer: Renegade" wollte Westwood das Actiongenre revolutionieren. Kein leichtes Ziel, wenn man bedenkt, dass die Spieleschmiede mit dem Actionspiel Neuland betritt. Ob "Renegade" sich die Action-Krone verdient hat, lest ihr in unserem Test. Von Philipp Frick

Havoc, zu Diensten

Auf dem Schlachtfeld ist echt was los

Selbstverständlich spielt auch "Renegade", wie der Name schon sagt, im "Command & Conquer"-Universum. Dies bedeutet grob gesagt: Der Spieler, seines Zeichens Draufgänger Captain Havoc Parker, Agent eines Sondereinsatzkommandos hat sich mit der sogenannten GDI dem Kampf gegen die überaus böse Bruderschaft von NOD verschrieben. Natürlich hat dieser Konflikt nicht nur politische, sondern auch wirtschaftliche Hintergründe, denn die beiden Parteien streiten sich ebenso um das Mineral Tiberium, der einzigen wichtigen Energiequelle. Zu allem Überfluss macht nun noch eine Untergruppierung der NOD, die sogenannte schwarze Hand, der zivilisierten Welt durch Anschläge und Überfälle zu schaffen. Höchste Zeit also für Havoc, sich auf zu machen, um dem Unrecht Einhalt zu gebieten.

Auf eigene Faust

Eine Winterlandschaft

Eigentlich sollte Havoc ja auf Befehl handeln, aber am Anfang des Spiels legt er sich immer wieder mit seinen Vorgesetzten an und handelt auf eigene Faust. Trotzdem genießt er unter seinen Kameraden einen hervorragenden Ruf. Aufgrund seiner Veranlagung wird Havoc natürlich oft allein losgeschickt. Die Missionsziele sind dabei ausschließlich auf die Bekämpfung der Bruderschaft von NOD ausgerichtet. Um eine Mission zu erfüllen, müssen zumindest die primären Missionsziele erfüllt werden. Hier gibt es viele unterschiedliche Aufgabe, die von der Zerstörung bestimmter strategisch wichtiger Gebäude bis zur Befreiung von Gefangenen reicht. Da die Missionen sehr lang sind, empfiehlt sich häufiges Speichern, zumal es selbst im leichtesten Schwierigkeitsgrad knifflige Stellen gibt.

Betriebsamkeit

Die ´Hand von NOD´ ist die gegnerische Kaserne

Was an "Renegade" wirklich begeistert, ist die Belebtheit der Schauplätze. Da laufen Infanteristen, fahren Panzer, fliegen Transportflugzeuge, landen und starten Hubschrauber usw. Vor allem Letztere spielen eine wichtige Rolle, da sie immer wieder Verstärkung abladen, sei es für die Gegner oder zu deiner Unterstützung. Schaltet man gegnerische Offiziere, die natürlich gut geschützt sind, nicht vorzeitig aus, fordern diese immer wieder Unterstützung an. Bei Missionen, bei denen eine NOD-Basis vorhanden ist, schafft die Zerstörung der gegnerischen Kaserne, der Hand von NOD, Abhilfe. Überhaupt wird Spielern der "C&C"-Strategiespiele vieles bekannt vorkommen und das dreidimensionale Durchstreifen der "C&C"-Welt viel Freude bereiten.

Unterwegs im Panzer

Der Obelisk ist sehr gefährlich

Gegner hat unser Freund Havoc zuhauf: Neben Bazooka-Infanteristen, Flammenwerfer-Infaneristen, Chemisoldaten, Offizieren und Endgegnern gibt es haufenweise Fahrzeuge wie leichte Panzer, Tarnpanzer, Jagdpanzer und BMTs. Witzigerweise kann Havoc nicht nur Fahrzeuge der eigenen Fraktion benutzen, sondern auch gegnerische. Für die Erreichung mancher Ziele, vor allem die Zerstörung von Gebäuden, lädt ein Transporthubschrauber einen Panzer für Havoc ab. Falls dieser kaputt geht, ist der Spieler nicht automatisch tot, sondern findet sich auf Schusters Rappen wieder. Die Levels, die wie gesagt ziemlich groß sind, sind sehr abwechslungsreich gestaltet und halten einiges an Überraschungen bereit. Viele Aufgaben verlangen taktisches Vorgehen, mit der einfachen Hau-Ruck-Taktik gibt es oftmals kein Weiterkommen. Die schon erwähnten Sekundärziele müssen zwar nicht erfüllt werden, wirken sich aber positiv auf Havocs Karriere aus.

