Test Dragon Quest Heroes 2: Auf in ein kunterbuntes Gemetzel

von Emily Schuhmann (04. Mai 2017)

Mitschleimander seid ihr stark, also zieht als Schleimheit durch die Welt und verschleimt die Königreiche wieder. So oder so ähnlich könnte Heilschleim Meditschi eure Aufgabe in Dragon Quest Heroes 2 zusammenfassen.

Die Fusion zwischen dem Spielprinzip der "Dynasty Warriors"-Reihe (zumindest ab Teil 2) und anderen Spielwelten ist mittlerweile ein bekanntes Erfolgsrezept. Auch Hyrule Warriors und das angekündigte Fire Emblem Warriors haben dieselben Zutaten. Das besondere an Dragon Quest Heroes 2 ist, dass es wesentlich mehr seiner Rollenspielelemente aus der ursprünglichen "Dragon Quest"-Reihe beibehält als andere Spiele mit diesem Schema. Statt stur auf endlosen Wellen von Gegnern rumzuhacken, gibt es hier eine Geschichte, eure Protagonisten können die Klasse wechseln, Talente können ausgebaut werden und sogar ein Onlinemodus für mehrere Spieler ist enthalten. Die Japaner dürfen schon seit knapp einem Jahr zocken, jetzt sind auch endlich wir dran. Square Enix bringt den kunterbunten Spaß nach Europa!

Schauplatz ist ein Verbund von sieben Königreichen, deren friedliche Koexistenz von einer uralten Prophezeiung bedroht wird. Sie droht mit schlimmen Konsequenzen, falls die Länder den Frieden nicht bewahren können. Wie man sich schon denken kann, kommt es wie es kommen muss und es brechen Konflikte aus. Im Zentrum des aufziehenden Sturms finden sich die beiden Cousins Resa und Rafael wieder, deren Namen ihr aber auch ändern könnt. Sie ist ein sehr vernünftiges Mädchen, er ein Hitzkopf, der nichts von Regeln hält. Gemeinsam mit ihren Verbündeten versuchen sie den drohenden Krieg zu verhindern. Wie auch im ersten Teil tut ihr das hauptsächlich, indem ihr Bossgegner besiegt und allgemein die Monsterpopulation der Welt dezimiert.

Allein oder Gemeinsam

Auf euch warten die Hauptstadt Konkordia, in der der Hochkönig herrscht und mehrere Kampfbereiche, die durch Wildniszonen verbunden sind. Letztere sind randvoll mit Gegnern, aber habt ihr erstmal die dort verteilten Teleportationskristalle aktiviert, könnt ihr euch sehr schnell über die Karte bewegen. In der Stadt findet ihr alles, was das Abenteurerherz begehrt. Bei Händlern könnt ihr Kugeln, die in diesem Spiel die Rüstung ersetzen, und Waffen für euch und eure Mitstreiter kaufen. Auch das aus Dragon Quest bekannte Alchemie-System ist verfügbar, bei dem ihr Gegenstände durch neue Zutaten verbessern oder gar herstellen könnt. In der Taverne könnt ihr die Klasse eurer Hauptcharaktere ändern, eure Vierergruppe neu zusammenstellen, die Optik eurer Waffen ändern und Waffentalente freischalten. Hinter einer der Theken steht auch Thekla (Theken-Thekla?), die für alles zuständig ist, was mit dem Onlinemodus zu tun hat.

Obwohl es keinen lokalen Multiplayer gibt, könnt ihr euch für einen Großteil des Spiels mit anderen Spielern verbünden. In Wildniszonen seid ihr allein zwischen Gegnern unterwegs, aber für die großen Kämpfe in der Geschichte könnt ihr um Hilfe bitten oder euch bei abgeschlossenen Schlachten als Unterstützer registrieren. Ruft dann jemand zu den Waffen, könnt ihr dessen Spiel direkt beitreten. Es gibt aber auch noch einen speziellen Mehrspielermodus, der nichts mit der Handlung zu tun hat. Gemeinsam mit Freunden oder zufälligen Spielern könnt ihr euch in mehrstufige Verließe wagen, in denen ihr Erfahrungspunkte und Beute verdienen könnt; beides bleibt euch im Hauptspiel erhalten.

