Test Prey: Identitätsfragen im "Ego Shooter"-Gewand

von Sven Vößing (12. Mai 2017)

Prey kehrt zurück, fordert viel und schmerzt, und sorgt auch mitunter für äußerst geteilte Meinungen in der Community. Warum das jedoch alles schön ist, erfahrt ihr in unserem Test.

Prey ist wieder da! Also so in komplett neu, ohne Erinnerungen an das Prey von 2006. Das sind aber auch die letzten Worte über den Neustart der Marke. Wer mehr über die Verwicklungen erfahren mag, schaut sich die Bilderstrecke an und in unsere Vorschau "Prey: Im Weltraum hört dich niemand schreien!" rein, in der wir auch die etwas turbulente Geschichte der Entwicklung beleuchten.

Also, ein Neustart, Mr. Morgan Yu! Obwohl, Mr. oder Mrs. steht euch zu Beginn des Spiels frei, denn das Geschlecht der Hauptfigure bestimmt ihr selbst. Einen Einfluss auf die Handlung hat dies jedoch nicht und auch die Fähigkeiten sind genau die gleichen. In unserem Fall wachen wir als Morgan Yu in einem alternativen Jahr 2032 auf. Alternativ? Ja, denn John F. Kennedy, der 1963 ermordete US-Präsident, wurde nicht getötet und hat das Weltraumprogramm weiter vorangetrieben. Statt eines kalten Krieges gibt es Versöhnung und gemeinsame Forschung mit Russland. Wer forscht, der entdeckt, und das führt dazu, dass ihr euch 2032 als freiwilliges Versuchskaninchen auf der Raumstation Talos 1 wiederfindet. Prey wäre vermutlich ziemlich langweilig, wenn nicht direkt zu Beginn alles schiefgeht und die Station halb in Schutt und Asche läge.

Die Qual der Wahl. Macht aber spielerisch keinen Unterschied.Die Qual der Wahl. Macht aber spielerisch keinen Unterschied.

Unfreundliche Aliens

Die Typhon, die Alienrasse, die für das ganze Chaos hier sorgt, hat sich nicht nur auf dem Schiff, sondern auch im Körper von Morgan Yu breit gemacht. Ist dies für die Station eher hinderlich und sorgt für jede Menge Leichen, kann das für Morgan aber von Vorteil sein. Durch die vorangegangenen Experimente erhält Morgan mehr und mehr Fähigkeiten der Aliens. Durch die Neuromods, Modifikationen die ihr im Spiel erhaltet oder euch baut, können mehr hinzukommen oder vorhandene erweitert werden. Doch passt auf! Je mehr Fähigkeiten ihr von den Aliens übernehmt, umso mehr Probleme bekommt ihr auf der Station. Die eigenen Verteidigungssysteme erkennen euch nicht mehr als Mensch und sehen Morgan als Feind an. So versucht Prey ein wenig das Gleichgewicht zu halten, was aber leider nicht immer gelingt.

Tauchen auch gern mal plötzlich auf!Tauchen auch gern mal plötzlich auf!

Prey ist schon etwas gemein. Zu Beginn wiegt es euch schön in Sicherheit. Gegner, in welcher Form auch immer, tauchen immer mal wieder in kleinen Intervallen auf und stehen nicht wirklich im Weg. Aber von einem auf den anderen Moment herrscht Hektik pur. Teilweise entsteht das Gefühl, Prey wäre unfair. Gut, Spieler von Dark Souls werden vermutlich nur müde lächeln. Aber statt eines gleichmäßigen Anstiegs gibt es plötzlich den Wurf ins kalte Wasser. Und dieses ist dann doch oft wirklich eiskalt.

Zu oft bricht dann einfach reine Hektik aus, die dann schon fast in Kontrollverlust endet und so großen Frust auslöst, und das selbst bei Schwierigkeitsgraden, die eigentlich nicht in der Hölle enden sollten. Tun sie aber oft. Zu viele Gegner tauchen auf einmal auf oder die Munition geht schnell zur Neige. Trotz der Fähigkeiten, die euer Charakter nach und nach aufbaut, wirken die Kämpfe später einfach nicht ausgeglichen.

Großes Chaos bricht später öfters aus!Großes Chaos bricht später öfters aus!