Waffen, Waffen, Waffen

Da bleibt kein Auge trocken

Wie immer ist Havoc natürlich schwer bewaffnet. Neben der Schalldämpferpistole gibt es das halbautomatische Gewehr, das Maschinengewehr, die Schrotflinte, das obligatorische Scharfschützengewehr, das sogenannte Ramjet-Gewehr, das Geschosse mit Düsenantrieb abschießt und sich vor allem gegen harte Ziele eignet. Gegen größere Mengen von gegnerischen Infanteristen sind der Werfer chemischen Kampstoffs und der Flammenwerfer sehr wirksam. Raketen- und Granatwerfer schleudern Explosivgeschosse. Besonders erwähnenswert sind die tragbare Ionenkanone, die vernichtendste Waffe überhaupt, das Lasergewehr, die Railgun, die Laser-MG, das Elektrogewehr.

Noch mehr Waffen

Ein leichter NOD-Panzer

Um die Aufzählung des riesigen Waffenrepertoirs abzuschließen möchte ich nur noch das Tiberiumgewehr, das Tiberium-Flechettegewehr, das C4, welches sich per Fernzünder, per Annäherungszünder oder per Zeitzünder sprengen lässt, den Ionenkanonenzielsucher, der einen Ionenschlag von Himmel ruft und verheerende Zerstörung hinterlässt und den Nuklearschlag-Zielsucher nur erwähnt haben. Außerdem kann Havoc mit einem Reparaturkit Fahrzeuge reparieren und sich mit Brustpanzerung schützen.

Grafik und Sound

Nacht

Die Grafik des Spiels ist vielleicht einer der Schwachpunkte. Die von Westwood selbst programmierte Engine sieht auf den ersten Blick schon etwas grob aus und scheint nicht auf der Höhe der Zeit. Positiv sind die Darstellung von Regen und Schnee, sowie die Lichteffekte. Das Head-Up-Display zeigt alle wichtigen Informationen und ist vorbildlich gelöst. So sieht man auf einen Blick wichtige Nachrichtenh, eine Zielrichtungsanzeige, die das nächste Ziel mit Richtung und Entfernung angibt, natürlich das Fadenkreuz, Radar- und Richtungsanzeige sowie Waffen- oder Fahrzeugspositionsanzeige. Außerdem zeigt das Display, hat man ein Objekt im Fadenkreuz, dessen Zugehörigkeit, Lebensenergie und Status an. Der Sound hält keine großen Überraschungen bereit. Die üblichen Soundeffekte untermalen das Kriegsgeschehen, die deutsche Übersetzung geht vollkommen in Ordnung.

Steuerung

Action pur

"Renegade" steuert sich wie die meisten vergleichbaren Spiele mit einer Maus-Tastatursteuerung. In den Optionsmenüs lässt sich diese den eigenen Wünschen und Vorstellungen anpassen. Außerdem erwähnenswert ist die Fahrzeugsteuerung, die ebenso einfach wie genial gelöst ist und so auch einwandfrei funktioniert. Per Tastatur steuert man das Fahrzeug, per Maus die Geschütze. Per Tastendruck lassen sich alle wichtigen Informationen zu einer Mission abrufen, sei es die Übersichtskarte, mögliche Gegner, vorhandene Waffen, Missionsziele und vieles mehr. "C&C: Renegade" lässt sich im Multiplayermodus im Heimnetzwerk und natürlich auch im Internet spielen.

Fazit

Philipp Frick von Philipp Frick

Eines vorweg: das Actionspiel schlechthin ist "C&C: Renegade" nicht. Dafür gibt es zu viele Kritikpunkte: die Grafik ist nicht auf der Höhe der Zeit und es gibt für meinen Geschmack etwas wenig Gegnertypen. Den coolen Helden Havoc, den Westwood für ihr Spiel geschaffen haben, ist mittlerweile mehr als ausgelutscht, auch wenn das keinen großen Einfluss auf das Geschehen hat. Alle, die die Strategiespiele schon gespielt haben, wird das nicht stören, werden sie das Spiel doch schon allein dafür lieben, dass sie im Alleingang durch die "C&C"-Welt streifen dürfen. Doch natürlich gibt es auch noch viel Positives hervorzuheben. "Renegade" ist an Einsteigerfreundlichkeit kaum zu überbieten. Das hervorragende Tutorial zeigt alles, was wichtig ist und während des Spiels bekommt man alle erdenklichen Infos angezeigt. Das belebte Geschehen tut sein übriges, ganz zu schweigen von dem beachtlichen Waffenarsenal. Und das Wichtigste: "C&C Renegade" macht dank guter Geschichte und spannender Missionen auch Spaß.

spieletipps meint:
84

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