Vorschau Gran Turismo Sport: Mit 4K, VR und Esports zur Asphalt-Krone?

von Thomas Stuchlik (13. April 2017)

Mit reißerischer Technik und 4K-Auflösung will Gran Turismo bald seine PS4-Premiere feiern. spieletipps hat schonmal angetestet, wie gut sich das Rennspiel auf dem virtuellen Asphalt macht.

Gran Turismo gibt sich wie ein guter Wein, der sich einfach seine Zeit nimmt. Bereits für 2016 angekündigt, soll die Raserei nach zweifacher Verschiebung endlich dieses Jahr kommen. Doch das ist alles andere als sicher, denn Serienschöpfer Kazunori Yamauchi pfeift auf Termine. Sobald ihm eine Idee vorschwebt, soll diese auch ins Spiel kommen. Egal wie lange es dauert. Auf diese Weise wächst die kommende Episode Gran Turismo Sport immer mehr zu einem vollwertigen Teil heran. Sei es durch FIA-Kooperation, Foto-Modus oder Esports-Ambitionen. Dazu gleich mehr. Denn zuerst sticht die fette Optik des Rennspiels ins Auge.

Schließlich will Sony mit dem Raser-Hit die Power der hauseigenen PlayStation 4 Pro unterstreichen. Entsprechend läuft das Geschehen mit voller 4K-Auflösung bei 60 Bildern pro Sekunde. Auf der normalen PS4 logischerweise nur in 1080p. Die wunderschöne Aussicht samt stimmigen Lichteffekten und 20-köpfigem Fahrerfeld wird dabei überzeugend von HDR-Effekten begleitet (wenn ihr einen entsprechenden Fernseher besitzt).Dadurch glänzen die Autolacke noch besser und der Himmel blendet euch mit gleißenden Farben. Und gleichzeitig entdeckt ihr mehr Details in Schattenbereichen.

Schön auch, dass sich seit dem letzten Anspielen vor einem Jahr optisch einiges getan hat. Das Bild flimmert nicht mehr, bietet einen höheren Detailgrad und vormals gesichtete Bildeinbrüche gehören der Vergangenheit an.

Altbekanntes Fahrgefühl

Zwar haben die Macher von Polyphony Digital einiges an der Fahrphysik und dem Reifenmodell verfeinert, doch das grundsätzliche Fahrverhalten blieb erhalten. Wer schon Gran Turismo 6 und Konsorten gespielt hat, wird sich hier schnell heimisch fühlen.

Computergegner machen sich gerne auf der Fahrbahn breit.Computergegner machen sich gerne auf der Fahrbahn breit.

Schon beim Probespiel auf bekannten Kursen kommt das typische Fahrgefühl auf. Selbiges erfordert wieder umsichtige Fahrweise und gute Streckenkenntnis. Als Hilfe kennzeichnen euch grüne Pfeile den Ein- und Ausgang sowie den Scheitelpunkt der jeweiligen Kurve. Trotz abschaltbarer Fahrhilfen ist GT Sport nicht auf den letzten Realismusgrad hochgezüchtet. Und das mit einer eigentümlichen Begründung: Denn laut offizieller Seite wäre Autofahren sowieso nicht schwierig. Doch hier macht es sich Gran Turismo zu einfach. Die Wagen verhalten sich meist gutmütig. Die Konkurrenz wie Project Cars oder Assetto Corsa ist da erbarmungsloser.

Dennoch müsst ihr euch keine Sorgen in Sachen Fahrphysik machen: Es ist nun noch besser spürbar, wie weit ihr mit einem Wagen gehen könnt, wie spät ihr anbremsen dürft und wieviel Grip der Asphalt noch hergibt. Vor allem mit einem gehobenen Force-Feedback-Lenkrad.

Ruppiger geht es jedoch gegen das gegnerische Fahrerfeld zur Sache. Denn die Computerfahrer haben wenig dazugelernt. Noch immer blocken sie gerne beidspurig die Fahrbahn. Dann hilft nur das serientypische Reindrängeln kurz vor Kurven. Blechkontakt bleibt folgenlos, da bisher noch kein Schadensmodell zu sehen ist. Hier gäbe es wirklich noch Verbesserungsbedarf.

Wundervolle Blechkleider

140 Fahrzeuge sollen ihren Weg ins fertige Spiel finden. Die bisher angetesteten Modelle begeistern dabei mit bestechenden Details von den Hochglanzfelgen bis hin zum Herstelleremblem. Diese Detailverliebtheit war schon immer die Stärke der GT-Reihe. Im Fuhrpark warten Straßenwägelchen wie der Mazda MX-5, ebenso wie LMP-Geschosse wie der Audi R18 und Hypercars vom Schlage eines Bugatti Chiron.

