Rime: Hasskommentare bringen Entwickler zum Weinen

von Frank Bartsch (20. April 2017)

Die Spielentwicklung von Rime hatte es noch nie leicht. Nun gibt ein Verantwortlicher des Projekts zu bedenken, dass auch Hasskommentare im Netz dazu beitrugen, dass das komplette Projekt öfter in Frage gestellt wurde.

Rime sollte eigentlich bereits 2013 erscheinen und damit den Start der PS4 in den Markt unterstützen. Doch nach ersten Videos zum Spiel blieb es lange ruhig. Mittlerweile soll Rime für mehrere Spielplattformen erscheinen, sogar für Nintendo Switch. Geplant ist aktuell eine Veröffentlichung im Mai.

Für emotionale Instabilität im Entwickler-Team sorgten vor allem Kommentare zu dem Spiel, die auf verschiedenen Foren im Netz, wie beispielsweise Neogaf, veröffentlicht wurden. Creative Director Paul Rubio teilt jetzt mit, welchen Einfluss diese teilweise persönlichen Angriffe auf sein Leben hatten:

"Vor ungefähr sechs Monaten habe ich mir mal die Zeit genommen, um knapp eineinhalb Jahre an Kommentaren zu dem Spiel auf Neogaf durchzulesen. Und ich habe dabei echt fast zwei Tage lang geweint. Teilweise weil ich die Grausamkeit nicht verstehen konnte, aber auch weil ich binnen zwei Tagen die Entwicklung von eineinhalb Jahren nachvollziehen konnte. Ich konnte erleben, wie Menschen etwas so sehr liebten, dass sie es schlussendlich hassten."

Einerseits äußerten die Kommentatoren ihren Missmut über den langen Verlauf der Entwicklung, aber auch über den Umstand, dass ein erstes Video kein Material direkt aus dem Spiel, sondern gerenderte Szenen zeigte. Rubio erklärt dazu Folgendes.

"Die Herausforderung in der Entwicklung war, das Gesehene in eine wirkliche Vision einzuarbeiten und den Erwartungen gerecht zu werden. Und das hat sich tatsächlich als unmöglich erwiesen."

Offenbar konnten die Entwickler mit den ersten internen Präsentationen der Entwicklung auch bei Sony nicht punkten und der Konzern untersagte die Unterstützung. Rime existierte gar nicht mehr.

Im Nachgang hat das Unternehmen Tequila Works die Rechte von Sony an Rime gekauft. Daher erscheint das Spiel nun auch für weitere Plattformen.

Also neben all den Schwieriegkieten und Erwartungshaltungen haben auch noch Hasskommentare die Arbeiten erschwert. Die Informationen stammen übrigens aus dem Printmagazin Edge und ein Nutzer von Neogaf hat diese Inhalte mit der Community geteilt. Er beginnt seinen Post mit den Worten: "Wir sollten wohl echt versuchen entspannter zu sein".

Das kommt euch bekannt vor? Richtig, auch No Man's Sky hatte ähnliche Probleme. Es gab sogar Morddrohungen enttäuschter Spieler gegen die Entwickler.

Vielleicht ist konstruktive Kritik wirklich konstruktiv? Hass zerstört nur kreative Ideen! Wer hätte DAS gedacht?

No Man's Sky ist das beste Beispiel, wie Enttäuschung zu bodenlosem Hass führen kann. Hoffentlich lässt sich Entwickler Hello Games dadurch nicht von neuen Projekten abschrecken. Immerhin sind selten die Entwickler die wahren Sündenböcke hinter unerfüllten Erwartungen. Sie treffen Hasskommentare allerdings oft direkt, so wie auch im Fall der Rime-Entwickler.

Tags: Singleplayer   Online-Zwang  

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