Test The Inner World: In jedem steckt ein kleiner Robert

von Michael Krüger (31. März 2017)

Eine Welt so skurril wie die Akteure darin und eine Geschichte mit viel Herz und Humor. Nun dürfen auch Konsolen-Spieler einen abenteuerlichen Ausflug nach Asposien wagen.

Bereits im Jahr 2013 erschien The Inner World und begeisterte Fans von Abenteuern der Marke "Point and Click". Mit der Gelassenheit eines Windmönchs erzählt es eine irrwitzige Geschichte über eine Welt, die sich inmitten eines Universums aus Erde befindet. Hier befindet sich Asposien, Heimat langnasiger Wesen, die allerhand seltsame Bräuche pflegen.

Gestartet als Seminar-Projekt des Instituts für Animation der Filmakademie Baden-Württemberg, erobert The Inner World seit Erscheinen so viele Herzen, dass nun nicht nur eine Fortsetzung angekündigt, sondern auch die Konsolen-Fassung des ersten Teils für PlayStation 4 und Xbox One veröffentlicht wird. Mittlerweile sicher kein ungewöhnliches Genre auf den Heimgeräten mehr, ist diese Portierung dennoch einen Blick wert.

Roooooobeeeeert!!!

Als wäre seine Position als Lakai des Bischofs Conroy nicht schon aufregend genug, stolpert Robert von einer außergewöhnlichen Situation in die nächste. Dabei möchte er sich eigentlich nur anpassen und verschleiert aus diesem Grund häufig seine Nase, die in Form und Funktion einer Flöte ähnelt.

Eure Reise beginnt nicht gerade im saubersten Viertel von Asposien.Eure Reise beginnt nicht gerade im saubersten Viertel von Asposien.

Doch das ist schon bald sein kleinstes Problem. Eine Taube schnappt sich nämlich den überaus wichtigen Silberanhänger von Conroy und so bleibt euch in der Rolle von Robert nichts anderes übrig als das geliebte Schmuckstück mit allen Mitteln wiederzubeschaffen.

Auf eurer Reise durch die verdrehte Welt von Asposien trefft ihr auf mindestens genau so merkwürdige Figuren. Eine davon ist Laura, eine unfreiwillige Weggefährtin, die nicht gerade über die umgänglichste Art verfügt. Doch auch viele der Randfiguren hinterlassen einen bleibenden Eindruck und bringen euer Zwerchfell ein ums andere Mal in heftige Wallungen.

Humor spielt in The Inner World eine zentrale Rolle. Dass dies funktioniert und nicht in seichte Unterhaltung unter der Flagge des Slapsticks abdriftet, verdankt das Spiel sowohl den Figuren an sich, als auch ihrer Darstellung. So einfach die mit wenigen Strichen gezeichneten Charaktere aussehen, so glaubwürdig sind sie aufgrund der gelungenen Vertonung. Die Synchronsprecher verleihen jeder der Spielfiguren nicht nur einen eigenen Charme, sondern unterstreichen denn irren Humor.

Umständlich zugänglich

Wie der Name der Gattung "Point and Click" recht deutlich zusammenfasst, besticht hier vor allem das Anklicken von hervorgehobenen Objekten. Einen Cursor mit dem Controller zu steuern zählt allerdings sicher nicht immer zu den entspanntesten Tätigkeiten, die ihr euch vorstellen könnt. Gut umgesetzt bedeutet aber nicht gleich, dass die Bewegung eines Mauszeigers imitiert werden muss. Das dachten sich wohl auch die Entwickler von "The Inner World" und bieten euch einen etwas anderen Ansatz.

Ob es hier auch Grog gibt?Ob es hier auch Grog gibt?

So seht ihr durch Drücken einer Taste, welche Objekte die Möglichkeit einer Interaktion bieten. Möchtet ihr nun eines davon auswählen, rotiert ihr sozusagen mit den Schultertasten durch eure Optionen. So bleibt der linke Stick für die Bewegung der Spielfigur frei. Prinzipiell ist das keine schlechte Idee, benötigt allerdings etwas Eingewöhnung. Und auch nach ein paar Stunden fühlen sich manche Szenen irgendwie umständlich an. Das liegt unter anderem auch daran, dass ihr bei der Wahl über die Schultertasten nur Interaktionsmöglichkeiten in eurem direkten Umfeld seht.

Abseits der Steuerung bietet euch die Konsolen-Fassung von The Inner World die gleiche Erfahrung wie auf dem PC. Was von der technischen Seite äußerst positiv ins Gewicht fällt, ist die Tatsache, dass das Spiel auch von jüngerem Publikum gespielt werden kann. Durch den Verzicht auf lange Texte, die Verwendung von Symbolen für Gesprächsthemen und die durchweg verwendete Vertonung von Sprache haben selbst diejenigen eine Chance das Spiel zu genießen, für die Texte eine Barriere darstellen.

Meinung von Michael Krüger

Asposien kann man eigentlich nur lieben. Noch mehr gefällt mir allerdings Robert. Mit seiner kindlich naiven Art und seinem fast schon schmerzhaft freundlichen Auftreten bedient er ein paar Charakterzüge, die Protagonisten nur selten ins Spiel bringen. Das macht allerdings erstaunlich viel Spaß und führt häufig zu herzhaften Lachern. Eine Merkmal, das "Point and Click"-Abenteuer seit der ersten Stunde auszeichnet und angesichts des niedlichen Zeichenstils von The Inner World auch super passt.

Auch wenn The Inner World bei Aufzählungen häufig erst hinter Kassenschlagern wie Deponia oder Edna & Harvey auftaucht, solltet ihr einen Ausflug nach Asposien in Erwägung ziehen. Die verrückten Bewohner dieser ungewöhnlichen Spielwelt wecken bereits in den ersten Minuten des Spiels genug Neugier, um bis zum Hals in dieses leicht wahnwitzige Abenteuer abzutauchen.

87

meint: Auch Jahre nach der Erstveröffentlichung unterhält die Geschichte um Robert und seine verrückte Heimatwelt dank herzlichem Humor und gelungener Vertonung.

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Tags: Singleplayer   Fantasy  

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