Drei Gründe, warum Youtuber immer öfters in Kontroversen landen

von Sören Wetterau (28. März 2017)

Ob Pewdiepie oder Jontron: Zuletzt sind ein paar der bekannten Youtube-Größen öfters in den Medien gewesen als ihnen wohl lieb ist. Zumeist wegen kontroverser Aussagen oder nicht ganz so geglückten Witzen, die sogar einen Disney-Rauswurf nach sich gezogen haben.

Von außen betrachtet stellt sich da oftmals die Frage: Warum eigentlich? Aus welchem Grund geraten diese Youtuber oftmals in solche Situationen? Müssen die sich nicht einfach nur beim Spielen aufnehmen und ein wenig dazu quatschen? So simpel ist das natürlich nicht, wie der Youtuber slowbeef in einem Artikel bei den englischsprachigen Kollegen von Polygon verrät. Laut ihm gibt es drei Punkte, die dazu führen, dass Youtuber hin und wieder deutlich über das Ziel hinausschießen.

Einer der entscheidensten Faktoren ist seiner Erfahrung nach Youtube selbst. Die Videoplattform von Google ändert ständig ihre Regeln, die zumeist nicht im Vorfeld oder manchmal auch gar nicht kommuniziert werden. Was einen Monat lang an technischem Know-How klappt, um neue Zuschauer zu erreichen, ist möglicherweise im nächsten Monat schon wieder veraltet. Wieso und warum erklärt Youtube nur selten.

Ein weiteres Problem: Urlaub. Auch professionelle Youtuber benötigen mal etwas Abstand und Ruhe. Wer jedoch nur ein oder zwei Wochen weg ist ohne neue Videos hochzuladen, der wird oftmals danach einen herben Verlust in den Zuschauerzahlen bemerken. Der Grund dafür liegt in Youtubes Benachrichtungssystem, welches schon nach kurzer Inaktivität anfängt, Abonnenten nur noch unregelmäßig über neue Videos zu informieren. Für Youtuber, die mit der Videoplattform ihre Brötchen verdienen, ein Graus, denn sie hängen oft an den Werbeeinahmen und somit wiederum an den Zuschauerzahlen.

Die Lösung für viele? Mindestens ein Video pro Tag veröffentlichen, wodurch Zeitdruck entsteht und schlussendlich die Qualität leidet. Das gilt besonders dann, so slowbeef im Beitrag weiter, wenn es um Humor geht. Während einige Comedians in aller Regelmäßigkeit Witze über brisante Themen veröffentlichen und oftmals dafür gelobt werden, ist die Welt bei Youtube komplett gegensätzlich.

Der Unterschied liegt laut slowbeef in der Vorbereitung. Comedians investieren unfassbar viel Zeit beim Schreiben eines Witzes, probieren ihn aus, verfeinern ihn und suchen nach der perfekten Betonung, um das Gesagte bewusst humorvoll zu präsentieren. Youtuber wie Pewdiepie hätten dafür gar keine Zeit oder aber entscheiden sich dafür in ihren Videos frei zu sprechen. Dadurch kann es zu Missverständnissen kommen und eine Aussage, die eigentlich witzig gemeint ist, kommt bei den Zuschauern gänzlich anders an.

Der letzte Punkt ist laut slowbeef das fehlende Management. Viele Youtuber sind auf sich allein gestellt, obwohl sie in sogenannten "Channelnetzwerken" agieren. Diese dienen jedoch zumeist nur dazu, rechtliche Dinge mit Urhebern oder mit Youtube zu klären, sowie zur Vermarktung. Landet ein solcher Youtuber aber in einer kontroversen Lage oder gibt diskussionwürdige Aussagen zu Worte, wodurch er es sich mit zahlreichen Zuschauern verscherzt, muss er selbst da wieder herausfinden. Schafft er es nicht, droht ihm im schlimmsten Fall der Rauswurf aus dem Netzwerk.

Diese drei Dinge, so slowbeef, sind entscheidend dafür, dass Youtuber oftmals vermeintlich "dumme Dinge" tun, die sie am Ende bereuen. Für die Zukunft sieht er kaum Besserung, aber hat dennoch einen Tipp für Zuschauer: Unterstützt euren Lieblingskanal abseits von Werbeeinahmen, sofern möglich. Und für die Videoersteller gibt es den Tipp, dass sie sich bei kontroversen Witzen etwas mehr Zeit nehmen sollten, um ihn zu perfektionieren.

Tags: Politik  

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