Vorschau Master X Master: Ein ordentliches Paket

von Michael Krüger (19. April 2017)

MOBA hier, MOBA da. Trotz der Gefahr, dass der Markt langsam satt sein könnte, schickt NCSOFT einen eigenen Kandidaten ins Rennen. Allerdings nicht ohne ein paar Alleinstellungsmerkmale.

Auf den ersten Blick erinnert euch Master X Master vermutlich an MOBA-Spiele wie League of Legends oder Heroes of the Storm. Im nächsten Moment kommen euch möglicherweise aber auch Action-Rollenspiele wie Diablo 3 oder Path of Exile in den Sinn. Diese Eindrücke kommen nicht von ungefähr, denn Master X Master hat nicht weniger als die Kombination eben dieser beiden Genres zum Ziel. Doch auch ein paar eigene Ideen sollen angehende und passionierte MOBA-Spieler überzeugen.

Am auffälligsten ist dabei die titelgebende Spielmechanik. Ihr steuert nämlich nicht nur einem, sondern zwei der sogenannten Master. Die Auswahl der aktuell 36 Helden ergibt auf diese Weise hunderte Kombinationsmöglichkeiten. Doch nicht nur diese spielerische Freiheit ist ein Vorteil, der durch diese Besonderheit entsteht.

Mittlerweile hat Master X Master diverse Alpha-Phasen hinter sich gelassen und befindet sich nun in der geschlossenen Beta. Da es noch dieses Jahr vollständig veröffentlicht werden soll, ist nun ein guter Zeitpunkt, einmal genauer zu schauen, was euch in Master X Master erwartet.

Die üblichen Verdächtigen

Auf der Erde wimmelt es von feindseligen Außerirdischen. Als Teil einer Allianz zum Schutz des Planeten sichert ihr nun das einstige Habitat der Menschheit, um den Frieden zurückzubringen. Einen Preis für Innovation bekommen die Schreiber dieser Handlung nicht, doch was im Vordergrund steht, sind sowieso die Helden. Ein paar dieser Master könnten euch durchaus bekannt vorkommen. Ähnlich wie es Blizzard mit Heroes of the Storm vormacht, feiert ihr auch in Master X Master ein Wiedersehen mit bekannten Figuren anderer Spiele des eigenen Publishers.

Dieses Kennenlernen könnte etwas länger dauern. Aktuell stehen 36 Master zur Auswahl.Dieses Kennenlernen könnte etwas länger dauern. Aktuell stehen 36 Master zur Auswahl.

So entstammen einige der Protagonisten in Master X Master den Spielen Blade & Soul, Guild Wars 2, Wildstar, Aion und Lineage 2. Neue Helden bieten zustätzlich eine homogene Auswahl klassischer Action-Archetypen. Assoziationen zu Figuren wie Ghost Rider, Captain America (die beiden hören auf die Namen Death Knight und Statesman; Echt jetzt?) und Lara Croft bleiben dabei nicht aus. Ja, sogar eine männliche Version von Bayonetta scheint es zu geben. Wie schon bei der Rahmenhandlung wirkt das auch hier wenig originell, wodurch die Figuren etwas länger brauchen, bis sie euch im Gedächtnis bleiben. Irgendwann habt ihr vermutlich auch einmal genug Kampfkatzen und sprechende Kampfroboter gesehen.

Schlecht ist die Auswahl aber keinesfalls. Immerhin dürfte für jeden Geschmack der passende Master dabei sein. Dank einer Mechanik namens Taggen wählt ihr vor jeder Runde zwei Helden aus, zwischen denen ihr während des Spiels wechseln könnt. Dadurch genießt ihr bei der Auswahl eine noch größere Freiheit und verbringt alleine schon mit dem Kennenlernen aller verfügbaren Figuren schon reichlich Zeit.

