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King of Fighters: Maximum Impact (Playstation 2)

Artikel veröffentlicht am 07.03.2005

Knapp über 10 Jahre dauerte es, bis SNK Playmore das Wunder schaffte, eine "King of Fighters" Episode in 3D zu präsentieren. Das Warten hat sich jedoch gelohnt, denn "King of Fighters: Maximum Impact" erfüllt im Gegensatz zu Capcoms "Street Fighter EX" Serie die hohen Erwartungen und verzeichnet somit einen gelungenen Dimensionswechsel. Die "King of Fighters" bitten zum ersten Tanz in der dritten Dimension. Von Florian Funk

Eine Serie im Wandel

Das Bruderpaar Alba und Soiree Meira.

"King of Fighters", dieser Name steht nun seit 1994 für hochwertige 2D Prügelkost. Darum galt die Serie lange als schärfster Konkurrent zu Capcoms "Street Fighter". Anfang des Millenniums dann die Sensation, als Capcom und SNK völlig unerwartet ihre bekanntesten Recken in "Capcom vs. SNK" vereinigten. Mit letzterem hat "King of Fighters: Maximum Impact" jedoch nur noch wenig gemeinsam, denn anders als alle bisherigen Episoden präsentiert sich "Maximum Impact" in waschechter 3D Grafik. Erfreulicherweise finden sich in der Riege der Kämpfer viele alte Bekannte, wie Terry Bogard, Iori Yagami, Rock Howard, Kyu Kusanagi oder auch die beliebte Mai Shiranui. Neu hinzugekommen sind die Gebrüder Meira, Mignon Beart und Auftragskillerin Lien Neville. Die alten Hasen der Serie wurden bis auf leichte, kosmetische Veränderungen praktisch 1:1 in die dritte Dimension portiert und stehen ihren zweidimensionalen Vorbildern in nichts nach. Die Neulinge wiederum passen zu den übrigen Kämpfern wie die Faust aufs Auge (kann man in diesem Fall auch wörtlich nehmen). Zur Hintergrundgeschichte hingegen gibt es weniger zu erzählen, die ist genretypisch eher unspektakulär und bedarf keiner größeren Erklärung. Wer eine epische Geschichte mit viel Tiefgang erwartet ist in diesem Genre wohl ohnehin an der falschen Adresse.

Mit Vollgas zum Sieg

Auch ohne Kappe macht Terry Bogard eine gute Figur.

Das Gameplay von "King of Fighters: Maximum Impact" bietet wenig neues im Genre, aber dennoch alle nötigen Zutaten für ein rundum gelungenes Beat'em Up Erlebnis. Vor allem die sehr hohe Spielgeschwindigkeit hebt diese "King of Fighters" Episode doch deutlich von vielen anderen Prügelspielen ab. Die Steuerung selbst geht dabei leicht von der Hand. Mit den vier Buttons verteilt ihr schwache und härte Schläge/Tritte, weicht mit den Schultertasten seitlich aus und kontert die Angriffe der Gegner im richtigen Moment mit dem R2 Button. Blocken ist natürlich ebenso wichtig, denn besonders auf den höheren Stufen lassen eure CPU Gegner ein wahres Feuerwerk an Supermoves auf euch hereinbrechen. Da hilft nur massive Gegenwehr. Die meisten Angriffe sind auch ohne lange Einlernphase schnell verinnerlicht. Profis hingegen entfalten ihr ganzes Können und erlernen effektive Combos und später auch die gewaltigen, und äußerst effektgeladenen Spezialangriffe. Durch das hohe Spieltempo ist ein taktischer Einsatz von Moves und Combos jedoch nicht immer ein leichtes Unterfangen. Lernwillige Spieler nutzen den anfänglichen Frust jedoch um besser zu werden und legen das Pad nicht gleich beiseite wenn es mal nicht auf Anhieb klappt. Überlisten lassen sich die knallharten KI Gegner auch auf den höheren Schwierigkeitsstufen (sieben Stufen gibt es insgesamt).