Sammeln aus Leidenschaft

Um der Munitionsknappheit etwas entgegenzuwirken, darf viel eingesammelt werden, oder wie man so schön sagt: looten. Aber nicht nur nur von Opfern oder Leichen, die schon vorher gut verteilt auf der Station verweilen. Sämtliche Gegenstände oder auch Müll lassen sich einsammeln und zu Rohstoffen recyclen. Durch gefundene Blaupausen lassen sich so Waffen, Munition und Gegenstände entwickeln. Aber auch hier empfiehlt es sich mit etwas Geschick und Planung vorzugehen. Die Plätze im Inventar sind nicht unendlich und die Recycler manchmal auch weiter weg.

Auch stellt sich die Frage, ob ihr einen Gegenstand oder eine Waffe wirklich entwickeln müsst, da ihr die wichtigsten schon recht früh im Spiel erhaltet. Daher empfiehlt es sich einfach den Fokus mehr auf Munition zu legen, aber dabei auch aufpassen, was und besonders wie viel ihr davon herstellt. Hier kann dann die eine oder anderen Überraschung auf euch warten.

Aber auch sonst ist es wichtig die Augen aufzuhalten. Es gibt unzählige Notizen, Hinweise und Mails die durchgelesen werden wollen. So lassen sich kleine Rätsel lösen oder Türen oder Tresore öffnen. Wer keine Lust zum Lesen hat, der entwickelt die passenden Fähigkeiten und kann durch Minispiele, die schon zu Beginn des Spiels teilweise recht schwierig sind, an die gewünschten Objekte kommen. Trotzdem, es gibt einfach viel zu entdecken, was auch dafür sorgt, die Geschichte etwas besser zu verstehen.

Die Zeit in den Mini-Spielen läuft sehr schnell ab.Die Zeit in den Mini-Spielen läuft sehr schnell ab.

Die größte Schaumparty im All

Was Prey von anderen „Shootern“ unterscheidet, sind die teils durchaus interessanten Waffen. "Shooter" wurde hier extra in Anführungszeichen gesetzt, da Prey einfach kein klassischer Shooter ist. Das liegt schon einmal an der GLOO-Kanone. Obwohl Waffe hier schon fast das falsche Wort ist. Multifunktionswerkzeug passt schon eher. Typhons werden hiermit eingeschäumt. Aber nicht zum Duschen, sondern um diese damit kurzfristig zu versteinern. Tödlich ist diese „Waffe“ somit nicht, aber in der Zeit der Stase dürft ihr die Gegner dann in Einzelteile zerlegen. Aber warum dann Werkzeug? Mit dem harten Schaum lässt sich wunderbar auch eine Treppe bauen, um versteckte Objekte zu finden. Dazu können Lecks damit kurzzeitig abgedichtet werden. Davon mal abgesehen, sieht es auch unheimlich lustig aus!

Wo wir beim Thema lustig ankommen: Wer sich den Jägerin-Bolzenwerfer ausgedacht hat, muss einen recht sadistischen Sinn für Homur haben. Vergleichbar mit einem Nerf-Spielzeug richtet er auch nicht mehr Schaden als ein solcher an, also keinen! Hier und da könnt ihr mal einen Gegenstand damit vom Regal schießen, aber das war es dann auch. Wer also das Unmögliche mag, spielt Prey damit durch. Natürlich gibt es auch Standardwaffen wie zum Beispiel eine Schrotflinte.

Das große Mysterium

Wir haben es oft betont und auch Bethesda stellt klar, Prey ist ein Neustart. Trotzdem gibt es schon einige Parallelen zur Fassung von 2006. An erster Stelle geht es natürlich wieder um Außerirdische. Aber auch um die Frage, woher kommen die Typhon, was wollen sie von euch, wieso übernehmt ihr ihre Fähigkeiten? Also ein wenig Mysterium drumherum. Die Antwort darauf? Wird hier natürlich nicht verraten. Dafür müsst ihr dann schon das Spiel selbst spielen. Wer also einen PC, eine XboxOne oder eine PS4 besitzt, kann seid dem 5. Mai zugreifen.

Die Raumstation Talos 1 birgt viele Geheimnisse!Die Raumstation Talos 1 birgt viele Geheimnisse!

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Tags: Science-Fiction   Singleplayer  

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