MOBA, SOBA und COBA

Auch wenn der erste Eindruck von Master X Master euch unmissverständlich "MOBA" entgegenruft, spielt es sich großteils eher wie ein Action-Rollenspiel. Mit den Tasten WASD steuert ihr euren Helden und per Mausklick greift ihr Gegner an. Eine Seitenrolle, Spezialattacken mit Abkühlungszeiten und eine ultimative Fähigkeit runden euer Arsenal ab. Auch Verbrauchsgegenstände befinden sich in eurem Repertoire.

Phasen spielt ihr alleine oder zusammen mit einem anderen Spieler.Phasen spielt ihr alleine oder zusammen mit einem anderen Spieler.

Anders als es für MOBAs üblich ist, verfügt Master X Master neben den PVP-Kämpfen über Solo- und Koop-Inhalte. Und hier spielt es sich tatsächlich recht ähnlich wie beispielsweise Diablo 3. Die Spielwelten sind zwar eher linear und es gibt keine sammelbare Ausrüstung, doch die Kämpfe fühlen sich vertraut an. Die sogenannten Phasen, in denen ihr alleine oder im Team Teilstücke der Handlung spielt, sind nicht nur eine nette Ergänzung zu den Mehrspielergefechten.

Neben der Geschichte stehen euch auch Minispiele und sogar Raids zur Verfügung. Alle diese Beschäftigungen helfen euch dabei, Rohstoffe zu erlangen und eure Helden zu verbessern. Da jeder Held durch Aufsteigen in Charakterstufen neue Fähigkeiten erlernt und diese, sowie seine Waffen verbessern kann, habt ihr eine Menge abzuarbeiten. Die PVE-Inhalte bieten an dieser Stelle genau die richtige Abwechslung und erlauben es euch zusätzlich, eure Master in Ruhe zu trainieren.

Mehr als nur Arenenkämpfe

Auch wenn es in den ersten Alpha-Phasen nicht den Anschein machte, ist Master X Master mittlerweile recht einsteigerfreundlich. Habt ihr bereits Action-RPGs oder MOBAs gespielt, dürftet ihr nicht allzu lange brauchen, bis ihr euch komplett zurechtfindet. Die Menüs sind übersichtlich und die Zusammenhänge zwischen Ressourcen und ihrem Zweck leicht durchschaubar. Im Grunde benötigt ihr hauptsächlich Gold für Verbesserungen, Energie für neue Master und Skins und diverse Rohstoffe für das Verbessern von Waffen.

Im Kern ist Master X Master ein grundsolides MOBA.Im Kern ist Master X Master ein grundsolides MOBA.

Da es bestimmte Materialien nur in einzelnen Phasen gibt, wählt ihr entweder den Beitritt in einen zufälligen Abschnitt oder ihr bezahlt ein Ticket und dürft dadurch exakt bestimmen, welche Episode der Kampagne ihr spielen möchtet. Besonders wenn ihr gerade eine bestimmte Verbesserung im Auge habt, ist es daher hilfreich, vorher besagte Eintrittskarte zu erwerben. Ehe ihr es euch verseht, befindet ihr euch inmitten von RPG-Spielmechaniken und habt vermutlich noch nicht einmal eine Runde gegen andere Spieler absolviert.

Hier im PVP-Modus erwartet euch im Großen und Ganzen ein recht klassisches MOBA: Symmetrische Karten, drei Wege zwischen den Startpunkten und dazwischen ein Dschungel und ein paar Türme. Doch wie nicht anders zu erwarten, bringt die Wechsel-Mechanik ein paar interessante Aspekte ins Spiel. Da jeder Master einem von drei Elementen zugeordnet ist, kann die Wahl eures aktiven Helden spielentscheidend sein. Unterliegt ihr beispielsweise mit eurem Wasser- einem Pflanzen-Master, könnt ihr das Blatt wenden, indem ihr zu eurem zweiten Helden wechselt. Ist dieser vom Element Feuer, dreht er den Spieß locker um und schlägt vernichtend zurück.