Herausfordernde Spielmodi

Altmeister Iori Yagami zählt zu den

Ein Prügelspiel wäre kein Prügelspiel ohne einen zünftigen Storymode (oder Arcademode). Im Storymode von "King of Fighters: Maximum Impact" kämpft ihr der Reihe nach gegen eine ganze Reihe von Kämpfern, die das gleiche Ziel verfolgen wie ihr, nämlich den Turniersieg. Die Gegner werden hierbei immer stärker und nutzen jedes noch so fiese Mittel um euren Lebenssaft auf ein Minimum zu reduzieren. Schafft ihr es dennoch bis ins Finale, so erwartet euch ein heißes Scharmützel mit dem Oberfiesling "Duke". Neben dem Storymode gibt es auch noch eine Challenge. Hier habt ihr die Wahl zwischen Time Attack Modus oder dem Missions- Modus, welcher euch in vier verschiedenen Stufen eine großzügige Auswahl an verschiedensten Aufgaben gibt. Vergleichbar ist dies mit den Missionen aus der "Guilty Gear X" Serie. So kämpft ihr auf der niedrigsten Stufe gegen einfache Kontrahenten, die ihr mit einer bestimmten Anzahl an Combos fertig machen müsst, während ihr später mit reduzierter Energieleiste und deaktivierten Supermoves gegen hochgezüchtete Kontrahenten antreten müsst, deren Lebenssaft sich regeneriert oder die einfach pausenlos mit Spezialattacken zum Angriff blasen. Des weiteren bietet "King of Fighters: Maximum Impact" noch einen Versus Mode für 1-2 Spieler, oder eine Practice, wo ihr Angriffe & Fertigkeiten trainieren könnt.

Technisch überzeugend

Supermoves werden optisch impossant in Szene gesetzt.

Technisch liegt "King of Fighter: Maximum Impact" auf überdurchschnittlich hohem Niveau. Spielerisch bietet der Titel enorm viel Potenzial für Experten, während auch Anfänger durch wildes "Smashing" so manchen Gegner aus den Latschen treten werden. Optisch befindet sich das Spiel nicht ganz auf der Höhe der Zeit, zumindest was die Kampfarenen betrifft. Angesichts des hohen Spieltempos kann man über dieses leichte Manko jedoch spielend hinwegsehen. Die Kämpfer sind größtenteils wunderschön animiert und bewegen sich sehr geschmeidig. Auch die Kurven der weiblichen Charaktere sind recht üppig geraten und werden eigentlich nur von den "Dead or Alive" Damen noch übertroffen. Das Charakterdesign im Allgemeinen ist Spitzenklasse, die Auswahl an abwechslungsreichen Haudegen einfach enorm. Den Soundtrack kann ich ebenfalls als gelungen bezeichnen. Einige Stücke klingen gar recht bombastisch, was man in diesem Genre nicht immer erwarten kann. Insbesondere die Untermalung des finalen Showdowns hat es mir angetan. Die Sprachausgabe dagegen ist so lala. Da habe ich schon bessere, englische Synchronisationen gehört. Glücklicherweise kann man in den Optionen bequem auf japanische Sprachausgabe umschalten. Versteht man zwar nicht, aber es klingt extrem cool. Untertitel in englischer Sprache tun ihr übriges. Deutsch gesprochen wird in "King of Fighters: Maximum Impact" hingegen nicht.

Kosmetischer Schnickschnack

Terry Bogard gehen Rock Howard. Duell der Erzrivalen.

