Lokalisierung eines Spiels sorgt für Wirbel

von Frank Bartsch (27. April 2017)

Ein Mitarbeiter einer Lokalisierungsabteilung des Unternehmens XSEED möchte nicht im Abspann eines Spiels genannt werden. Hintergrund ist eine vermeintliche Referenz zum berüchtigten Ku Klux Klan (KKK).

Lokalisierungen sind deutlich mehr als Übersetzungen von Spielen in eine andere Sprache. Es geht auch darum kulturelle Unterschiede anzupassen und sogar lokale Gesetze einzuhalten.

Nicht umsonst könnt ihr beispielsweise in amerikanischen Spielen Hakenkreuze sehen aber in der deutschen Version nicht. Ein Hakenkreuz ist hierzulande schlichtweg ein verfassungswidriges Symbol.

In dem japanischen Spiel "Akiba's Beat", einer Fortsetzung von Akiba's Trip - Undead & Undressed hat sich auch einiges für westliche Gefilde geändert. Und Tom Lipschultz, ein Mitarbeiter der Lokalisierungsabteilung, hat diese Änderungen im Forum von XSEED zusammengefasst.

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Darunter ist eine Anpassung gewesen, welche Lipschultz nicht unterstüzt. In der japanischen Originalversion findet man ein Ladenschild mit der Aufschrift "KKK Witches" - eine Parodie der Firma "NNK Switches", die der Entwickler Acquire nutzt, da er nicht die Lizenz für die Nutzung des richtigen Names besitzt. Einige Mitarbeiter befürchteten, dass diese Parodie für viele Spieler im Westen auf den Ku Klux Klan deutet, der vor allem in Nordamerika Rassisten unter seinem Banner vereint und für viele rassistische Verbrechen verantwortlich ist. KKK musste also weg.

Lipschultz hingegen war einer der Wenigen, der sich gegen eine Abänderung aussprach und diese sogar als Zensur empfinden würde. XSEED fragte daraufhin direkt bei Acquire nach, was denn genau hinter der Parodie "KKK Witches" stecken würde und erklärte dem japanischen Unternehmen, welche Bedeutung die drei Buchstaben in Amerika haben, berichtet Kotaku. Acquire, denen der Hintergrund nicht bewusst gewesen sei, änderten daraufhin das Ladenschild in "ACQ Witches" ab.

Lipschultz weigerte sich daraufhin im Abspann des Spiels aufzutauchen, da er mit einer, wie von ihm eingeschätzten "Zensur" nichts zu tun haben wolle. Da die Firma jedoch den Grundsatz vertritt, dass, wer einmal nicht genannt werden will, nie wieder im Abspann auftaucht, wird Lipschultz wohl in Zukunft nicht mehr als Teil des Lokalisierungsteam genannt. Dies wiederum will Lipschultz als symbolische Geste verstanden wissen.

Lokalisierungen müssen vor allem auf rechtliche und kulturelle Unterschiede achten. Das japanische Rollenspiel in der Bilderstrecke hatte für den deutschsprachigen Raum vielleicht auch so einige Anpassungen über sich ergehen lassen müssen.

Tags: Singleplayer   Anime   Politik  

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