Der Wechsel eures Masters gibt euch die Möglichkeit, innerhalb des Spiels sowohl euer Element, als auch eure Klasse und sogar eure Rolle einer neuen Situation anzupassen. Dadurch bleiben die Arena-Kämpfe in Master X Master bis zum letzten Moment spannend. Selbst wenn ihr einmal das Gefühl habt, die Runde ist eigentlich schon verloren, ist der Sieg noch nicht ausgeschlossen. Der PVP-Modus profitiert also ebenfalls ordentlich vom Taggen.

Vernünftige Kosten

Zur Veröffentlichung soll Master X Master kostenlos sein. Möchtet ihr im Spiel schneller vorankommen, hilft euch die kostenpflichtige Mitgliedschaft. Zusätzlich lassen sich Spiel-Währungen ebenfalls mit echtem Geld kaufen. So zumindest die Pläne für die Vollversion. Möchtet ihr bereits jetzt spielen und habt noch kein Glück bei der Suche nach einem Code für die Beta gehabt, stehen zudem drei Gründerpakete bereit.

In der Kampagne findet ihr viele Belohnungen. Diese sind allerdings oft gut bewacht.In der Kampagne findet ihr viele Belohnungen. Diese sind allerdings oft gut bewacht.

Diese locken je nach Größe mit einer bestimmten Anzahl bereits freigeschalteter Master, exklusiven Titeln und Skins, sowie garantiertem Zugang zur aktuellen, sowie folgenden Beta-Phasen. Wie so oft bei F2P-Spielen entscheidet ihr euch also auch bei Master X Master, ob ihr Geld oder Zeit für das Freischalten aller Inhalte einsetzen möchtet.

Aus bisheriger Sicht ist der Zeitaufwand angemessen. Bleibt der Ertrag in den Kämpfen weiterhin so, dürftet ihr ohne Anzeichen von Langeweile in angenehmen Abständen neue Inhalte freispielen können. Wie für Spiele dieser Gattung üblich, rotieren ein paar Master zum Testen, so dass ihr über die Zeit jeden einmal ausprobieren könnt und später nicht die Katze im Sack kauft, wenn ihr euer hart erspieltes Guthaben ausgebt.

Hübsch doch austauschbar

Auch wenn die Portraits der Helden aus Master X Master hübsch gezeichnet sind, wohnt ihnen ein gewisser Massenspiel-Charme inne. Die Ähnlichkeiten zu Charakterbildern aus kostenlosen Browser- und Handyspielen ist nicht zu verleugnen und auch manche Menüeinblendungen erwecken den Eindruck eines typischen Gratisspiels, für das im Spätfernsehen Werbung läuft.

Dank der Jukebox lasst ihr andere Spieler an eurem Geschmack teilhaben.Dank der Jukebox lasst ihr andere Spieler an eurem Geschmack teilhaben.

Dieser Eindruck verschwindet allerdings während den Kämpfen direkt wieder. Habt ihr den Anblick austauschbarer Rohstoffsymbole und schier schmerzhaft niedlicher Nippon-Girls verdaut, erkennt ihr hier die eigentliche Substanz und Qualität des Spiels. Sowohl die Kampagnen-Abschnitte, als auch die Mehrspieler-Arenenkämpfe sehen nämlich richtig gut aus.

Für die Auswahl der Musik, die im Übrigen ebenfalls gelungen ist, haben sich die Entwickler etwas besonderes einfallen lassen. Erhaltet ihr ein Jukebox-Ticket, dürft ihr nämlich die Musik der aktuellen Spieler-Lobby ändern. Auf jeden Fall eine lustige Idee. Und sollte euch der Geschmack der anderen Spieler einmal nicht passen, könnt ihr den Regler für Musik ja immer noch nach unten drehen.

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Tags: Singleplayer   Koop-Modus   Multiplayer   Fantasy  

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