Eins muss aber noch erwähnt werden. Die englische Stimme von Oberschurke Duke ist im Gegensatz zu vielen anderen Kämpfern sehr gut und konnte mich wirklich begeistern. Kosmetischer Krimskrams könnte man jetzt sagen, aber der hat ja bei Prügelspielen meist eine ziemlich hohe Gewichtung. Apropos, in "King of Fighters: Maximum Impact" verfügen alle Kämpfer neben ihrem altbewährten Look auch noch über ein alternatives Charaktermodel, das sich hie und da schon deutlich von der bewährten Variante unterscheidet. Spielerisch ändert sich dabei hingegen nichts. Die Kampfarenen sind ebenfalls voll von Grafikspielereien. In einigen, der quadratischen Arenen beschädigt ihr auch schon mal eine Seitenwand (Begrenzung), indem ihr einen Gegner mit voller Wucht dagegen kloppt. Drei Arenen müssen übrigens erst mal freigespielt werden, darunter auch der Schauplatz vom Turnierfinale. Endgegner Duke gibt es zudem als Bonuskämpfer. Profile der Charaktere schaltet ihr hingegen frei indem ihr den Storymodus mehrfach durchspielt und aktiviert gleichzeitig die "Ragging" Kostüme. Diese verändern das Aussehen eurer Recken gleich noch mal komplett, so kommt Terry Bogard beispielsweise als Werwolf daher, während Herzdame Leona mit Gasmaske und passendem Anzug für Aufsehen sorgt. Zudem gibt es noch etliche, farblich veränderte Outfits freizuspielen, wenn ihr im Challenge Mode fleißig weiterspielt.

Der König der Kämpfer?

Die Videosequenzen sind defintiv gelungen!

Was fehlt noch? Ein paar Worte zum Mehrspielermodus. Hier stehen gleich vier Optionen zur Auswahl. Entweder kämpft ihr alleine gegen einen menschlichen Mitspieler oder CPU Gegner, oder ihr macht ein Teammatch, bei dem ihr euch drei Kämpfer aussucht und dann gegen drei Gegner (Freund oder CPU) antretet. Onlinefunktionen gibt es leider keine, aber das kann man angesichts des gelungenen Spiels auch verschmerzen. Wer das Spiel frühzeitig kauft kommt zudem in den Besitz der limitierten Auflage, die in einer edlen Sammlerbox mit extra dickem Handbuch und Bonus DVD ausgeliefert wird. Auf der DVD findet ihr neben einem Making Off auch noch ein Interview mit den Entwicklern, die auch schon mal aus dem Nähkästchen plaudern, und brisante Details zum geplanten Nachfolger preisgeben. Bei diesem soll die Anzahl der Kämpfer nochmals erhöht werden. Fragt sich nur, welche Charaktere SNK alles in die zweite Runde schicken wird. Geese? Todo oder sogar Serienoberschurke Rugal Bernstein? SNK Fans können jedenfalls schon mal anfangen zu träumen. Bis zum Release des Nachfolgers bietet "King of Fighters: Maximum Impact" aber mehr als genug Unterhaltung für Serienfans und alle die es werden wollen. "KOF" Liebhaber schlagen sowieso bei der limitierten Auflage zu, welche früher oder später nur noch teuer über Auktionshäuser zu haben sein wird. Anhänger von Sammlereditionen sollten sich also beeilen.

Fazit

Florian Funk von Florian Funk

"King of Fighters" rockt auch in 3D. Spielerisch orientiert sich "Maximum Impact" an seinen 2D Vorbildern und trumpft vor allem mit einer ordentlichen Portion Geschwindigkeit. Massenweise coole Kämpfer, ordentliche Technik und gleich mehrere, abwechslungsreiche Spielmodi lassen das Herz eines jeden Prügelspielfans höher schlagen. Hinter "Tekken", "Soul Calibur" oder gar "Virtua Fighter" braucht sich SNK's Vorzeigeserie nicht zu verstecken. Warum auch? "Tekken 4" oder gar die letzten Capcom Prügler ("Capcom Fighting Jam") enttäuschten auf ganzer Linie, von Lizenzschrott a la "Dragon Ball" mal ganz zu schweigen. "King of Fighters Maximum Impact" ist ein herausforderndes (und zudem herausragendes) Prügelspielerlebnis für Beat'em Up Puristen. Wer auf abgefahrene Charaktere mit spektakulären Moves und knüppelharte Kämpfe steht, muss hier einfach zugreifen. Genre Einsteiger spielen vorsichtshalber erst mal Probe, denn "KOF" ist nichts für Weicheier.

spieletipps meint:
85

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