Vorschau Warhammer 40.000 - Dawn of War 3: Der Krieg kann kommen

von Michael Krüger (14. April 2017)

Schwitzende Orks, Weltraum-Elfen und gut gepanzerte Soldaten - der Krieg zwischen rivalisierenden Rassen geht in die dritte Runde und wirft bereits einen vielversprechenden Schatten voraus.

Echtzeitstrategiespiele haben ihr goldenes Zeitalter bereits hinter sich. Seit Jahren baut das Genre langsam aber stetig ab und selbst die einst großen Marken fahren höchstens noch auf Sparflamme. Statt Basenbau und Truppenverwaltung dürstet es den gemeinen Spieler von heute nach einzelnen Helden statt einer Auswahl aus Truppen. MOBA heißt der neue Stern am Taktik-Himmel. Gut, so neu ist er nun auch nicht mehr, stiehlt seinen Wurzeln aber dennoch die Show.

Dass Spiele der Gattung Echtzeitstrategie aber auch heute noch gut funktionieren, zeigte zuletzt Halo Wars 2. Neue Mechaniken lockern betagte Muster auf und schaffen im besten Fall etwas Eigenes. Dieses Ziel strebt auch Warhammer 40.0000 - Dawn of War 3 an. Glücklicherweise ebneten die beiden Vorgänger bereits den Weg und würzten die RTS-Formel mit ein paar originellen Elementen.

In Warhammer 40.0000 - Dawn of War 3 treffen nun die charakteristischen Aspekte der Vorgänger aufeinander. Während die Stärken und Schwächen der bekannten Rassen dabei nach wie vor eine Rolle spielen, nutzt Relict Entertainment teilweise unscheinbare Anpassungen, um spielerisch große Effekte zur erzielen. Elite-Einheiten, freischaltbare Inhalte und neue Rohstoffe versprechen bereits vor der Veröffentlichung einen würdigen dritten Teil.

Ein Krieg - Drei Blickwinkel

Ohne auf die genauen Umstände einzugehen, dürfte es euch nicht wundern, dass der Krieg zwischen den verfeindeten Rassen immer noch nicht vom Tisch ist. Die für die Marke Warhammer 40.000 charakteristischen Space Marines treffen abermals auf die ruppigen Orks und die technisch überlegenen Weltraum-Elfen namens Eldar. So wie jede Fraktion eine eigene Hintergrundgeschichte und somit Beweggründe für ihr kriegerisches Treiben vorweisen kann, so haben sie auch alle ihre ganz besonderen Eigenschaften.

Die Zwischensequenzen lassen es ordentlich krachen.Die Zwischensequenzen lassen es ordentlich krachen.

Genau diese Unterschiede zwischen den Rassen machen einen großen Reiz bei einem guten Echtzeitstrategiespiel aus, und diese Karte spielt auch Warhammer 40.0000 - Dawn of War 3 großartig aus. Dabei holt es den nie enden wollenden Krieg der Brettspiele auf euren Bildschirm und erweckt die stylischen Armeen zum Leben.

Die Kampagne macht schon jetzt einen fertigen Eindruck und verknüpft mehrere Ansätze. So lernt ihr während euren Missionen nicht nur die Vor- und Nachteile jeder Rasse kennen, sondern auch die wesentlichen Spielmechaniken. Das Tempo ist dabei langsam genug für Neueinsteiger. Da die Handlung spannend erzählt wird, dürfte aber auch für Veteranen die Zeit wie im Flug vergehen.

Stärken erkennen und kombinieren

Destillation ist ein wesentlicher Faktor, soll eine Fortsetzung erfolgreich sein. Doch nicht nur die Verbesserung bestehender Spielmechaniken ist für die Entwicklung entscheidend, sondern auch das Etablieren neuer Ideen. Dass solche mutigen Schritte brauchbare Ergebnisse erzielen, zeigte Relic Entertainment mit Warhammer 40.000 - Dawn of War 2. Die dort eingeführten Elite-Einheiten brachten frischen Wind in die Serie. Doch der Verzicht auf Basen hinterließ gleichzeitig ein Gefühl, das etwas fehlt.

Elite-Einheiten sind mehr als nur ein netter Zusatz.Elite-Einheiten sind mehr als nur ein netter Zusatz.

Da nun der allgemeine Trend derzeit mehr in Richtung MOBA geht, ist es also kein Wunder, dass genau diese Idee der Elite-Einheiten nun auch in Warhammer 40.000 - Dawn of War 3 Verwendung findet. Anstatt sich allerdings ausschließlich darauf zu konzentrieren, bleiben die Entwickler den Wurzeln der Serie treu und bauen zustäzlich auf die Stärken des ersten Teils.

Die Mischung, die dabei entsteht, kombiniert unterm Strich die bisherigen Höhepunkte der Reihe. Damit könnt ihr euch einerseits auf die Auswahl besonderer Helden konzentrieren und andererseits durch clevere Ressourcen-Verwaltung taktische Vorteile im Kampf erlangen. Der Effekt, den dieser Mix auf den Verlauf des Spiels hat, ist nicht unerheblich. So verschmilzt Mikro- mit Makro-Management und fächert eure strategischen Möglichkeiten so weit, dass ihr euren ganz eigenen Spielstil etablieren könnt.

