Test Enter the Gungeon: Kugeln vor Lachen

von Michael Krüger (12. April 2017)

Wenn selbst die Kugeln Kugeln schießen, wird es ernst. Vielleicht aber auch besonders amüsant. Oder so lustig wie 1.000 Schüsse, die euch im Sekundentakt um die Ohren fliegen.

Nachdem Enter the Gungeon bereits auf dem PC und der PlayStation 4 eure Nerven beansprucht, steht es nun auch auf der Xbox One bereit. Es wird also immer schwieriger, eine Ausrede zu finden, sich dieser Herausforderung nicht zu stellen. Um hier zu bestehen, solltet ihr allerdings idealerweise Schießpulver schwitzen und Dynamit zum Frühstück essen.

Der Mix aus Bullethell und Rogue-like besticht zwar durch eine niedliche Gestaltung in Pixel-Optik, doch lasst euch nicht von den putzigen Feinden täuschen, denn Enter the Gungeon hat ein ähnliches Controller-Zerstörungspotential wie Super Meat Boy oder Fifa 17. Stahlharte Nerven gehören schon fast zur Grundvoraussetzung, solltet ihr euch auf diese Mission begeben.

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Zeit totschlagen?

Vier ungleiche Helden finden sich in Enter the Gungeon im einem mysteriösen Tempel wieder. In dessen Tiefen des Gungeons (engl. Gun = Waffe + engl. Dungeon = Kerker) soll sich ein ganz besonderer Schatz befinden. Dabei handelt es sich um eine Waffe, die kraftvoll genug ist, um die Vergangenheit zu erschießen. Ja, richtig: Die Vergangenheit erschießen. Was sonst? Angespornt vom möglichen Erhalt dieser unglaublichen Fähigkeit stürmt ihr als einer der Protagonisten in den Gungeon.

Besonders die Boss-Gegner lassen gerne Kugeln auf euch herabregnen.Besonders die Boss-Gegner lassen gerne Kugeln auf euch herabregnen.

Jeder neue Versuch versetzt euch in einen prozedural generierten Kerker. Dessen Aufbau, die Auswahl der Gegner, sowie versteckte Schätze variieren dadurch bei jeder Runde. Das unterstreicht den ohnehin schon hohen Schwierigkeitsgrad. Die Bezeichnung Bullethell verdient sich Enter the Gungeon nämlich durchaus. Stellt euch daher darauf ein, dass ihr häufig vor lauter Kugeln kaum noch das Spiel seht.

Dabei bleibt Enter the Gungeon zwar fair, fordert allerdings auch in einem Maß, das nicht jeder Spieler verträgt. Beweist ihr genug Ausdauer, werdet ihr natürlich auch belohnt. Dauerhafte Verbesserungen, ein unterhaltsamer Koop-Modus, versteckte Geheimnisse und über 200 Waffen, die ausprobiert werden wollen, helfen euch nicht nur bei euren Kämpfen, sondern motivieren euch auch über dutzende Bildschirmtode hinaus.

Eine Kugel schießt eine Kugel in einer Kugel auf ...

So ernst wie die Handlung klingt, so ernst nimmt sich Enter the Gungeon auch, nämlich rein gar nicht. Munition und alles, was damit in Zusammenhang steht, stellt das übergreifende Thema des Spiels dar. Viele eurer Feinde sind Gewehr- oder Pistolen-Kugeln. Eure Lebensenergie besteht aus Herzen, für deren Darstellung zwei Patronenülsen übereinandergelegt werden. Selbst der Fahrstuhl, der euch nach jedem erlegten Boss-Gegner einen Stock weiter in die Tiefe bringt, hat die Form einer gewaltigen Patrone. Die Waffen wiederum orientieren sich an berühmten Vorbildern oder sind einfach nur komisch. Im Extremfall nutzt ihr eine Knarre, die das Wort "Bullet" verschießt.

Gegner mit der sprichwörtlichen Kugel (engl. Bullet) umlegen.Gegner mit der sprichwörtlichen Kugel (engl. Bullet) umlegen.

Gestalterisch haben sich die Entwickler also einige lustige Ideen einfallen lassen. Auch die vielen Boss-Gegner fallen immer wieder durch ihr besonders verrücktes Äußeres auf. Und sogar im Detail versteckt sich so mancher Spaß, der auf Referenzen zur Pop-Kultur setzt. Ihr wolltet doch sicher auch schon einmal außerhalb eines Community-College mit einem Laser-Lotus der Stufe 5 herumexperimentieren, oder? ODER???

Mögt ihr Spiele im Pixel-Look, dürfte euch Enter the Gungeon gefallen. Nicht nur die Spielwelt und die Figuren sind schön ausgearbeitet, auch die Menüs und Einblendungen. Dabei fallen euch immer wieder kleine Details auf, wie beispielsweise die verheißungsvolle Uhrzeit der Todesuhr. Dieses durchgehende Augenzwinkern lindert auf verschmitzte Art den immer wieder aufkochenden Frust und überzeugt euch davon, doch noch eine Runde zu spielen.

Meinung von Michael Krüger

Schmeißt ihr bereits bei einer verlorenen Runde Tetris den Controller gegen die Wand, solltet ihr Enter the Gungeon mit Vorsicht genießen. Obwohl die Eingabe denkbar einfach ist, passieren bereits in den leichten Abschnitten schnell ein paar Fehler, die einen eigentlich erfolgreichen Versuch abrupt beenden. Sucht ihr genau nach dieser Art von Herausforderung, werdet ihr mit Enter the Gungeon eine Menge Spaß haben.

Dass die Konsolenfassungen keine Möglichkeit bieten, die Steuerung im Spiel frei zu gestalten, ist schade und irgendwie auch nicht nachvollziehbar. Ansonsten macht Enter the Gungeon in allen Versionen, sowohl alleine als auch zu zweit im Koop-Modus, ordentlich Spaß und liefert euch den gleichen Umfang. Dieser wird übrigens immer wieder durch kostenlose Aktualisierungen erweitert.

72

meint: Der Mix aus Bullethell und Rogue-like setzt eine gewisse Frustresistenz voraus. Verbesserungen und Geheimnisse motivieren zum Erkunden des Gungeon.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus  

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