Neben offiziellen Rennstrecken düst ihr auch durch Stadtkurse wie dem Tokyo Expressway.Neben offiziellen Rennstrecken düst ihr auch durch Stadtkurse wie dem Tokyo Expressway.

Das Streckenangebot birgt ebenso wenig Überraschendes. Denn akkurat abgebildete Kurse wie das englische Brands Hatch und die legendäre Nürburgring Nordschleife kennen Rennprofis bereits in- und auswendig. Beim Testspiel birgt die Stadtstrecke "Tokyo Expressway" zumindest optische Abwechslung. Die engen Straßen quer durch Japans Hauptstadt führen durch Tunnels und über schlecht ersichtliche Abzweigungen.

Ebenso geht es wieder auf Schotterpisten. Allerdings gibt es keine Rallye-Etappen, sondern wieder Rundrennen gegen einen Kontrahenten. Wie in früheren Teilen erweist sich das Fahren und Driften dabei als äußerst heikel. Denn die rutschige Oberfläche benötigt ein ruhiges Händchen am Lenker. Schade, dass weder hier noch auf dem Asphalt dynamisches Wetter zu sehen ist. Auch fortlaufende Tageszeiten fehlen. Ihr könnt vor dem Rennen nur bestimmte Uhrzeiten wählen. Unerklärlich, schließlich kann das die Konkurrenz genauso wie die vorigen GT-Teile auf der alten PS3.

Mittendrin dank VR

Gran Turismo Sport unterstützt optional auch PlayStation VR. Die Datenbrille verfrachtet euch ins Cockpit mit Rundum-Blick. Allerdings sollen hier nicht alle Strecken spielbar sein. Auch das Fahrerfeld dürfte kleiner ausfallen. Denn potenzielle Bildeinbrüche wegen zu aufwändiger Optik sind in Virtual Reality ein Tabu.

Auf dem amerikanischen Wüstenkurs Willow Springs fährt es sich mit PlayStation VR bereits vorzüglich.Auf dem amerikanischen Wüstenkurs Willow Springs fährt es sich mit PlayStation VR bereits vorzüglich.

Die angespielte Piste Willow Springs dürfte Serienkennern bekannt vorkommen. Doch in Virtual Reality erscheint diese nun zum Greifen nah. Dabei beeindrucken vor allem die Armaturen im Inneren eures Wagen, die ihr genau begutachten könnt. Weit weniger gut wirken dagegen die Hintergründe. Denn das Wüstenszenario und der Horizont erscheinen unschärfer als in der Vorlage.

Mehr grafische Hingucker gibt es unter dem Menüpunkt "Scapes" - dem neuartigen Fotomodus von GT Sport. Bei diesem wählt ihr aus 1.000 schicken Schauplätzen auf der ganzen Welt, um dort euren Lieblingswagen abzulichten. Die gezeigten Demo-Schnappschüsse bestechen dabei mit Fotorealismus. Was sich leicht erklären lässt: Die virtuellen Wagen werden nämlich in echten Fotos eingebettet. Ergo dürft ihr die Kamera nicht frei bewegen. Zumindest bestimmt ihr Blende, Fokus oder Bewegungsunschärfe, bevor die Fotos in 4K-Auflösung gespeichert werden.

Online statt Karriere

Großes Augenmerk legen die Macher diesmal auf Online-Wettbewerbe und verzichten sogar auf die GT-typische Rennkarriere. Stattdessen kooperiert man mit dem Automobil-Weltverband FIA, um zwei hochoffizielle Meisterschaften auf die Beine zu stellen: den Nationen-Cup und den Hersteller-Cup. Entsprechend kämpft ihr für euer Land respektive eure liebste Automarke.

Der Fokus von Gran Turismo Sport steht klar auf Online-Rennen.Der Fokus von Gran Turismo Sport steht klar auf Online-Rennen.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Sportverband dürft ihr auch eine virtuelle FIA-Rennlizenz erwerben. Vielleicht eine gute Vorbereitung auf eine echte Rennlaufbahn. Denn schon zuvor wurden ausgesuchte "Gran Turismo"-Spieler dank der GT Academy zu echten Profifahrern.

Online plant Entwickler Polyphony regelmäßige Veranstaltungen. Dabei findet ihr gezielt Kontrahenten aus der eigenen Region oder derselben Altersstufe. So sollen Fahrer mit möglichst ähnlichen Fähigkeiten gegeneinander antreten. Außerdem sorgt ein penibles Strafsystem für faire Wettbewerbe ohne Rowdytum - wenn alles so klappt. Profis liefern sich schließlich internationale Ausscheidungen und tragen ihre Duelle auf groß angelegten Esports-Veranstaltungen aus.

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Tags: E-Sport   Multiplayer   Virtual Reality  

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