Elite ist nicht gleich Elite

Nirgends zeigt sich besser, was ein Echtzeitstrategiespiel zu bieten hat, als in Mehrspielergefechten. Wie gut einzelne Spielmechaniken aufeinander abgestimmt sind, lässt sich hier hervorragend bestimmen. Auch wenn es manchmal weh tut. Das ist besonders dann der Fall, wenn ihr inmitten einer Schlacht plötzlich merkt, dass ihr auf das falsche Pferd gesetzt habt.

Rohstoffquellen sind gerne umkämpft.Rohstoffquellen sind gerne umkämpft.

Hier kommt auch die neue taktische Ebene, die aufgrund der Elite-Einheiten entsteht, ins Spiel. Losgelöst von den Aufbau- und Produktionsressourcen benötigt ihr eine spezielle Währung, um Nachschubkapseln aus dem Orbit anzufordern. Diese wiederum bringen euch eure Helden auf das Schlachtfeld. Vor dem Spiel legt ihr fest, welche drei Elite-Kämpfer ihr mit in den Krieg nehmt. Durch unterschiedliche Kosten sind hier vielseitige Strategien möglich.

Setzt ihr beispielsweise auf eher günstige Elite-Streitkräfte, könnt ihr früh zuschlagen, riskiert aber auch, dass ihr sie gleich wieder verliert, sollte euer Gegenüber schon eine einigermaßen starke Armee besitzen. Entscheidet ihr euch für besonders starke Unterstützung, müsst ihr entsprechend länger warten, da die Währung für Elite-Einheiten erst mit der Zeit generiert wird. Zwar können Helden spielentscheidend sein, doch mit der falschen Taktik ebenso nutzlos. Damit fügt sich diese Mechanik schön in das Gesamtbild ein und bringt das Kräfteverhältnis nicht aus dem Gleichgewicht.

Dynamischer Aufbau als Weg zum Sieg

Während auf der einen Seite etwas ergänzt wurde, bekam der Basenbau eine Verschlankungskur. Dabei beweist Relict Entertainment reichlich Fingerspitzengefühl. Anstatt den Aufbau eigener Gebäude einfach zu streichen oder zu weit herunterzubrechen, entschied man sich für eine kleine, doch effektive Änderung. Anstatt Ressourcen an bestimmten Punkten abzubauen bis diese aufgebraucht sind, findet ihr festgelegte Stationen, die eure Mineral- und Elektrizitätsbestände auffüllen. Dank Modifikationen verstärkt ihr den Effekt dieser Posten, müsst diese allerdings auch gegen eure Feinde verteidigen.

In der Nähe von Gebäuden heilen manche Truppen automatisch.In der Nähe von Gebäuden heilen manche Truppen automatisch.

Der Bau neuer Produktionsstätten ist dadurch deutlich dynamischer. Auf diese Weise ergibt sich auf dem Schlachtfeld für euch eine besondere Freiheit. Ohne große Mühen, lassen sich so Stützpunkte verschieben oder auch neu aufbauen, wodurch ihr besser auf veränderte Gegebenheiten reagieren könnt.

Da eure Kontrahenten aber über die gleichen Möglichkeiten verfügen, entsteht ein Kräftemessen, das mehr als nur eure Feuerkraft berücksichtigt. Vor allem aber zeigt Warhammer 40.000 - Dawn of War 3, dass der klassische Aufbau eigener Strukturen in einem Echtzeitstrategiespiel auch heute noch eine Daseinsberechtigung hat und mit der richtigen Präzision eine strategisch ergiebige Ergänzung zu den übrigen Mechaniken darstellt.

Entwicklung und Motivation

Auch in Sachen Fortschritt zeigen die Entwickler, dass ein zufriedenstellendes Spielerlebnis im Vordergrund steht. Sowohl in der Kampagne als auch in Mehrspielergefechten sammelt ihr sogenannte Schädel. Eine besondere Währung, die euch den Kauf neuer Eliteeinheiten oder spielverändernder Modifikationen ermöglicht. Letztere werden Doktrinen genannt und bestehen aus drei wählbaren Extras. Diese verstärken bestimmte Aspekte eurer Einheiten oder geben euch einen kleinen Vorteil.

Den letzten taktischen Feinschliff verleiht ihr euren Einstellungen mithilfe von Doktrinen.Den letzten taktischen Feinschliff verleiht ihr euren Einstellungen mithilfe von Doktrinen.

Elite-Einheiten lassen sich ebenfalls mit speziellen Fähigkeiten ausrüsten. Doch auch diese müsst ihr euch erst verdienen. Steigen eure Helden in ihren Charakterstufen auf, erhalten sie neue Attacken und passive Boni, sowie besondere Skins.

Reichen euch diese Anpassungsmöglichkeiten noch nicht, dann freut euch auf das digitale Bemalen eurer Figuren. Ganz im Sinne der eigentlichen Brettspiele dürft ihr aus traditionellen Farb-Schemata wählen oder auch ganz eigene erstellen. Truppen in eigenen Farben über das Schlachtfeld marschieren zu sehen, verleiht dem Erlebnis das gewisse Extra.

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Tags: Singleplayer   Mod   Fantasy   Science-Fiction  

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