Auf in den Kampf mit Schwert und Medaille

Das Kampfsystem ist, abgesehen von der Anzahl an Charakteren die ihr steuert, in jedem Modus gleich. Durch Tasten-Kombinationen greift ihr an oder führt im Tausch gegen Magiepunkte besonders starke Angriffe aus. Kombokönige können die schwere Steuerung wählen, bei der die Reihenfolge der gedrückten Knöpfe entscheidend ist, aber es gibt auch eine einfache Variante in der ihr drücken könnt was ihr wollt und dennoch Kombos auslöst. Mit jedem gelandeten Treffer füllt sich die Leiste neben eurem Portrait, ist sie voll könnt ihr den "Feuereifer"-Modus auslösen. In diesem Zustand übersteht ihr Attacken schadlos, verbraucht zum Zaubern keine MP und teilt noch stärker aus als sonst. Beenden könnt ihr ihn mit einem Paukenschlag, denn der Todesstoß hat nicht nur eine coole Animation, sondern reduziert die Lebenspunkte eures Gegners auch drastisch.

Diese Münzen sorgen für Abwechslung im Kampf. Je nach Farbe haben sie einen anderen Effekt.Diese Münzen sorgen für Abwechslung im Kampf. Je nach Farbe haben sie einen anderen Effekt.

Wie im ersten Teil Dragon Quest Heroes, gibt es diesmal erneut Monster-Medaillen, die das Kampfgeschehen noch abwechslungsreicher gestalten. Fast jeder Gegner im Spiel kann diese Gegenstände fallen lassen. Die roten Münzen rufen eine Kreatur derselben Art, die euch unterstützt. Blaue lassen euch ihre Fähigkeiten nutzen, sei es in Form einer starken Attacke oder eines Bonus' auf eure Werte. Mit der neuen, dritten Medaillenart könnt ihr euch in das entsprechende Monster verwandeln. So könnt ihr beispielsweise als übellaunige Gewitterwolke Blitze auf eure Gegner schleudern oder euch als Golem austoben. Ihr könnt aber immer nur eine begrenzte Anzahl dieser einmal nutzbaren Münzen bei euch tragen, wählt also mit Bedacht.

Gruppendynamik ist alles

Ebenso aufmerksam solltet ihr bei der Wahl eurer Gruppenmitglieder sein. Im Laufe der Geschichte schließen sich euch alte Bekannte an, wie der Händler Torneko aus Dragon Quest 4 oder Maribel und Ruff aus dem erst kürzlich für den 3DS neu aufgelegten Dragon Quest 7. All diese Charaktere haben festgelegte Klassen und oft auch einzigartige Talente, mit deren Hilfe ihr neue Gebiete erreichen könnt. Außerhalb der Stadt könnt ihr per Knopfdruck jederzeit die Spielfigur wechseln. In Kämpfen hat dieser Tausch ein großes Schadenspotenzial, denn durch eine Tastenkombination gebt ihr der folgenden Figur einen Schub. So kann sie direkt nach dem Tausch einen mächtigen Angriff ausführen.

Spielt ihr eure Gruppe geschickt aus, nimmt auch dieser gruselige Baum ein schnelles Ende.Spielt ihr eure Gruppe geschickt aus, nimmt auch dieser gruselige Baum ein schnelles Ende.

Die Optik der Charaktere könnt ihr nicht ändern und bei der Vertonung seid ihr auf Englisch und Japanisch beschränkt. Bei den Waffen habt ihr ein paar mehr Freiheiten. In der Taverne könnt ihr sogar deren Erscheinungsbild unabhängig von den Werten auswählen. Und verschiedene Spielstände belohnen euch mit einzigartigen Skins. Ein Spielstand von Dragon Quest Builders verschafft euch beispielsweise eine Kopie von Baukes Holzhammer. In Japan gab es - je nachdem wo ihr das Spiel gekauft habt - noch einen weiteren besonderen Waffenskin wie etwa Golemhandschuhe. Bisher bleiben diese und die Versionen für PS3, PS Vita und Nintendo Switch Versionen der westlichen Welt noch verwehrt, aber was nicht ist kann ja noch werden.

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